Sunday, 26. april 2009 7 26 /04 /Apr. /2009 18:15
"DANKE"
... sagte der Banker,
als 
die Depots seiner Kunden 
crashten!
Das Deutsche Institut für Anlegerschutz schätzt, dass Anlageberater Jahr für Jahr über 40 Milliarden Euro Ihrer Kunden ABZOCKEN!
(Falken Telegramme)

Eine
Bad Bank will die Bundesregierung einrichten, um die Banken von schlechten Papieren zu erleichtern. Der Name ist begrifflich falsch, die "schlimmen Banken" sind schon längst da. Das abzocken der Kunden um an Provisionen zu kommen ist die eine Seite der Bad Banker. Die andere Seite ist, dass die Banken ihr Kerngeschäft der Kreditvergabe hintangestellt und mit hochrisikoreichen Papieren gewettet haben. Das Geschäft ging lange gut, sich selbst und die Bankeigentümer haben einige Banker immens bereichert. Die Risiken erwiesen sich ab dem letzten Jahr als das, was sie waren: Risiken. Sie haben verloren. Nun sitzen sie auf ihren Papieren mit den abgestürzten Werten und den möglichen Verpflichtungen. Manfred schreibt in seinem Kommentar zu meiner Wut über falsche Propheten: "Aber es gibt noch eine Steigerung der Wut....."zornige Wut" oder ....ich weiss nicht, wie ich´s nennen soll. Sie gilt den "Paketschnürern" und "Paketverkäufern" bei den Banken....diesen Raubtieren, die die Geldgier zu Bestien gemacht hat, die Gift verpackten und es als Lebensmittel verkauften....Urkapitalismus....Betrug....Schande".

Warum kann eine solche Deponie der richtige Weg sein?

Zwischen 850 Milliarden bis 1 Billion Euro an "toxischen" Papieren haben die deutschen Banken sagen die Schätzungen (weltweit 8 Billiarden). Diese Wertpapiere bergen nach wie vor immenses Verlustpotenzial. Es waren hoch riskante Produkte (Derivate, Zertifikate und wie sie alle heißen, diese künstliche Schöpfungen), mit denen zeitweise hohe Gewinne gemacht wurden. Der Grundsatz, wer hohe Gewinne macht kann auch hohe Verluste haben, schien vergessen vor Gier in einem Zeitraum wilden, freigelassenen Kapitalismus. In den schlechten Wertpapieren stecken u.a. Verbindlichkeiten, die die Banken zahlen müssen. (Ein Bsp: darin enthalten sind Versicherungen amerikanischer Immobilienbanken gegen Kreditausfall und Immobilienverlust, die wahrscheinlich gezahlt werden müssen von dem, der diese Papiere hat). Das versetzten die Banken bei der Kreditvergabe in eine Art Schockstarre. Sie wissen nicht, wie viel sie noch zahlen müssen oder an Werten verlieren, denn sie haben mit Risiken gehandelt, die heute keiner mehr eingehen will (kann sein, dass irgend einer mal wieder anfängt, Ackermann von der deutschen Bank meint noch immer, 25% Gewinn sei erstrebenswert. Dann würden die giftigen Papiere weniger giftig). Das Risikopotenziale der Banken ist bereits durch den Besitz der giftigen Vermögenswerte ausgeschöpft. Weitere Kreditrisiken wollen und können sie nicht eingehen.

Die Idee der Bad Bank ist nun, dass sie die schlechten Papiere den Banken abnimmt, abwartet, wie deren Entwicklung weiterhin ist und die Banken von den Risiken befreit. Dann so sagt man, können sich die Banken wieder ihren originären Geschäften der Kreditvergabe und vorsichtigen Verwaltung der (Spar)Guthaben widmen.

Ich denke, das Auslagern der schlechten Papiere ist ein richtiger Weg, die Modelle der Bundesregierung allerdings versuchen, die Verluste der Banken zu sozialisieren und das Volk bezahlen zu lassen. "Mit der Bildung einer Deponie für diese explosiven Vermögenswerte plant man einen Risikotransfer auf die Allgemeinheit" (Falken Telegramm). Sie halten noch immer zusammen, die Herrschenden, zu denen heute auch meine Partei, die SPD sich zugehörig fühlt.

Schweden und USA gehen andere Wege. Sie übernehmen Banken, tauschen ihre sich als unfähig erwiesenen Raffgeier aus, fangen neue Wege an, lagern schlechte Papiere aus in Institute, die den Banken gehören, die von zukünftigen Gewinnen refinanziert werden. Warum nicht hier? Gestern Abend im Kabarett: Im Hühnerstall reicht ein Huhn mit Vogelgrippe um den gesamten Bestand auszuwechseln.

