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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

(77) Afrika ist anders: von Vasco da Gama, arabischen Händlern und Sklaven

4. Februar 2011 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Von einem der auszog: Afrika

Die Portugiesen können nicht wie sie wollen

1498, siebenhundert Jahre nach der Ankunft der Araber, hatten die Afrikaner schon wieder Gelegenheit, Fernreisende zu bestaunen.1024px-Vasco_de_Gama_map-fr.png Vasco da Gama hatte den Weg von Portugal um das Kap gefunden und wollten nach Indien, der in Europa so begehrten Gewürze wegen. In Afrika vermuteten die alte Welt Wildnis und fand entwickelte Zivilisationen. An der Küste Handelsstädte, im Inneren sozial und ökonomisch ausgeformte große Reiche. da Gama wurde gnädigerweise der längst bekannte Weg nach Kalkutta gezeigt. Aber schon auf dieser ersten Fahrt wurde deutlich, dass divergierende Interessen aufeinander prallten. Die Portugiesen wollten Stützpunkte für den Gewürzhandel, die Araber und Swahilis ihre Handelsrouten nicht verlieren. Die Portugiesen hatten Gewehre und Kanonen und als sie herausfanden, dass in Mosambik Gold und Silber zu holen waren, hatten die Araber schlechte Karten. Und Portugal einen Fuß in der Tür von Mosambik. Aber weit kamen sie erst mal nicht mit dem Geschäfte machen. Im Norden, im heutigen Tansania und Kenia warfen die Araber die Portugiesen wieder raus. Bis Ende des 19 Jhdts. reduzierte sich die portugiesische Präsenz auf Mosambik mit Stützpunkten entlang der Küste und den Sambesi hoch mit Befestigungsanlagen. Das änderte sich erst Mitte des 18. Jhdts als Mosambik einen eigenen Gouverneur für die Kolonie erhielt und die Hochzeit des Sklavenhandels begann.

The-Slave-Market.jpegBlitzlicht: An diesem unseligen Handel waren Portugiesen, Franzosen, Engländer, Araber, Afrikaner, eigentlich Menschen allen Couleurs beteiligt. Sklaven gingen über den Ozean nach Osten, aber auch nach Westen, nach Amerika, Cuba, Brasilien. Man schätzt, dass im atlantischen Sklavenhandel in die neue Welt bis 15 Millionen Menschen als Sklaven gejagt und verkauft wurden. Darüber hinaus gab es noch den innerafrikanischen und den orientalischen Sklavenhandel, die (noch immer ungenauen Schätzungen zufolge) über 20 Millionen Menschen verschleppten. Afrikaner, die ihre eigenen Landsleute verschacherten, wurden ebenso reich wie Europäer oder Araber. Es wäre sicher interessant nachzuforschen, welche heute reichen Familien ihren Geldsegen auf diesem unmenschlichen Handel gründeten. Aber danach wird nicht mehr geschaut, wenn zwei, drei Generationen später Familienmitglieder der Ex-Sklavenhändler honorige Posten einnahmen und vielleicht sogar Präsidenten wurden. (Wen interessiert denn noch, dass die Kennedys ihren Reichtum zusammen mit der Mafia aus Alkoholschmuggel während der Prohibition in den USA aufbauten?) Niemand. Doch, mich. Blitzlicht und Aufregung vorbei.

Auch die Araber handelten weiter mit allem, was Gewinn versprach. Der Sklavenhandel warf extreme Gewinne ab, einheimische Herrscher lieferte ihre Ware Mensch und Untertan, professionelle Sklavenhändler jagten sie. Um 1840 verlegte der Sultan von Oman seinen Herrschaftssitz nach Sansibar. Erst den europäischen Kolonialmächten, vorneweg demDeutschen Kaiserreich, den englischen Herrschaften und schlussendlich den Portugiesen gelang es, die Vorherrschaft der Araber in Ostafrika zu brechen. Von den 1.200 Jahren arabischem Handel und Wandel sind die Händlersprache Kiswaheli, Ruinen und ein heruntergekommene Perle des Indischen Ozeans, Stonetown in Sansibar geblieben.

