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Dienstag, 26. mai 2009 2 26 /05 /2009 19:58
Jede Beschäftigung hilft gegen Trübsal. Wenn man etwas tut, wird unser Gehirn alternativ gefordert, es bleibt ihm weniger Zeit, sich mit trüben Gedanken zu beschäftigen. Am Besten tut man etwas, das Erfolgserlebnisse verspricht. Klein anfangen! Ja nicht überfordern. Mit einfachen Aufgaben beginnen wie z.B. aufräumen, den Haushalt auf Vordermann (oder Frau oder was auch immer) bringen, Einkaufen, Post oder Emails erledigen, all das, was man schon lange tun wollte. Solche Aufgaben führen garantiert zum Erfolg und sind für unser Gehirn wie ein Aufwärmtraining.

Dann und immer wieder: Sport! Sport ist ein geradezu ideales Mittel, um Trübsinn zu vertreiben. Und wirkt gleich doppelt. Einmal beschert er uns - richtig betrieben - garantiert Erfolgserlebnisse. Wenn man die Ziele nicht zu hoch steckt und wenn man ihn regelmäßig betreibt. Egal was, aber 3 x pro Woche 1/2 Std. sollte sein. Zum Anderen geschieht bei Sport was im Gehirn, hat man festgestellt. Bewegung fördert das Wachstum, sogar die Neubildung von grauen Zellen (um genau zu sein: der Neuronen). Deshalb steuert Bewegung dem Grund der Depression entgegen: dem Schwund von grauen Zellen, dem Stillstand im Gehirn. Die Wissenschaftler haben festgestellt, dass Sport, 3x/Woche, sich bei manchen Menschen genau so wirksam erweist wie das derzeit beste Medikament - und eine Psychoanalyse ersetzten kann. Von wegen Sport ist Mord, genau umgekehrt ist richtig. Und Churchill mit seiner Weisheit "no sports, just whisky an cigars" hat sich ans eigene Bein gepinkelt. Sein Leben lang hat er gegen schwerste, krankhafte Depressionen angekämpft. Sicher, die waren bestimmt auch genetisch angelegt, aber seinen Wahlspruch umgedreht angewandt hätte Erleichterung verschaffen können. Sagen die Fachleute heute.

Dann gibt es die Robinson Crusoe-Therapie. Der hat, auf seiner Insel seine Einsamkeit betrauernd, vor der drohenden Depression aufgeschrieben was sein Soll und Haben ist. Links das Übel, rechts das Gute. Und siehe da, es ergab eine Liste in beiden Spalten. Er hat deprimierende Seiten und gute Seiten seines Zustandes entdeckt. Robinson entschloss sich, die guten in den Vordergrund zu stellen. Sich für das halb volle statt das halb leere Glas zu entscheiden ist eines der wirksamsten Mittel gegen Niedergeschlagenheit überhaupt.
In der Psychologie gibt es einen modernen Namen für diese Methode: Kognitive Verhaltenstherapie. In einer 10 Millionen $ Studie über Jahre an mittel und schwer depressiven Menschen stellte man fest, dass 60% der Kranken damit geheilt wurden. Genau so viele, wie mit Tabletten. Mit Tabletten und der Methode lag der Heilungserfolg sogar noch höher. Bei der Psychotherapie dagegen liegt der Heilungserfolg bei 30%. Die Robinson-Methode ist einfach und sofort umsetzbar. Und mit der Zeit wird offenbar die Kontrolle der dunklen Gedanken zur Gewohnheit, grauen Zellen werden neu programmiert. Probiert es mal, wenn die dunklen Schatten kommen. Einfach 2 Spalten machen, links das Übel einer Sache, rechts das Gute, na ja, ich habs ja schon erklärt. Ich solls auch probieren, sagt M, damit ich seh, wie gut es mir geht. OK, machen wir.

Ich weiß, die Vorschläge sind schwierig umzusetzen wenn die dunklen Schatten über einen herfallen. Dann ist alles nach innen gerichtet, das Interesse an der Umwelt schwindet, grübeln setzt ein, um die Ursachen des Elends zu erkunden.
Wenn wir es schaffen diese Spirale des Grübeln zu durchbrechen, sich mit anderen Menschen und Dingen zu befassen, dann können wir Erleichterung erreichen. Das wünsche ich uns.

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