Ackermann und Co müssen weg! Sie haben verzockt, uns alle geschädigt und, so ist zu befürchten, sie werden sich kaum ändern


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Kommentare

Dein Einwand ist natürlich berechtigt..."wie kommen wir dahin"....aber ich stelle diese Frage zurück....ich möchte zunächst einmal (für mich) wissen, wie sollte die bundesdeutsche Industriegesellschaft 2050 aussehen...(Schwerpunkt: "sollte")
Ich möchte dabei bewußt auf "Strukturen" verzichten, die von sich behaupten, unersetzlich zu sein....z.B. die Banken in ihrer jetzigen Rolle. Ich möchte dabei bewußt "querdenken" und Lösungen suchen, die jenseits der ausgetretenen Pfade liegen...
z.B. Zinsfreiheit, oder
z.B. eine moderne Interpretation des altisraelischen "Hall- und Jubeljahres" (alle 50 Jahre wurden die ursprünglichen Eigentumsverhältnisse an Grund und Boden wieder hergestellt - so konnten sich keine Großgrundbesitzer etablieren)

Umsetzen diese Modells??...natülich, keine Chance....aber ich möchte es einmal für mich wissen.

  
Kommentarnr1 gepostet von Manfred+Einloft am 28.04.2009 um 07h32
Jetzt habe ich offenbar die Rolle des Realpolitikers übernommen und du bist der Visionär! Recht so, weiter so. Natürlich müssen wir erst mal eine Vorstellung haben was wir wollen, wohin wir wollen um überhaupt eine Basis für reale Politik zu kriegen. Ich hab mich genau in das Boxhorn der Systemzwänge, der vermeintlichen, hineinjagen lassen mit meinem Argument. Es gibt so viele schöne Sachen auf der Welt, die menschliches Handeln miteinander verbessern. Unser Modell wir so leicht als das non plus ultra hingestellt. Nichts aber ist unverzichtbar! E tut nur ein paar wenigen sehr gut, einigen ganz gut (gehören wir dazu nach meiner Meinung) und dem Rest auf der Welt ziemlich beschissen. Warum nicht ein neues Modell entwerfen? Deine Vorschläge mit den 50 Jahren und der Zinsfreiheit, die gibt es ja alle schon. Lass uns weiter basteln an unseren besseren Modellen.
Antwort von REinloft am 28.04.2009 um 09h57
....auch zu den "bad banks" einige Bemerkungen....

Um es gleich zu sagen: die bb interessieren mich nur am Rand....damit will ich  nicht sagen, dass das Thema unwichtig ist, auch Deine Gedanken dazu finde ich gut und richtig....aber die bb sind für mich nur Symbtome....Symbtome einer Wirtschaftsordnung, die unbedingt geändert werden müßte....
Dazu einige Gedanken:
- Demokratie und Turbokapitalismus (z.B.Banken, Heuschrecken) passen zusammen  wie Feuer und Wasser.
- Die soziale Marktwirtschaft der "alten Bundesrepublik" war ein adäquates,  funktionierentes Regularium für diese Zeit....heute sind andere Antworten nötig
- Die Rolle der Banken im Wirtschaftsgefüge ist völlig neu zu überdenken....da     
  reichen keine schnell gestrickten "Ordnungsseile", dazu einige Stichpunkte: 
--Zurück zum Kerngeschäft der Banken (Abwicklung des Zahlungsverkehrs, Kredite)   
   und damit Beschränkung der Einflußmöglichkeiten und der Kontrolle in der  
   Wirtschaft.
   --evtl: Kredite ohne Zinsen, siehe: Altisrael, islamische Banken heute,
--Kreditvergabe nicht mit dem Ziel der Gewinnmaximierung
- Wesentlich größere Beteiligung der AN am Produktivvermögen
- Wie gehen wir mit Vermögensmilliardären um?
- Wie können wir (langfristig) das Heer der Haartz-Empfänger und Migranten sinnvoll
  in unsere Wirtschaft eingliedern
- Ökologisches Handeln.......

....das sind in aller Kürze einige Gedanken und Problemkreise, die mich beschäftigen... nicht strukturiert.....
Kommentarnr2 gepostet von Manfred+Einloft am 27.04.2009 um 07h11
Manfred, das alles unterschreibe ich. Die Krux ist, wie kommen wir dahin? Natürlich müsste sich vieler grundsätzlich ändern, die Politik der kleinen Schritte (wohin sagen sie nicht, könnte auch rückwärts sein), der Angst vor Veränderung dominiert. Auch beim Bürger. Die Gefahr ist groß, dass die Krise nicht genutzt wird zu strukturellen Umformungen Richtung Demokratie und Gerechtigkeit.

Danke übrigens für deine Kommentare.
Antwort von REinloft am 27.04.2009 um 13h49
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