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Heute Morgen in einem Kommentar gehört: "Für die SPD war die Europawahl eine schallende Ohrfeige und das, weil der großmäulige Steinbrück Milliarden in marode Firmen steckt". Ist das Publikum doch nicht so dumm? Meine These, das wir Opel nicht brauchen, dass einzig auf Arbeitsplätze geschaut wird und nicht auf Inhalte, was denn da produziert wird, dass Opel - genauso wie Arcandor mit Karstadt - schon vor der Krise schlecht gewirtschaftet hatte, dass schlussendlich die Behauptung, wir bräuchte Wachstum mal überprüft werden muss (siehe: Was wäre ohne Wirtschaftswachstum? ), die These muss weiter verbreitet werden. Und wenn die Wähler die SPD ab strafen, weil sie genau das tut, Arbeitsplätze erhalten zu wollen ohne Sinn und Verstand, dann ist da Hoffnung, dass sich erste Anzeichen von Umdenken in den Köpfen einnisten. Manfred schreibt dazu in seinem Kommentar: "Noch ein Gedanke: Umsteuern muss in den Köpfen beginnen....auch in den Köpfen der kleinen Leute... ich befürchte, hier hat das süße Gift des Kapitalismus auch schon großes Unheil angerichtet...eine Abkehr von der Ideologie des momentanen Konsums hin zu einer Rückbesinnung/Neubesinnung auf lohnende Werte fällt schwer".
Er hat Recht, das Umsteuern muss in den Köpfen auch der kleinen Leute beginnen. Die Konsumgesellschaft ist zu verführerisch. Noch immer kriegen die politischen Vertreter dieses Systems die meisten Stimmen. Dass die FDP so zunimmt, ist mir unbegreiflich, befürchte, dass da der Wunsch, am Turbokapitalismus beteiligt zu werden, Privilegien zu erhaschen, geizig und gierig zu sein Vater des Gedankens ist. Auch die CDU ist nicht viel besser, nichts haben sie gelernt aus der Krise, Regelungen um die Gier einzuschränken sind nicht in Sicht. Von der SPD rede ich gar nicht. Die sind noch beknackter und wissen nicht, was sie tun. Stagnation auf Sozialdemokratisch: immer schön weiter im alten Trott. Der Wahlforscher prof. Walter zu den Gründen: "Die Sozialdemokraten waren in vielen Ländern ab Mitte der Neunzigerjahre im Aufschwung - damals mit der Neuen Mitte und rosa lackiertem Kapitalismus. Jetzt stehen sie vor dem Scherbenhaufen dieser Politik, mit der sie viele Wähler verloren haben. Sie haben ganze Bevölkerungsteile demobilisiert. Und sie haben sich selbst deartikuliert. Eine eigene sozialdemokratische Sprache und Vorstellung existiert nicht mehr".
Grün, scheint mir, ist die Hoffnung.
(Wer mehr über Karstadt/Quelle und den Ursachen des Niederganges wissen will, dem empfehl ich einen Artikel der sicher nicht als Systemkritisch verschrieenen Wirtschaftswoche: Die Todsünden von Arcandor)