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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

(71) TANSANIA 2004 Im Parlament Teil 2

11. Dezember 2010 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Von einem der auszog: Afrika

Nach dem Parlamentsbesuch (71) TANSANIA 2004 Im Parlament geht es weiter mit Gesprächsterminen

 

Akukweti im Büro FES mit ReinholdDer Beginn einer wunderbaren Freundschaft. „Honorable“ Akukweti hatte ich in D´Salaam kontaktiert, er kam in mein Büro, zog seine Jacke aus, wir fanden uns sympathisch. Prompt musste ich im Parlament erst zu ihm. Er ist der Vertreter des Parlamentspräsidenten, darf ab und an die Sitzungen leiten. Bestimmend aber ist der alte Herr, der hier Speaker, Sprecher heißt. Er bittet mich, ihm nichts über unsere Vereinbarung zu sagen (seiner Teilnahme am Wirtschaftspolitischen Arbeitskreis), ihn selbst entscheiden zu lassen. (Er hat dann auch selbst in unserem Sinne entschieden). Um 11.30 der Verwaltungschef des Parlaments, sehr nett, sehr angetan von der FES (warum, frage ich? Auf Euch kann man sich verlassen). Der Speaker zieht den Termin vor, ganz gut. Würdiger Herr, gewohnt zu bestimmen. Großes Büro (warum müssen Büros von wichtigen Leuten immer eisig kalt sein?). Er findet den Brief, den ich ihm geschrieben habe sofort und hat auch Ideen, was wir machen könnten. Ich hab die auch. Nach dem Gespräch haben wir ein schönes Programm zusammen. Der Arbeitskreis junger Parlamentarier hat sich angekündigt. Sie haben 50 Mitglieder, ein Statut und einen Vorsitzenden. Zuerst ein Vortreffen in der Parlamentskantine. Dann eine Einladung zum Mittagessen. Die jungen Parlamentarier reden sich mit ihren Titeln an: "Herr Vorsitzender, darf ich mal was sagen", Honorable  hier, Honorable da. Das Essen kommt nicht, die jungen Parlamentarier wollen von uns wissen, was sie im Parlament tun können. Wir vereinbaren ein Arbeitstreffen. (Trotz mehrere Treffen später haben wir nie etwas mit ihnen machen können, ihnen reichte offenbar ihren Honorablen-Rolle).

Downtown_dodoma.jpgFür den späteren Nachmittag dann noch der Besuch im Planungsbüro von Dodoma mitsamt Stadtbesichtigung der großzügig gedachten Wohnanlagen und Ministerien, die kaum genutzt werden. Stattdessen haben sich tausende wild angesiedelt, Elendsquartiere entstanden, machen den Planeren große Sorgen. Und abends die private Einladung des Permanent Secretary (warum "permanent" kriege ich nicht raus). In seinem kleinen Haus ein großes Wohnzimmer, an den Wänden entlang Sofas und Sessel, da sitzen wir nun und schweigen zumeist, Gespräche sind schwer zu führen bei den Abständen. Erst beim Abendessen wird es besser. Sie wundern sich über meinen Hunger, es hatte ja mittags nichts gegeben.

Das geplante Fernseh- und Rundfunk-Interview habe ich abgesagt, das war mir zu viel. Es wundert mich immer, wie wenig Input nötig ist um so viel Anerkennung zu erzeugen.

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Katharina vom Tanneneck 12/16/2010 14:55



Konzernmanager und Möchtegernmanager haben da wohl die gleichen Vorlieben. Und natürlich auch Politiker! Allerdings gibt es auch ganz wenig Ausnahmen. Das sind dann noch Menschen, die auf
dem Teppich geblieben sind und selbst zupacken.


Schönen Tag noch und liebe Grüße, Katharina 


 



R.Einloft 12/18/2010 10:41



Ja, in der Tat, Abheben von der Wirklichkeit ist auf der Ebene eine große Gefahr. Nur selten findet man unter diesen hochrangigen seien sie Politiker oder Manager Menschen die noch wissen, für
wen sie was tun sollten.


Ein schönes Wochenende wünsche ich. Hier viel und wunderbarer leichter Schnee. Traumhaft


Liebe Grüße RE



Katharina vom Tanneneck 12/13/2010 00:05



Permanent Secretary? Ich würde sagen, er ist das permanent, also immer, auf Lebenszeit oder vielleicht bis zur Entlassung?!


Büros wichtiger Leute sind so eisig kalt weil sie delegieren und selbst, naja sagen wir mal, wenig Bürokram erledigen. Damit habe ich mich im Laufe meiner Berufsjahre lange beschäftigt und kam zu
dieser Einsicht. Bisher hat mir keiner das Gegenteil bewiesen.


Guten Start in die neue Woche und liebe Grüße, Katharina  



R.Einloft 12/16/2010 11:55



Ist ja ein Ding! Ich hatte dir geantwortet und jetzt ist es weg. Das mit der Kälte hat sicher damit zu tun, dass sie nicht den ganzen Tag darin arbeiten müssen. Mein anderer Eindruck war, sie
geben an, was sie sich leisten können. Auf die Kälte runterzukühlen bei hohen Außentemperaturen kostet.


Wo bist du mit diesem Phänomen in Kontakt gekommen?


Bestens RE