Sunday, 19. april 2009
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20:30
Schön der Tag heute. Viel Sonne, morgens noch kalt. Bei K&M gegrillt. T. Anna, Mutter, Mario, Alex, Mirjam, M, Hanne, Lukas & Jörg. Letztere kamen am Freitag und sind wieder gefahren. Max
ist mit, er läuft noch immer gerne mit mir, aber jetzt wollte er wieder heim. Kaum war die Heckklappe des Autos auf, war er drin und wollte nicht mehr raus. Er ist alt, der Hund und brauch seine
Heimat. Wie ich, Denke ich. Donnerstag hat M die Enkel von Gorans Seite weg gebracht, blieb bei ihrer Tochter mit den anderen Enkeln in Köln und kam am Freitag zurück. Was für eine Freude. Ich sehe
sie immer wieder gerne, auch wenn ich das Alleinsein genieße. Friedemann mit Margrit und Kindern waren schon Ostermontag wieder gefahren. Seit wir aus Spanien zurück sind, ist heute der erste Tag
ohne Besuch. Das klingt stressig, ist manchmal stressig aber der Spaß und die Freude überwiegt.
Gestern Abend meinen Geburtstag zum 2. Mal gefeiert, diesmal mit H&J&L. Und natürlich der Restfamilie vor Ort. Alex und Annegret kamen spät aus dem Osten zurück, fuhren aber bald wieder,
weil sie einen Mitternachtsgrill mit Freunden machen wollten. Ein richtig netter, herzlicher Abend mit den Lieben wie lange nicht mehr. Wir haben gelacht und gelacht und Mutter hat die Zeit
vergessen, Wein getrunken und vor sich hin gegrinst. Es gab mexikanische Tortilla mit Hackfleisch, Huhn, Bohnenpüree, Mais, Salat. Wundervoll. Das Bohnenpüree durfte ich machen, den Rest hat
M besorgt. Bei ihr merkt man kaum, dass sie kocht. Mutter war es, wie immer, zu scharf. Es war auch scharf, weil mexikanischen Essen scharf sein muss, aber nicht so scharf wie im Original. Die habe
hier eine Ahnung was Schärfe ist! Dann Fotos geschaut, ich kann die über den Laptop auf den Fernseher bringen, prima Sache. Erst die Bilder von Spanien, da war ja auch Katharina in Sevilla dabei,
dann alte Bilder. Ecuador war der Erfolg. Mutter konnte sich noch genau an jede Ecke erinnern, Klaus erkannte seine wilden Hausschweine wieder und die Inka Mauern, die er untersuchte, Hanne &
Jörg erinnerten an Flora und Fauna und an Durststrecken, Mirjam wollte unbedingt die handgearbeiteten Stiefel von M (leider abgelaufen vom ständigen Tragen) und Mario bat Mirjam, noch zu bleiben,
es gäbe so schöne Geschichten. War das ein Schwelgen in exotischer Vergangenheit! Die Familie hatte was davon, dass wir so lange im Ausland waren.
Lukas hat als Präsentationsthema für das Abitur die Bewertung, ob Demokratie den Völkern mehr Wohlstand bringt am Bsp. Indien und China. Das fordert mich. Indien, die größte Demokratie nach
Menschen gemessen ist auf einem- hoffentlich nur momentan - absteigenden Ast, hat weniger Bruttosozialprodukt pro Kopf als China und mehr als 50% extreme Armut (weniger als 1 Dollar pro Tag).
China hat seine extreme Armut von 52% in 19981 auf 8% in 2001 gedrückt durch massive Programme zur Armutsbekämpfung. Weltweit lässt sich nur ein leichter Vorteil für Demokratien aus den Statistiken
herauslesen, wenn das Wirtschaftswachstum verglichen wird. Anders wird die Sache, wenn Wohlstand als Gemeinwohl, Wohlergehen definiert und in seine Teile "immaterieller Wohlstand" und "materieller
Wohlstand" aufgespalten wird. Materieller Wohlstand ist gut messbar, z.B. durch das Bruttosozialprodukt, immaterieller Wohlstand ist schwerer messbar. Wirtschaftliches Wachtum hängt am freien
Wettbewerb, an der Möglichkeit, wirklich reich zu werden auf eigene Initiative. Das sollte in Demokratien vom System her leichter klappen, weil die von der Freiheit des Individuums und des Marktes
ausgehen. Doch kann eine Diktatur, die Marktfreiheit und Wettberwerb grantiert, aber alle anderen Freiheiten unterdrückt, durchaus großen Lebensstandart erzeugen -siehe China. Nimmt man die
weiteren Kriterien des Wohlstands wie Gemeinwohl, Glück, Zufriedenheit, geistige Entwicklung, Freizügigkeit, Rechte der Menschen etc.hinzu, dann ergibt sich ein eindeutigerer Vorteil in
Demokratien.
Es ist 1/2 9.00 Abends, bis eben noch draußen gesessen, das Tal leuchtet in Frühlingsfarben, die untergehende Sonne setzt Lichtsplitter drauf, die neuen, kleinen Blättchen der Pappeln zittern schon
zu Übung und jeden Tag wird es grüner um uns herum. So intensiv habe ich noch keinen Frühling erlebt. Kein Wunder, in Afrika und Lateinamerika gibt es ihn nicht und in den Städten, in denen wir
gelebt haben, ist er ferner.