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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

(73) TANSANIA 2004: Arusha & Momela Logde II

14. Januar 2011 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Von einem der auszog: Afrika

Tanzania-Lodge-Arusha.jpgIn einer wunderschönen Lodge außerhalb von Arusha haben wir übernachtet. R sucht einen Ort für die Regionalkonferenz im Dezember. Ein riesengroßes parkähnliches Gelände mit alten Bäumen an einem Fluss, ein paar gemütliche Cottages und zwei Gemeinschaftshütten als Versammlungsraum und Restaurant. Vor unserer Hütte stand eine breite Couch, auf der wir dem Rauschen des Wassers lauschten, den Affen auf den Bäumen zusahen und lasen. Das Essen, vorher der Sundowner am brennenden Kaminfeuer, alles perfekt. Der Preis allerdings auch (für uns zwei 150,-Euro).

TAN Arusha NP & Momella - 13Am nächsten Abend Momela-Lodge (Drehort des Films „Hatari“ mit John Wayne, Elsa Martinelli und Hardy Krüger). Wir fuhren um 14 Uhr in Arusha los und hofften, gegen halb vier in der Lodge zu sein.

 

 

 

TAN Arusha NP & MomellaMan hatte Khalid (R.s 2. Fahrer) gesagt, die Straße sei in einem prima Zustand. Aber leider hatten wir diesmal nur den VW, niedrig, ohne Vierradantrieb, und der schrammte schon bei der kleinsten Fahrrinne über die Steine. Ich dachte bei jedem Rumpeln an die Ölwanne und den Auspuff. Manchmal stiegen wir aus, damit der Wagen nicht so tief lag, ab und an räumten wir dicke Steine aus dem Weg und schließlich wurden wir ständig von unserer eigenen Staubwolke überholt und konnten nichts mehr sehen. Bei Einbruch der Dunkelheit kamen wir an.

Die Lodge, weit verstreute Hütten an der Flanke des Mount Meru, liegt über 2000 m hoch. Den Kilimandjaro sieht man bei klarem Wetter im Osten, der Krater des Meru liegt offen über uns, durch eine enorme Vulkaneruption aus der Wand des Berges herausgesprengt, der mal höher war als der Kilimandjaro.

Kurz vor der Einfahrt standen ein paar Giraffen zur Begrüßung am Weg, ein Nilpferd-Tümpel ist etwa 300 m entfernt und während ich vor der Hütte schrieb, heulte eine Hyäne. Es hörte sich ziemlich nah an. Da nichts eingezäunt war, vor der Hütte gleich die Wildnis mit ihren beängstigenden und undefinierbaren Geräuschen begann, war es mir ein bisschen unheimlich, denn wir mussten zur TAN-Momella-Hardy-Kruger-Bar.jpg„Hardy-Krüger-Bar“ und zum „John-Wayne-Restaurant“ etwa 200 m laufen. Strom gab es nur von halb sieben bis zehn Uhr abends.

Die Bedienung in der Lodge und das Essen waren typisch tansanisch. Ich hatte eine vegetarische Platte bestellt mit der Vorstellung von Gemüse. Was kam war Reis, Fladenbrot, frittierte und gekochte Kartoffeln und ein kleines Löffelchen Erbsen und Möhren.

Und zum Frühstück wollte ich ein gekochtes Ei, vier Minuten. Es kamen vier steinhart gekochte Eier. Dafür war es spottbillig.

26.08. Gestern hatten wir für die 37 km von der Hauptstraße zur Lodge drei Stunden gebraucht, heute fuhren wir durch den „Arusha-National-Park“ in anderthalb Stunden zurück. Allerdings mussten wir pro Person 25,- Dollar Park-Eintritt bezahlen. Tanzania Arusha NPDafür sprang uns eine Giraffe fast aufs Auto, die auf einmal in hohem Tempo aus dem Gebüsch kam.

Wir sahen uns noch zwei weitere Hotels an, eins am Lake Manyara, traumhaft gelegen, es gehört der Aga-Khan-Stiftung und ein riesenhaftes Golf- und Konferenzzentrum in der Nähe von Arusha. Beide kosten zehnmal so viel wie die Momela-Lodge. Ich habe mich als Assistentin von R ausgegeben, den Manager verlangt, ihm erklärt, wir planten ein Seminar und jedes Mal wurden wir äußerst zuvorkommend behandelt, herum geführt, zu Drinks eingeladen. Trotzdem wissen wir immer noch nicht, welches wir nehmen sollen. Entweder sind sie zu schön und teuer oder zu schlecht.

31.08. Wir sind wieder in Dar es Salaam und ich kuriere meine Grippe aus. Es war einfach zu kalt da oben im Norden. R ist müde, aber sein Referatsleiter aus der Zentrale ist mit Familie zum Urlaub hier, und so kümmert er sich eben um sie, nett wie er ist. Vielleicht kann er in den nächsten Tagen mal ein bisschen frei machen.

 

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Katharina vom Tanneneck 01/15/2011 01:55



Die Lodge bei Arusha sieht aber hübsch aus. Na ja, war wohl auch ein stolzer Preis! Die Strassen war für die Verhältnisse sicher ganz gut aber ein Geländewagen wäre wohl besser gewesen.
Toll, wie Ihr mit allem so zurecht gekommen seid!


Ich wünsche ein schönes Wochenende. Hier bei uns nieselt es und die Temperaturen sind gestiegen. Der Schnee ist fast weg aber dafür war es heute den ganzen Tag neblig.


Liebe Grüße, Katharina  



R.Einloft 01/15/2011 12:56



In der Tat, da hätten wir den Jeep gebraucht, doch der war in Dar es Salaam, Shamte hatte ihn nach der Südtour dorthin zurückgefahren (wir mussten fliegen, sonst wären wir nicht nach Arusha
gekommen). Unterwegs auf der Straße war ich  dran, Hilfe anzufordern. Doch das Handy hatte keine Verbindung. Und wie das immer so ist, irgendwie hat es doch geklappt. 


Tja, bei uns ist das Wetter nicht besser. Sieht fast aus wie Frühling, ist aber anscheinend noch keiner. Auch dir ein schönes Wochenende und alles Gute


Bestens RE