Artikel teilen! (48) Urlaub in Rio (1998) Teil III: Faulheit im Cariocaland: Als Gott die Welt erschuf, muss er etwas ...
Andere Welten oder: vom Leben in Chile, Ecuador, Brasilien, Kolumbien, Tansania, Mosambik und immer wieder Deutschland
Hier gehts zurück zum Anfang: -------------->Erste
Seite
Als Gott die Welt erschuf, muss er etwas Besonderes im Sinn gehabt haben. Einen Ort, an dem es sich wohlig sein lässt. Einen Ort, mit einer Temperatur, die seidig der Haut schmeichelt, die dazu verleitet, sich auf dem Bett zu räkeln und nichts zu tun. Nur zu faulenzen um danach zu feiern. Rio de Janeiro hat er sich ausgesucht und wir dankten es ihm. Geschlafen wie nie zuvor, die Augen aufgemacht, das Licht vom Strand gesehen, an den Strand gewandert – und weitergedöst, während im Hintergrund die Wellen im Duett mit den Verkäufern ihr Schlummerlied sangen. Und das Gemurmel und leise Lachen der schönen Gestalten um einen herum drang langsam nur noch fern an unser Ohr. Und Abends auf die Jück.
Feiern
Kommt, sagte Anita, das müssen wir feiern. Ihr wieder in Eurer Heimat. Warum, ach warum seid ihr fort gegangen. Reinhold, berede Deinen Kollegen, er soll doch nach Bogota gehen und ihr kommt zu uns zurück – ach wär das schön. Und dann sagte sie den Satz, den die Cariocas lieben: nun lasst uns einen trinken und lasst uns feiern, dass ihr wieder hier seid. Estao na sua casa, ihr seid in eurem Haus..
Abschied
Dann war er da, der Abschied. Natürlich wurde er tagelang gefeiert, darauf bestanden die Freunde. Doch dann war es Freitag Nacht und Samstag Morgen, die Sonne ging
auf und das Telefon klingelte: Senhor Reinhold, 5:15. Und der nette Taxifahrer brachte uns zum Flughafen und Avianca hatte keine Verspätung und die Leute im Flugzeug sprachen wieder spanisch und
es wurde kalt. Die Klimaanlage lief auf Hochtouren. Und dann kam Bogota und wir brauchten keine Klimaanlage mehr und dann stand da Juan Carlos und freute sich, dass er uns abholen konnte und wir
freuten uns wenig, dass er uns abholte. Und dann waren wir in der Wohnung und packten schweigend den Koffer ausund schüttelten den Sand und die Sonne aus den Kleidern. Und uns war kalt. (M:
Und wir brauchten ein heißes Bad und ein Heizöfchen.)
Aber in unserem Herzen war die Sonne aus dem
schönen Land und der wunderbaren Stadt und all den freundlichen Menschen. Wir hatten zu danken.