Sunday, 29. march 2009 7 29 /03 /März /2009 18:26
Die Sonne hat sich bis eben gehalten, jetzt ziehen Wolken auf mitten am Tag. Wird auch Zeit, soll sich die Vorhersage eines Temperatursturzes bewahrheiten. Eine Woche bleiben wir noch. Der Vermieter war gerade da, er heißt Ildefonso - mit Vornamen! Welche Namen es gibt. Er sagt uns, was wir gutes essen und welche Sehenswürdigkeit wir nicht versäumen sollen. M. macht Sudoku auf spanisch, intenso steht da (ja, ja, bin doch ein alter Witzbold). Lese Deutsche Geschichte 19. und 20 Jhdt. Golo Mann hat seinen Hegel doch gründlich studiert, auch wenn er ihn oft kritisiert. Entlang von Ideen und großen Männern webt er sein Bild der Zeit, oft die Widersprüche zeigend, die Strömungen. Das macht sein Werk wertvoll, dieses Vielschichtige. Allerdings vergisst er oft, dahinter liegende Interessen zu benennen. Den Wiener Kongress, auf dem 1815 die nach napoleanische Welt neu auf alt getrimmt wurde, den beschreibt er als Tat von Diplomaten. Metternich, der alte Knacker, gescheit wie er gewesen sein mag, hatte einen Herrn! Und der wollte seine Privilegien behalten als österreichischer Kaiser. Die Diplomaten ebenso. Das kommt bei GM zu kurz. Wenn man halt die Welt als Ideengeschichte sieht, gerät manches Materielle ins Hintertreffen. Und wie gescheit er ist. Er ist wirklich gebildet, weiß viel, kann gut Überblick verschaffen, meint allerdings auch, er sei gescheiter denn viele, die er beschreibt. Kann sein, bei einigen. Gestern Abend Fisch in Sahnesoße. Einen Fisch gibt es hier, wunderbar. Und in Sahnesoße mit viel Gemüse und Knoblauch geschmort, gut gewürzt, wunderbar. Heute gibt es Krabben und Morgen Coq au vin. Donnerstag waren wir im Ancla, M hatte Tunfisch, den fangen sie hier vor der Haustür, ich Muscheln, fantastisch. Die Zutaten hier, die sind frisch und gut. Auch Obst! Kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass D 3.klassige Ware erhält. Hauptsache billig. Aber billig ist es hier auch, billiger denn in D. Vom Kinderreichtum schon geschrieben, scheint mir, es gibt eine andere Haltung Kindern gegenüber. Frauen, gerade junge Frauen, haben selbstverständlich Kinder, gehen mit ihnen aus, elegant gekleidet die Mütter, sexy sehr oft, die Töchter als kleine Prinzessinnen herausgeputzt. Schon früh die Konditionierung, kleine Mädchen,  Puppenwagen schiebend sehr oft. Jungens oft in Trainingsanzügen, Bälle kickend, egal wie alt auf der Promenade oder am Strand. Knallt der Ball gegen die Blechwand der Bar, schaut der Barmann um die Ecke und uns an, zuckt mit den Schultern, niños, sagt er, Kinder. Abends schiebt sich der Strom Flanierender durch den spielenden Haufen, junge Leute sitzen auf der Mauer, üben flirten. Wir schauen zu und üben manchmal mit.
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