Tuesday, 12. may 2009 2 12 /05 /Mai /2009 13:00
Einleitung: Die Zusammenschnitte Indien und China habe ich gemacht weil Lukas das Thema "Wohlstandsvergleich" der beiden Länder für seine Präsentation gekriegt hat. Ich habe viel gelernt dabei, war ich doch bis Dato nur allgemein informiert besonders über China. Dachte ich doch immer, ganz gut was die wirtschaftlich machen, aber die Landbevölkerung und die Unterschicht in den Städten, die leben in extremer Armut. Nicht ganz gefehlt ist doch am Ziel vorbei.
Für mich ist immer noch das Wichtigste die Verteilung der Einkommen. Die ist in den EL teilweise krass daneben (allerdings auch in den USA und der Schweiz). China hat es geschafft, langsam und recht gleichmäßig die Einkommen der Mehrheit zu steigern und gleichzeitig durch konzentrierte Maßnahmen der Armutsbekämpfung den Anteil der Armen von 50 auf 8 (mittlerweile wieder 10%) zu senken. Dagegen ist Indien Katastrophal unsozial (aber demokratisch).

Langsam kommen mir wieder Zweifel an dem erhabenen Demokratieexport als Paradigma unserer westlichen Entwicklungspolitik. Hand in Hand mit mit der Forderung nach mehr Demokratie werden neoliberale Wirtschaftsvorstellungen aufoktroyiert, Sozialleistungen abgebaut, Staatsausgaben gekürzt, Schlüsselministerien und staatliche Betriebe privatisiert etc pp. Ich kenne kein Land, in dem das gewirkt hat. Im Gegenteil kenne ich nur Länder, in denen die Armut gestiegen ist. China scheint sozial verpflichtend zu handeln. Und planvoll. Und ist hoch erfolgreich. Kümmert einen chinesischen Wanderarbeiter wirklich die Frage nach mehr Demokratie? Eher nach ausreichend Essen. Ich bin wieder mal unsicher geworden ob Demokratie oder planvolles, sozial verpflichtendes Handeln für Entwicklungsländer besser ist (allerdings muss ich zugeben, wo gibt es denn diese sozialverpflichtete Führungsschicht, da liegt die Krux wahrscheinlich). Die Vorteile der Demokratie in EL liegt in der Kontrolle der Regierung. In Tansania war mir klar, dass es die Gewaltenteilung sein muss, die zählt, nicht die Parteien a mass. Auch Einparteiensysteme haben ihre Vorteile, wenn die interne Diskussion gewährleistet ist.
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