Gebrauchsanweisung
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Ein halbmondförmiger Strand auf einer
Insel im Südosten des Archipels, der Sand umgeben mit Büschen, auf dem Steindamm am Strandende der Seelöwen-Macho, seine im Wasser und auf dem Sand sich vergnügende Familie beobachtend. Ich lag
im Schatten oberhalb, sah dem Treiben zu, da knackt es im Busch nebenan, ein junger Seelöwe kommt heraus und robbt in meine Richtung, will sich an mich kuscheln. Gedenk des fremden, menschlichen
Geruches, den seine Mutter ablehnen könnte, versuchte ich ihm auszuweichen, doch er blieb hartnäckig auf meiner Spur. Ein Pfiff, ein Ruf, der Vater meldet sich, seine Mutter am Strand dreht sich
um, gibt Signal, der Kleine lässt von mir ab, robbt schnurstracks zum Strand, beide gleiten ins Wasser, der Vater gesellt sich dazu, sie schwimmen in Formation und eleganten Halbkreisen in
der Bucht herum. Mir scheint, die Drei machen einen Ausflug.
Tauchen mit Seelöwen ist grandios -
solange der Macho nicht in der Nähe ist. Besonders die Jungen sind verspielte, elegante, wendige schnelle Unterwasserschwimmer, sie flitzen um einen herum, verlangsamen auch, schauen
interessiert, wer da zusammen mit ihnen im Wasser ist. Ein ganz neugieriger nähert sich vorsichtig und stipst seine Schnauze an meine Brille. Er hat mir zugezwinkert, da bin ich sicher. Ihre
Bewegungen erinnern mich an blitzschnell Form und Richtung verändernde Halbmonde, manchmal legen sie sich auf den Boden, schauen zu, was um sie herum passiert. Ich zeig euch was, sagte der Führer
und warf einen Tischtennisball ins Wasser. Sie hielten den Ball in Bewegung, stupsten ihn hoch, der nächste fing ihn auf, warf den Kopf zur Seite, gab den Ball weiter, selten landete er auf der
Wasseroberfläche. Die Seelöwenjungen hatten großen und lang anhaltenden Spaß.
Am besten gefallen haben mir die
Pinguine, die kleinen Oberkellner. Schwimmen und tauchen können sie ganz gut, auch wenn ihr gepolsterter kleiner Körper etwas plump aussieht. Unschlagbar sind sie bei ihren Kopfsprüngen ins
Wasser. Sie klettern hintereinander auf einen Felsen, stellen sich in Reihe, einer nach dem anderen watschelt zum Rand und spring, schwups, kopfüber in die Fluten. Dann kommen sie wieder heraus,
schütteln das Wasser aus und stellen sich für den nächsten Sprung hintan.
Weit ragt die Landzunge von Bartolomé ins
Wasser, fast die Nachbarinsel berührend. Der Felsendom an der vorderen Bucht ist beliebt als Fotoobjekt, hoch ragt der spitz zulaufende Kegel, halb im Wasser stehend, durchlöchert an einen
Schweizer Käse erinnernd. Ein seltenes Naturphänomen. Bis der Führer erklärt, die Löcher sind Einschläge von Übungsschüssen aus Flugzeugen. Die Galápagos-Inseln waren im WK II Bastion der
Amerikaner als Vorposten gegen befürchtete japanische Invasionen. Nach dem Krieg haben sie ihr Kriegsgerät einfach über die Klippen ins Wasser geschoben. Da liegen sie nun, die Panzer,
Fahrzeuge, Kanonen, kaum noch zu erkennen, die Natur hat bizarre Monster daraus gemacht.
Nach der Ausrufung als Nationalpark und der Gründung der Charles-Darwin-Forschungsstation gerieten die Inseln immer mehr in den Blickpunkt von Tourismus und Fischerei-Wirtschaft. Die Inseln haben sich mittlerweile von einem Traumziel für Biologen zu einem boomenden Wirtschaftsraum entwickelt, in dem ökonomische Interessen ökologischen entgegenstehen. Die Inselwelt der Galápagos bietet ein einmaliges Erlebnis der nur hier vorkommenden Tier- und Pflanzenarten, sodass mittlerweile ca. 80.000 Touristen jährlich (2003) das Archipel besuchen - 60 000 mehr, als noch 1985 - bei unserem ersten Besuch - die Darwin Station für ökologisch verträglich hielt. Der große Fischreichtum führt immer wieder zu Konflikten zwischen Fischern und Naturschützern. Mittlerweile gehen trotz erhöhter Fangquoten die Bestände zurück, ein Indiz des Überfischens. Im Juni 2007 setzte die UNESCO die Inseln auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes. Ecuador hat die Notbremse gezogen und den Schutz erhöht. Das hoffe ich sehr.
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