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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

(56) Tansania - Die Ankunft (von M)

24. September 2010 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Von einem der auszog: Afrika

Der Flug zu den Emirates führte über das Schwarze Meer, Anatolien, den Irak und den Iran. Auf dem Flughafen in Dubai hatten wir den Eindruck, in einer riesigen Shopping Mall gelandet zu sein. Glitzernde Läden mit internationalen Luxusprodukten, aber auch typisch arabische Waren wie Wasserpfeifen, Kaftane, Dolche und Schwerter, Ledersitzkissen, Felle und Gewürze wollte ich mir näher ansehen, aber ich wurde im Gedränge weiter geschoben. Verschleierte Frauen kauften Goldschmuck nach Gewicht, Männer in langen weißen Hemden und mit Turbanen oder Tüchern auf dem Kopf und Laptops in den Umhängetaschen führten ihre diversen Frauen und kinderreichen Familien durch die Menge und kauften ihnen Kuchen und Cola, Geschäftsleute im formellen Anzug oder Kostüm, sonnenverbrannte Touristen mit nackten Oberschenkeln und Bäuchen- viele von ihnen hätten mit langem Hemd und Schleier sicherlich auch besser ausgesehen- waren auf der Suche nach Schnäppchen und R besorgte sich seinen Pfeifentabak auf Vorrat. Ich beobachtete und staunte und die Wartezeit bis zum Anschlussflug verging.

Auf dem Weiterflug sahen wir die graugelbe Arabische Halbinsel und das türkisfarbene Meer am  Horn von Afrika. In Nairobi ein weiterer kurzer Aufenthalt und von hier war es nur noch eine Stunde. Zuerst aber flogen wir am Kilimanjaro vorbei und damit ihn alle einmal sehen konnten,  drehte der Pilot eine Ehrenrunde über dem schneebedeckten Bergmassiv mit seinen vielen kleinen Kratern, bevor er langsam sank und zur Landung in Dar es Salaam ansetzte. Sansibar war unter uns zu sehen und der hellblaue Indische Ozean, in dem von oben die Korallenriffs und kleine weiße Inseln wie Boote wirkten. Dar-es-Salaam---16.jpgDie Gegend um Dar es Salaam erschien sehr flach und grün, ein langer weißer Strand war zu erkennen und weit verstreute Siedlungen aus kleinen Häusern und Hütten mit Blech- oder Palmdächern, winzige Felder und Gärten drum herum, viele Pfade und ungeteerte Wege, rotgelbe Erde, dann einige wenige breite Straßen und mehrgeschossige Bauten, ein paar Hochhäuser in der Nähe des Hafens, wir legten uns in die letzte Kurve und setzten auf.  Aufregend war das:  dies war der Mittelpunkt unseres Lebens für die kommenden Jahre. Wir hielten uns schwitzend an den Händen und freuten uns, von oben war es wunderschön.

Beim Aussteigen überwältigte uns die feuchte Hitze und im Gedränge bei der Passkontrolle hatten wir Atembeschwerden und unsere Kleidung klebte. Den Anderen ging es auch nicht besser, wenn man jemanden aus Versehen berührte, war er genauso nass verschwitzt wie wir. Es roch nach Schweiß. Wie das die schwarz verschleierten Frauen aushielten, die, unter ihrem Schleier noch Jeans oder Kleider trugen? Wir bekamen ein Touristenvisum für drei Monate, unser Gepäck war da und draußen stand schon der kräftig gebaute gütig aussehende Bürobote und Chauffeur Shamte, der uns mit einem großen Namensschild erwartete und perfekt Englisch sprach. Der Dienstwagen war ein vierradgetriebenen kräftigen Jeep mit dem Lenkrad rechts, Tansania hatte Linksverkehr. Die Fahrt ging über eine autobahnähnliche Zufahrtsstraße, vorbei an Werkstätten und Produktionshallen, davor wackelige Verkaufsstände - das alles erinnerte noch an Lateinamerika, nur die Menschen waren dunkler - führte am Zentrum vorbei mit Repräsentativbauten,  älteren Häusern aus der Kolonialzeit und einem indisch aussehenden Viertel um im Norden der Stadt,  auf der Halbinsel, in einen Weg aus rotem Lehm mit tiefen Wasserlöchern über zu gehen. Wir holperten und schaukelten durch eine luxuriöse Wohngegend,  an hohen Mauern und Zäunen vorbei hinter denen große Grundstücke und Villen zu erkennen waren, zur Residenz des scheidenden Direktors und Vorgängers von R und seiner brasilianischen Ehefrau, wo wir eingeladen waren, die ersten Tage zu verbringen.

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