Artikel teilen! Tamagotchi oder: Bloggen kann süchtig machen: Tamagotchi hießen sie, die kleinen elektronischen Geräte, die nach Füttern, Zuneigung, Versorgu ...
Andere Welten oder: vom Leben in Chile, Ecuador, Brasilien, Kolumbien, Tansania, Mosambik und immer wieder Deutschland
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Tamagotchi hießen sie, die kleinen elektronischen Geräte, die nach Füttern, Zuneigung, Versorgung verlangten, sonst piepsten sie und starben. So ist bloggen. Ständig will das Ding gefüttert werden, will versorgt werden mit interessanten Sachen und wenn es nicht genügend kriegt, dann piepst es fordernd. Die Rolle des Piepsen nimmt beim Blog der Rang ein und die Besucherzahl. Daran kommt man nicht vorbei, schon nach dem Öffnen der Administration grinsen die Zahlen einen an. Meist hämisch, wenig Interesse reflektierend. Nun ist der Rang eine sehr geheimnisvolle Zahl, niemand weiss so genau, welche Parameter welche Wertung haben. Sicher ist die Anzahl der Besucher wichtig, auch die Anzahl der eingestellten Informationen und wie oft man was veröffentlicht (am Besten täglich 2x scheint mir). Ansonsten schwankt die Zahl wetterwendig und bringt Blogger zur Verzweiflung. Bei mir zwischen 10 und 30, meist Richtung 10. Sie wird zum Antrieb, zum wichtigen Indiz ob man gut oder schlecht sei (gut - also Interesse reflektierend - ist über 60). Die Inhalte treten in den Hintergrund, werden zu Futtermittel für den Rang. Der Tamagotchi-Effekt hat den Blogger gepackt, macht ihn süchtig und wird zum Mittelpunkt seines Denkens. Was muss ich tun, um den Rang zu verbessern? Ja nun sags mir doch, verflixt. Aber der Rang schweigt in seiner Herrlichkeit.