Saturday, 12. september 2009
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10:45
Max ist ein Schnüffelhund und ein
Grabhund. Er schnüffelt und schnüffelt laut und vernehmlich über die Wiese, rennt plötzlich um eine Stelle herum mit aufgestelltem Schwanz, wird aufgeregter und aufgeregter und fängt an zu graben.
Die Fetzen Gras fliegen nur so durch die Gegend, mit seinem Maul reist er Brocken aus dem Boden, schmeisst sie hinter sich, schnüffelt wild im Loch herum, gräbt wieder, wird immer wilder, das Loch
wird tiefer, sein Bart brauner, der Kopf verschwindet und Max ist nicht mehr ansprechbar. Manchmal denk ich, er kommt an Kohle. Was auch immer da drin ist, er will es haben, hat es noch nie
gekriegt, versucht es immer wieder aufs Neue.
Auf unserem täglichen Spazierweg hat er ein Loch, da strollt er zielstrebig drauf zu, gräbt jedesmal weiter, tiefer, ich hab schon Angst, der Trecker vom Wiesenbesitzer fällt da mal rein. Zumeist
hat er uns im Auge, schaut ab und an hoch, sind wir noch zu sehen, ja, weiter geht's. M hat herausgefunden, dass er hinter ihr her kommt, wenn sie nicht mehr sichtbar ist. Bei mir kommt er, wenn
ich auf den Fingern pfeife. Heute nicht. Max war an seinem Loch halb drin, die Erde flog nur so um ihn herum, er hatte alles vergessen, grub verzweifelt nach Etwas, was nur er ahnt. Ich verschwand
im Wäldchen hinter einer Biegung, er kam nicht. Ich pfiff, er kam nicht, pfiff gellender, kein Max. Er war in seinem Loch vertieft und wollte davon nicht lassen. Bis fast zu ihm musste ich zurück,
da hat er wohl gemerkt, der Kerl da ist sauer, stocksauer. Mit eingeklemmtem Schwanz trabte er langsam auf den schimpfenden Menschen zu, der wohl sein temporäres Herrchen war aber nur so lange er
wollte. Max mag nicht ausgeschimpft werden. Dann dreht er sich halb um, schaut zurück, ist da jemand, dem das Schimpfen gelten kann? Und doch muss er was gemerkt haben. Den ganzen langen Weg weiter
blieb er bei mir, nur kurz gestattete er sich, ab und an am Wegesrand zu schnüffeln und seine Markierung zu hinterlassen. Braver Hund. Lange konnte ich ihm nicht sauer sein. Jetzt liegt er wieder
vor meiner Tür und bewacht mich.
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