Sunday, 24. may 2009 7 24 /05 /Mai /2009 12:18
Depressionen, so die neuesten neurologischen Erkenntnisse, schläfern das Gehirn ein. Es fällt in den Winterschlaf. Das ist der Grund, warum die gewohnte Reaktion des sich Zurückziehens nicht hilft, wenn wir unglücklich sind. Wer sich zurück zieht, macht alles nur noch schlimmer. Die Unlust macht sich breit und breiter, Lähmungserscheinungen von Gefühl und Verstand nehmen zu. Es gilt, durch langsame Aktivitäten sein Gehirn zu reizen, was zu tun. Und dann gilt es noch, zu versuchen, den negativen Gedanken und Gefühlen gewollt positive entgegen zu setzen. Das ist schwer, ich weiss es. Deshalb wahrscheinlich war das Universalmittel in meinen Behandlungen (natürlich neben die Psychoanalysen und den Tabletten) Sport zu machen. Immerzu bewegen, möglichst auch draußen, dazu wurden wir angehalten. Bis heute versuche ich, nicht nur generell Sport zu treiben sondern bewusst raus zu gehen, durch den Wald zu laufen, den Hund mitzunehmen immer dann, wenn die negative Spirale los wummert. Und draußen die Natur zu beobachten. Das geht am Anfang kaum, dann aber zunehmend besser. Nicht, dass die schlechten Gedanken weg sind, der Schwerpunkt verschiebt sich. Zuerst dominieren sie, dann verbleiben gleich viele negative Gedanken und Natureindrücke und zum Schluss, wenn ich Glück habe, dominiert letzteres, die schlimmen Gedanken treten in den Hintergrund.

Bedrücktheit kann nämlich zum Selbstläufer werden. Zuerst ist ein Anlass da und dann fängt das Gehirn an, den Trübsinn aus sich selbst zu speisen. Alle anderen Gehirnaktivitäten werden eingeschränkt, Verstand und Konzentration lassen nach (das ist der Grund, warum wir bei Depressionen kaum leistungsfähig sind). So wie die Muskeln eines Beines, das im Gips war, langsam wieder gestärkt werden müssen, so muss unser Gehirn wieder daran gewöhnt werden, seine Tätigkeit aufzunehmen und sie langsam zu erhöhen.

Es gibt noch einen guten Rat, den ich gelesen habe. Gewollt lachen. Das Gesicht verziehen, bis die Mundwinkel die Ohren erreichen. Wichtig dabei ist, dass die Augen Fältchen ziehen! Sonst bleibt es ein gewolltes Grinsen und hat keinen Lacheffekt.

(alle Ratschläge und Weisheiten aus Klein: Die Glücksformel)
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