Artikel teilen! (51) Erfurt (2000-2003) Leben unterm Dach juchhe - Wochende Hommertshausen: Wochenendes fuhren wir oft nach Hommertshausen, wohnte ...
Andere Welten oder: vom Leben in Chile, Ecuador, Brasilien, Kolumbien, Tansania, Mosambik und immer wieder Deutschland
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Wochenendes fuhren wir oft nach Hommertshausen,
wohnten in unserem (fast) leeren Haus - Marga hatte ein paar Möbel vom Sperrmüll ins Wohnzimmer gestellt - es war rustikal schön, wir
schliefen auf dem Boden,
Sogar im Garten begann ich mit zu arbeiten, fiel schwer, die Erinnerung blieb frisch, wie ich damit gepiesackt worden war als Kind. Es war
schon eine Ironie in den Zufällen: genau dort, wo Opas Baumschule gewesen, lag nun unser Garten. Ein bisschen anders als vordem, in Terrassen sich zum Haus erhebend mit vielen Büschen und Bäumen,
ein wenig nur zum Nutzen. Nun war er da, er brauchte Hilfe, ich überwand mich und half. Eine Stunde pro Tag machten wir aus. Mit Bruder Klaus und Marga, die zusammen mit Mutter 50 m über uns
wohnen, verstanden wir uns gut, mit den nun schon erwachsenen Kindern sowieso, die unser Haus als Streichholzschächtelchen bezeichneten, es für Partys ausgiebig genutzt hatten.
Klein war das Holzhäuschen vor den
neuen großen meines Bruders und seiner Kollegen hoch den Hang hinauf, sogar vor den ehemals einfachen Flüchtlingshäuschen an der Hardtbergstraße, vergrößert durch fleißige Kinder und Enkel,
unsere Nachbarn. Es war Usus geworden im Dorf, Paläste zu bauen, sie kamen uns jedenfalls so vor nach all den verkümmerten Wohnverhältnissen derselben Gesellschaftsklasse in Lateinamerika. Wie
reich war unser Deutschland! Sogar Garagen hatten größere Dimensionen, waren komfortabler und massiver gebaut als die Häusern der Mehrheit in den armen Ländern. Nur Reiche hatten Paläste.