Wednesday, 22. april 2009 3 22 /04 /Apr. /2009 14:02
M. hat den Spaten rausgeholt, die Gartensaison hat begonnen. Für mich hat sie eine Postkarte an den Anbau gehängt mit dem Hinweis: Nur die Harten kommen in den Garten. Sie gehört zu den Harten. Mir scheint die Arbeit müßig, wenn es nicht um Nutzpflanzen geht. Ich lasse lieber leben und wachsen und lese auf dem Balkon. Nun ja, frische Luft soll gesund sein, 1 Std. Gartenarbeit am Tag scheint verkraftbar. Ich habe schließlich ja gesagt, als er angelegt wurde, eine Entscheidung, bei der ich nicht im entferntesten an die logischen Folgen dachte. Nu isser da und will bearbeitet werden. Auch der Garten ist wie Tamagotschi, er fordert ständige Zuneigung.

Rasen gemäht. Nur auf der obersten Terrasse will ich das Gras kurz halten. Auf den beiden unteren mähe ich nur Wege zum Brunnen und zur Plattform, der Rest soll blühen. Wiese ist viel schöner als Rasen. Für mich. Mich freuen die vielen Blumen und Gräser und die Käfer und Bienen, das ganze Getier, das sich da aufhält. Apropos Rasen. Wenn ich die ständige Mäherei im Dorf sehe, fällt mir immer die Geschichte von dem Neureichen in England ein. Er bewundert den kräftigen Rasen, sagt dem Butler, seiner in Wuppertal-Kastroprauxel sei wohl auch recht groß, aber so schön dicht doch nicht. Wie der Gärtner das wohl mache? Sir, sagt der Butler ein wenig von oben herab, das Rezept ist, zwei mal die Woche schneiden und täglich wässern und das 300 Jahre lang. Wann ist das eigentlich aufgekommen mit dem deutschen Rasenfieber? In meiner Jugendzeit war es noch nicht ausgebrochen.

Wenn ich solch einen netten Ausblick im Garten habe, freut er mich auch.

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