 

 

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Katharina vom Tanneneck 02/05/2011 14:50



Beweise findet man nirgendwo im Internet über diese Minister. Die sind wohl zensiert. Aber Schäuble hatte ja wohl was mit der Spendenaffäre zu tun und Özdemir stolperte auch über ein Darlehen des
PR-Beraters Moritz Hunzinger. Dazu kam eine Flug-Affäre, in der er dienstlich gesammelte Bonusmeilen privat genutzt hatte. 2008 brachte ein Hubschrauber-Flug Annette Schavan (CDU) in
Verlegenheit. Die Forschungsministerin war mit dem Hubschrauber von Stuttgart nach Zürich geflogen - für einen Vortrag und ein Interview. Der Flug kostete die Staatskasse rund 26.000 Euro –
gegenüber einem Linienflug für 329 Euro. Ja und Merkel als IM Erika und ihr Studium war auch nicht Physik denn das gab es in Leipzig nicht. Ich vermute mal eher Lehrerin der Physik. Ihre
Doktorarbeit ist das Fach ihres Ehemannes. Den Rest kann man sich denken.


Ich finde, Politiker dürfen solche Dinge nicht tun! Sie sollten Vorbildfunktion haben.


Schönes Wochenende und liebe Grüße,


Katharina



R.Einloft 02/06/2011 12:43



Du hast recht - und ich ein kurzes Gedächtnis. Komisch. Freilich waren das alles unsaubere bis kriminelle Taten unserer politischen Elite, die so gar kein Vorbild mehr ist für die Bürger. Wenn
die Elite so was darf, wird auch die Hemmschwelle der normalen Menschen niedriger. Einen hast du sogar noch vergessen in deiner Aufzählung unselger Taten: den bräsigen Kohl. Die durfte sich mit
Geld frei kaufen für ergaunertes Geld.


Einen scbönen Sonntag wünsche ich dir (hier kommt gerade die Sonne durch das rundum graue Wolkenband)


Grüße RE



Joachim 02/05/2011 12:50



Danke für die interessanten Informationen!



R.Einloft 02/06/2011 12:39



Bitte, gern geschehen



Joachim 02/04/2011 21:54



Das ist wohl eine der unrühmlichsten Seiten der frühen Kolonialherrschaft in Afrika. Die Ware Mensch als Arbeitskraft hat den Sklavenhändlern und -haltern so gut wie nichts gekostet und ihnen
immensen Reichtum gebracht. Sklavenhandel innerhalb von Afrika hat es doch noch bis ins vorige Jahrhundert gegeben, oder nicht? Interessant die ersten "Reichtunsquellen" der Kennedys!


LG Joachim



R.Einloft 02/05/2011 12:30



Ja, bis in´s 20. Jhdt hinein gab es zumindest in Ostafrika Sklaven. Sie durften nicht mehr gehandelt werden (offiziell), aber noch gehalten. Ich hab gerade gelesen, dass die Preise für Sklaven
stark stiegen ab dem 19. Jhdt, die Nachfrage war einfach zu groß. Das mit den Galsperlen und unnützem, billigem Tand scheint nur in Ausnahmen funktioniert zu haben. Sowohl die Herrscher, die ihre
Untertanen verkauften als auch die Händler und Treiber, die sie zur Küste brachten, kannten offenbar den Wert ihrer "Ware".


Tja, so war das anscheinend in einer ganzen Reihe von Fällen. In England sind Piraten geadelt worden, weil sie Portugiesen und Spanier überfielen. Auch das Geld ist in irgend einem Säckel hängen
geblieben.


Beste Wünsche für das Wochenende


RE 



Katharina vom Tanneneck 02/04/2011 18:15



Wenn man liest wieviele Menschen damals verschleppt wurden, ist das kaum zu glauben. Aber es muß ja wohl stimmen. Mich würde es auch interessieren, welche Familien durch den Sklavenhandel reich
geworden sind.


Es ist ja bekannt, dass auch in der deutschen Regierung verurteilte Minister sitzen. In der EU auch! Und so etwas regiert uns! Wer weiß was sich da noch alles tummelt!



R.Einloft 02/05/2011 12:24



Die atlantische Sklavenhändlerei - also die zwischen Afrika und Nord/Südamerika ist recht gut erforscht. Die innerafrikanische und orientalische noch nicht, aber die Schätzungen gehen von dieser
Größenordnung aus. Egal ob 1 Mio mehr oder weniger, es war ein trauriges Kapitel der Menschheit.


Weißt du was näheres über diese Minister?


Ein schönes Wochenende wünsche ich dir


Mit Grüßen aus dem stürmisch-grauen Hommertshausen


RE