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Hohe Mauern in einem großen, oben offenen Gebäude, in
Fünferreihen schultereng nebeneinander, durchbrochen von Quergängen und über 7000 Tonvasen darin eingelassen: der größte Palomar der Welt. Tja, was das ist, erschloss sich uns auch nur langsam. Auf
Empfehlung unseres Vermieters waren wir in diesem wunderschönen Naturpark oben auf der mit Pinien bewachsenen Düne gelandet, mussten noch 2 Km ins Hinterland gehen und da war dieses alte, an eine
mexikanische Hazienda erinnernde Anwesen, von Holländern im 18. Jahrhundert gebaut. Und hinten dran der Palomar, die Taubenfabrik. Als Pärchen haben 10 000 Tauben hier gewohnt, sind immer wieder
gekommen, exakt die gleichen Bruttöpfe verwendend und haben produziert. Fleisch zuerst, damals noch ein fürstliches Essen, nur für Adel und Kirche bestimmt. Tauben, steht da auf den Erklärungen,
können jede 3. Woche Nachwuchs kriegen, 15 000 Tauben waren dann auf einmal drin, 80 000 im Jahr. Nicht nur Fleisch, auch Düngemittel kam dabei raus, in einer Zeit ohne künstlichem Dünger ein
wichtiges Produkt. Und die 3. Verwendung war, ein Extrakt des Abfalls, Sulfat, wurde zur Herstellung von Schießpulver gebraucht. Muss das ein Gegurre gewesen sein! Heute wohnen keine Tauben mehr
da, nur noch einige Vogelpärchen und Bienen. Sie haben ein kleines Museum daraus gemacht und die Hazienda ist ein Hotel.