Artikel teilen! (64) TAN 2003: Safari II: Lieber Bruder, Affen haben wir gesehen, ganze Horden. Ein Junges saß wi ...
Andere Welten oder: vom Leben in Chile, Ecuador, Brasilien, Kolumbien, Tansania, Mosambik und immer wieder Deutschland
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Lieber Bruder,
Affen haben wir gesehen, ganze Horden. Ein Junges saß wie ein Reiter auf dem Hinterteil seiner Mutter, und die ging brav auf allen Vieren. Bis es
runter purzelte. Und die Jungen wurden hin und wieder mit einem Ziehen am Schwanz oder einer Ohrfeige erzogen.
Der Waran war groß wie ein Krokodil und wenn er lief, hob er seinen Körper weit hoch wie ein Auto mit Hydraulik und rannte so schnell, dass
ihm kein Beutetier entkommen konnte.
Die Vorstellung, dass wir
dort an der Wasserstelle, wo er jetzt war, noch kurz vorher gesessen und unsere Proviantpackungen verzehrt hatten, schüchterte uns noch mehr ein. Nie wieder!.......
Ich bin den ganzen Tag durch Gestrüpp gefahren. Wir waren sechs Personen. Mit den Sitzen im Kofferraum des großen Jeeps, die man runter klappen kann und die ganz bequem sind, ging das prima. Ich war müde zum Schluss. Oft war die Piste ungemütlich. Im Park gibt es mehrere Wasserstellen, die haben wir angefahren. Aber auch in der Savanne oder unter den Bäumen oder im Unterholz oder im Flusslauf ohne Wasser, überall tauchten plötzlich Tiere auf. Irgend jemand rief „halt, stopp“ „Wo?“, „na da!“. Und dann waren sie da und ich habe den Wagen ganz langsam näher gefahren und manchmal standen wir direkt neben ihnen. Sie haben uns ebenfalls interessiert angestarrt. Einmal hab ich doch lieber Gas gegeben, die Büffel sahen so grantig aus!
Warzenschweine, Klaus, die wären was für dich (weißt du noch, in Ecuador die wild herumlaufenden Hausschweine, deine
Lieblinge?). Warzenschweine sind lustig wenn sie laufen. Dann steht das lange, dünne Schwänzchen mit Haarbusch am Ende in die Luft wie die Antennen, die hinten am Kinderfahrrad montiert sind und
einen Wimpel tragen. Von vorne sehen sie nicht so lustig aus. Sie knien mit den Vorderläufen beim Graben.
Dieser Jeep, der macht was mit! Ich hatte nur die kleine Vier-Rad-Übersetzung drin. Und doch klettert er aus Schluchten, da siehst du nur noch die Haube. Die Damen hatten manchmal Angst. Wir Männer kennen das Gefühl ja nicht. Mir ist aufgefallen, dass so ziemlich jeder Mann glaubt, er wäre der beste Fahrer im Gelände. Dabei geht das gar nicht. Der Beste bin ja schon ich!
Die Sonne geht hinten, am Ende der Ebene, langsam unter. Die Bäume und das Gras sind in ein weiches gold-braunes Licht getaucht. Der Wind bewegt das Gras. Die Vögel werden laut mit eigenartigen Geräuschen und ganz hinten verschwindet in einer Staubwolke die Büffelherde. Die Tiere haben sich aufgemacht. Sie sind jetzt am Wasserloch. Da könntest du sie treffen, Bruderherz.
Einmal waren wir in der Trockenzeit in einem Hotel mit Blick auf das Wasserloch, da haben sich alle Tiere nach Arten aufgestellt wie an der Bushaltestelle und brav gewartet, bis sie an der Reihe waren. Sogar die Löwen.
Ich wollte noch aufschreiben, was wir auf einer Safari im Ruaha Nationalpark neulich gesehen haben. Abgesehen natürlich von den „normalen“ Tieren, die
unsereins in Afrika täglich sieht wie da sind: Elefanten, Zebras, Gnus, Geier, Störche, Gibbons, Löwen, Leoparden,
Nilpferde,
Giraffen, Krokodile, Boa u.a.
Hier die Aufzählung. Für die Richtigkeit kann ich keine Garantie geben, können Hörfehler vom Guide zu mir drin sein: Blue monkey (blauer Affe), Bee eater (Bienenfresser-Vogel), White backed Vulture (weiß-Rücken Geier), Marabus (die Totengräber), Warzenschweine, Impalas (Schwarzfersenantilope), Fork tailed Drongo (Gabelschwanz Drongo, ein schwarzer Vogel) und Square tailed Drongos (Karo-Schwanz Drongo), Mungo, Southern Ground Hornbill (Geierart, latscht am liebsten auf dem Boden rum – und so was will ein Geier sein!), Blow Birds (noch´n Vogel), Lilac Breasted Roller (gehört zu der Vogelart der Roller), Yellow Baboon (gelber Baboon-Affe), Pavian, Common Waterback (weiß ich nicht mehr), White crown blower (oder blover), Kingfisher, Blue Eard Starling und dann das Nest des Klamerkop mit bis zu 400 Kg schwer und drei Stockwerken inklusive Wohnzimmer, ausgestattet mit kleinen Schmuckstücken, die der Vogel gefunden hat. Ehrlich! Und unten hat er ein Klo das mit einem Röhrchen ins Freie führt.
So, das waren die Tierchen, die ich mit Euch teilen wollte. Ach ja, dann noch den weißen Baum, die Stakulia Pentekulata. Die Rinde ist so
glatt, dass ein Affe kaum rauf kommt. Und deshalb bauen die Vögel gern ihre Nester auf ihm.
Wir warten darauf, dass ihr kommt.
Dein Bruder R