Thursday, 26. march 2009
4
26
/03
/März
/2009
18:49
Noch immer sind wir an der Costa de la Luz. Der Levante hatte aufgehört, kam wieder, stärker als zuvor, heute ist Sonne, 20 oder mehr Grad, wir haben uns am Strand gesonnt, Vorhersage nicht rosig,
Temperatursturz um mindestens 5 Grad. Vielleicht haben sie sich ja geirrt.
Die Tage haben sich eingependelt zwischen Lesen, Schreiben, Strandlauf, Einkauf im kleinen Supermarkt, der ein Nachbarschaftstreff ist oder in der Halle des Marktes, klein und fein mit frischem
Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch, dann Mittagsschlaf und danach Einleitung des Abends auf dem Balkon, den Menschen, Kindern, Hunden beim Flanieren und Spielen zuschauend, im Internet-Cafe und in der
Bar mit Jerez. Wir können den eigenen Laptop verwenden und so bequem Blog und Emails zu Hause schreiben. Die Nachrichten lesen wir dort oder in spanischen Zeitungen, die aber genauso viel Mist
verzapfen wie deutsche.
Gerade hat sich unten der Altenclub versammelt, sie sitzen dort in Rollstühlen, auf Bank und Klappsesseln, schauen aufs Meer und reden. Jungens spielen im Sand, schöne Frauen kommen vorbei, Düfte
aus der Bar wehen hoch und ein Sprachengewirr wie Maschinengewehrfeuer überlagert die Szene.
Dann Abends zur Ancla, der Koch sagt uns, was wir essen sollen, meist liegt er gut. Oder wir kochen selbst, Fisch viel, gestern Morcilla, die würzige Blutwurst mit viel Zwiebeln und Pellkartoffeln,
Salat auch und Gemüse vorab. Alles, was unser Vermieter bisher an Tipps gab, war köstlich, das auch. Neuerdings schauen wir die populäre Wissenschaftssendung Quarks & Co als Podcasts, ein
Wunder, die ganzen Sendungen lade ich aus dem Internet. Rotwein Rioja und spanischer Brandy runden ab, wir spielen auch, müssen vor Mitternacht ins Bett weil am nächsten Morgen um 8.00 der Krach
beginnt, das Lokal unter uns wird umgebaut.
Zwei Mal am Wochenende war Katharina da aus Sevilla, wir holen sie in Cadiz ab, haben die Stadt besichtigt, sie ist reich, alt und ehrwürdig wie versprochen, waren auch in Vejer de la Frontera
gleich nebenan, ein Städtchen wunderhübsch verwinkelt aus der Maurenzeit, oben auf einem Berg thronend wie ein Hütchen auf dem Kopf. M würde gerne mehr besichtigen, ich bin schon da wo ich hin
wollte. Sogar spazieren war ich, eine Wanderung hinauf auf den Felsen von Trafalgar. Der Felsen aber ist kein Felsen, er ist eine Düne, die bewachsen wurde, sich verfestigt hat, heute felsig
aussieht.
Noch 10 Tage wollen wir bleiben.