Artikel teilen! (49) Kolumbien im Tagebuch VII: Februar 1999 Selten noch unsere Feste, die ausschweifenden. Dann kamen sie, die Freunde und ...
Andere Welten oder: vom Leben in Chile, Ecuador, Brasilien, Kolumbien, Tansania, Mosambik und immer wieder Deutschland
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Februar 1999
Selten noch unsere Feste, die ausschweifenden. Dann kamen sie, die Freunde und Kollegen.
In der Küche gab es zu essen,
beliebter Treffpunkt und Ort zum Quatschen, meist gab es mexikanisch, Chili con Carne in zwei Töpfen, eine weniger scharf weil Kolumbianer behaupteten, sie könnten scharf nicht vertragen, eine
recht scharf nach meinem Geschmack, zum Schluss waren immer beide Töpfe leer und alle stöhnte. Dann wurde getanzt im leeren Esszimmer, von Juan Carlos dekoriert mit unter Mühe aufgeblasenen
Luftballons die überall rum hingen. Und in Wohnzimmer saßen sie auf Stühlen, Boden, Truhen, lagen in der Hängematte und manchmal schlief Doralina, die immer müde Mutter zweier kleiner
Kinder.
Oft brachten sie Musikinstrumente mit, dann wurden
Lieder geschmettert, das waren Höhepunkte. Einmal waren M´s Schüler da, hatten die Bewilligung zum länger Feiern. Die Eltern kamen um ihre Kinder abzuholen, reihten sich ein, tanzten, feierten
mit und blieben lange zur Freude ihrer Kinder. Alte und junge Leute haben dieselben Tänze. Wir warnten jedes Mal die Nachbarn, die sagten OK, kann uns auch passieren. Einmal drohte es sehr spät
und laut zu werden. Ich bring denen unten eine Flasche Schnaps, sagte M, stöckelte davon, die Treppe hinunter, ich höre ein Klirren, ein Schrei, da lag sie. Gott sei Dank war nur die Flasche
kaputt. Die Nachbarn haben sich bedankt für den guten Willen und kriegten eine neue. Das alles gab es nur noch selten.
Email an die Kinder: 26.2.98 Sonnenfinsternis
Heute war Sonnenfinsternis. Um Mittag hat sich der Mond langsam. langsam vor die Sonne geschoben und die Erde verdunkelt. Es wurde grau, trüb, unwirklich, unheimlich. Dann hören die Vögel auf zu zwitschern, die Hunde verkriechen sich und die Erde wird still. Erst nach einer Weile schleicht die Sonnensichel langsam hinter dem Mond hervor, heller und heller wird’s und dankbar begrüßen Mensch, Tier und Pflanze unsere Licht- und Lebensspenderin die da erst mal Halbsonne und dann Dreiviertelsonne wird und dann ist sie wieder da.
Die Wayú-Indianer glauben schon sehr lange, dass der Mond die Sonne frisst. Auch heute hatten sie Angst, es könnte passieren. Vor 1000 Jahren, so die Sage, hat sich die Sonne 8 Tage lang hinter dem Mond versteckt. Als die Dämmerung begann, sind die Wolken auf die Erde gesunken und die Pflanzen, die sie berührten, wurden nackt. Dann kamen andere Wolken und mit ihnen fremde Tiere, die sie Mariapalitas nannten, es waren aber Langusten. Sie haben alle Pflanzen abgefressen, die sie finden konnten. Die Ziegen und alle andern Tiere waren ohne Futter. Und die Wasserstellen trockneten aus. Die Großmütter und alle alten Leute haben geweint und zu Gott Mareygua gebetet, er solle ihnen vergeben wenn sie etwas Schlechtes getan hätten. Deshalb haben die Wayú-Indianer Angst vor der Sonnenfinsternis. Und heute hatten sie besondere Angst, weil die Wasser ausgetrocknet sind und die Tiere nichts zu trinken und zu fressen haben. Aber sie haben auch ein Gegenmittel gefunden um den schlechten Geistern zu entgehen, die den Sonnenglanz nehmen. Menschen und Tiere schließen sich ein in dunklen Räumen, denn wer draußen bleibt, der verirrt sich und kommt nicht mehr zurück. Und sie haben sich ausgerüstet, um Lärm zu machen. Mit Kochtöpfen, Blechschüsseln, Holzknüppeln und Äxten, mit Revolvern und Gewehren haben sie Krach gemacht in dem Glauben, dass sie damit die bösen Geister vertreiben und die Sonne mit ihrem Glanz zurückkommen wird. Es hat anscheinend geholfen. Oder?
Dann kamen sie, die Emails die mein Herz erfreuten
Date: Wed, 18 Mar 1998 16:04:07 EST
Subject: ALLES GUTE!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
LIEBER REINHOLD!ICH WÜNSCHE DIRALLES
GUTE ZUM20 sten GEBURTSTAG !!!
Bleib so wie du bist denn perfekter kann man nicht sein !!!!!!
SCHREIBST DU MIR WAS DU GEKRIEGT HAST?
UND JETZT NOCH
E1NE KLEINE MATHE AUFGABE!NETT+ NETT MAL WITZIG GETEILT DURCH DER BESTE ONKEL DER WELT IST
GLEICH...................................REINHOLD
!!!!P.S BEI DEINER EINKAUFSLISTE HABE ICH EINEN LACH KRAMF GEKRIEGT !!!!
DEINEDICHGANZDOLLLIEBHABENDE KATHI !!!!
och wie süss !
Die Beschreibung der Sonnenfinsternis ist wahnsinn. Super, da konnte ich mich gleich wieder zurück versetzen.
Die Armen Indianer, das muss ja schrecklich sein für die. Aber zum Glück erleben sie es nicht so oft
..Hoffen wir mal
das die Sonne mal länger als nen paar lächerliche Tage da bleibt.
Schönen Sonntag
Lg Bianca
Eine schöen Woche wünsche ich dir
Bis dann RE