Tuesday, 31. march 2009
2
31
/03
/März
/2009
19:04
Der kleine Supermarkt um die Ecke hat ziemlich alles, was das Hausfrauenherz begehrt, nur keinen Platz. Folglich steht ein Teil der Waren auf dem Boden, nur schmale
Trampelpfade freilassend, wie Schneisen im Gebüsch. Aneinander vorbei kommt man mit Gedränge, ständig steht man im Weg, ein Ausweichen ist nicht möglich. Wagen passen nicht, Plastikkörbe, am
Eingang verteilt, tun es auch. Sie werden in Reihe vor die Kasse gestellt und peu a peu gefüllt. Der Raum summt von kräftigen Frauenstimmen im Maschinengewehr - Stakkato des andalusischen
Dialektes. Alle reden gleichzeitig, uns steigen einzelne Worte verständlich wie Blasen aus dem Gewirr. Es ist Markt. Zum Einkaufen, Treffen und Quatschen. Noch im Hinausgehen, sich weiter
entfernend, werden die letzten Bemerkungen in die sich neu formierende Gruppe vor dem Kasse hineingerufen. Dann entfernen sich die Stimmen, andere Kommunikationszentren suchend.
Mojama de Atun, sagt Ildefonso ist so - und führt 3 Finger schmatzende an die Lippen. Eine delicia, eine regionale Besonderheit, sagt er, Thunfisch, an der Luft getrocknet, gepresst und
meergesalzen. Komisch: sieht aus wie Schinken, schneidet sich wie Schinken und schmeckt wie Fisch.
In Tarifa waren wir heute, der untersten Spitze
Europas. Seltsames Gefühl, auf der anderen Seite Afrika zu sehen, klar und deutlich. Schwer befestigt, dieser Zipfel, von Alters her bis heute, Monumente überall zu sehen. Sie könnten ja kommen.
Sie werden kommen. Ungestraft bleiben die nicht, die alles anhäufen und nichts abgeben. Denke ich.
Siesta ist heilig. Auf den riesigen Feldern stehen einsam die Traktoren herum und warten, dass es 4.00 Uhr wird.
Männer sind hier, anders als in Italien und im Tierreich, graue Gänse, Frauen oft herausgeputzt. Sie werden stolz spazieren geführt. Nicht verschwiegen darf werden, wie lieb, langmütig und tolerant
Männer mit Kindern umgehen. Eigenen und fremden. Spielen ist ausdrücklich gestattet.
Neue Bilder hochgeladen
0