Monday, 30. march 2009 1 30 /03 /März /2009 12:31
Die Luft ist kalt, klar, transparent, Afrika deutlich zu sehen, auch die Meerenge, der Eingang zum Mittelmeer, ein leichter Wind bewegt Palmblätter und Markisen, darüber ein sonnenheller Himmel, blau, zum Horizont heller werdend. Das Meer draußen dunkel, fast schwarz, in der Bucht heller werdend, am Strand wie Perlmutt auflaufend. Die ersten Gäste frühstücken im Café, der erste Afrikaner baut seinen Stand auf mit unendlich langsamen Bewegungen. Es sind ihrer 4 oder 5, sie kommen aus dem Senegal. Mit Einem haben wir uns unterhalten, kaum spanisch spricht er. Jetzt nennt er uns Dar es Salaam. Bach erklingt im Hintergrund, meine Sonntagsmusik. Jetzt trifft eine Gruppe Radrennfahrer ein, sie brauchen Stärkung, die ersten Familien schlendern entlang, unten am Strand sausen Hunde im Kreis fröhlich hintereinander her, Angler warten. Da bin ich eben entlang gelaufen, hinein in die Herrlichkeit des späten Morgens. Jetzt werde ich GM und die 48er Revolution weiter studieren. Erstaunlich, wie viel ich nicht weiß. Was für eine Freude, Puzzles zu finden, das Bild weiter zu bauen, das nie fertig werden wird. Gestern Heine, den ich so liebe. Manns Darstellung öffnet mir die Sicht auf den Seher Heine, der dem deutschen Bürger, dem deutschen Nationalismus nicht traute, wie recht er hatte:
Franzosen und Briten sind von Natur
Ganz ohne Gemüt; Gemüt hat nur
Der Deutsche, er wird gemütlich bleiben
Sogar im terroristischen Treiben
Der Deutsche wird die Majestät
Behandeln stets mit Pietät
In einer sechsspännigen Hofkarosse
Schwarz panaschiert und beflort die Rosse
Hoch auf dem Bock mit der Trauerpeitsche
Der weinende Kutscher - so wird der deutsche
Monarch einst nach dem Richtplatz kutschiert
Und untertänigst guillotiniert.
Eben so, genau so mit diesem untertänigsten Verständnis haben sie die Revolution 1848 und die Bildung eines demokratischen Deutschlands den Bach hinunter gehen lassen. Dagegen den Nationalstaat heraufbeschworen, der eine dumme, zerstörerische Macht wurde.
Aber wir verstehen uns bass
Wir Germanen auf den Hass
Aus Gemütes Tiefen quillt er,
Deutscher Hass. Doch riesig schwillt er,
Und mit seinem Gifte füllt er
Schier das Heidelberger Fass.

Da steckt schon der 1. und auch der 2. WK drin.
Und weil´s so schön ist:

... Das Eiapopeia vom Himmel
Womit man einlullt, denn es greint,
Das Volk, den großen Lümmel
dagegen stellt er sein eigenes Lied
Ein neues Lied, ein besseres Lied,
O Freunde, will ich Euch dichten!
Wir wollen hier auf Erden schon
Das Himmelreich errichten
.....
Es wächst hienieden Brot genug
Für alle Menschenkinder,
Auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust,
Und Zuckererbsen nicht minder.

Ja, Zuckererbsen für jedermann,
Sobald die Schoten platzen!
Den Himmel überlassen wir
Den Engeln und den Spatzen.
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