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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

(85) Kurgast im Hotel zur lockeren Schraube (2. Aufenthalt) Teil III

19. Juni 2011 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Burn Out - Tinnitus u.a. Krankheiten

Datum: 14. Juli 2005 19:06:46 MESZ
Betreff: Aw: Haallo
Ach, liebste M!
...Heute war kein guter Tag. Eine Woche bin ich auf Wolke 7 geschwommen (6-8, sogar mal 9 auf meiner Skala der Zufriedenheit von 1-10) und seit heute Nacht ein Absturz bis auf 1-2. Erst Wut (wegen nix) und dann wollte ich weinen. Da bin ich zum BB gegangen. Seit der Zeit gehts aufwärts. Der Arzt bestätigt meine Einschätzung, dass solche Abstürze nicht überbewertet werden dürfen. Man solle gerade dann sich was Gutes gönnen, z.B. ein großes Eis, auch wenn man wüsste, das es umgehend auf der Hüftrolle landet.
Träume. Schreiend aufgewacht. Drohte aus einer Wand zu fallen, hing nur noch an Fingerspitzen, vielleicht bin ich auch gefallen. Aber danach war ich oben. Was bedeute das denn wohl, fragt der Arzt? Ich lebe gefährlich, komme aber trotzdem ans Ziel. Danach ein scharfer Traum. Eine junge Frau legte sich (oder wurde gelegt) neben mich mit dem Gesicht nach unten ins große Bett. Sie schimmerte in Sepia und Licht fiel aus dem dunklen Zimmer in Streifen auf sie. Eine Stimme forderte mich auf, mich auf sie drauf zu legen. Das hab ich dann versucht. Und bin aus meinem schmalen Bett gefallen. Weiber!

Gelernt: Die Domestizierung der Kulturpflanzen geschah in mehreren Schüben. Sie begann 10 000 vor unserer Zeitrechnung mit (Wild)Weizen, Gerste, und Erbsen und zwar in der Gegend des Fruchtbaren Halbmondes (der zog sich über Mesopotamien bis nach Nordafrika). Die nächste Phase begann 4000 v. Chr. mit der Domestizierung von Oliven, Feigen, Datteln und Weinbeeren waren auch dabei. Die erste Welle der Domestizierung war noch einfach und oft zufällig. Früchte sind nach wenigen Monaten erntereif und Versuche der Vermehrung haben kurze Lernzeiten. Die 2. Phase war schwieriger, da mussten die Menschen schon sesshaft sein. Denn Bäume brauchen Jahre bis sie tragen und Versuche, die besten auszulesen, dauerten dementsprechend lange.
Wirklich schwierig wurde es dann bei der Domestizierung von Obstbäumen und es dauerte dann auch bis zum klassischen Altertum, bis Äpfel, Kirschen, Pflaumen und Birnen etwa die heutige große Formen hatten und ertragreich waren. Die Obstbäume konnten nicht einfach ausgesät oder gesteckt werden, es musste die Veredelung erfunden werden. Und diese Versuche haben lange gedauert. Wurde natürlich von den Chinesen entdeckt. Die hatten Zeit dazu.
Und dann kam das UNKRAUT dran. Bis dahin zählte es zumindest zum Unkraut. Dazu gehörte Roggen, Hafer, Steckrübe, Radieschen, Rüben, Lauch und Kopfsalat. Jawohl, das war mal Unkraut.
Erst im Mittelalter wurden von Mönchen Erdbeeren und Himbeeren gezüchtet. Das hätten die vorher auch schon gekonnt, aber die Vögel waren schneller und stärker. Besonders die Stare. Erst als sie so was wie ein Gewächshaus und breite Planen zum Abdecken hatten, konnten sie die Pflanzen schützen. Die Züchtung neuer Arten wie Blaubeeren, Preißelbeeren, Kiwis und Macadamia und Cashewnüsse ist noch nicht lange her. Aber das, was die Alten geleistet hatten, das hält uns heute zu 50% am Leben.

Datum: 15. Juli 2005 19:30:50 MESZ
Betreff: Aw: Nach dem Slipway
Liebste M,
lese gerade ein Buch (Hanne bringt’s dir mit), da gehen die Ehen kaputt weil die Leute nicht über ihre Probleme reden können. Der Traum von der Ehe als Disneyland auf ewig währenden Wolken im 7. Himmel scheitert an der harschen Wirklichkeit. Sie haben keine Mittel und Methoden gelernt, um Konflikte zu bearbeiten, wie und wo sollen die das auch lernen? (DAS müsste in der Schule gelehrt werden, erste Ansätze gibt es).  Wir haben, denke ich (will nicht zu hochmütig werden) uns einige Mittel angeeignet. Und arbeiten damit. Konflikte kann man nicht verhindern, wir versuchen, sie im gegenseitigen Verstehen einsichtig zu machen. Dafür danke ich dir von ganzem Herzen. Du bist was Besonderes. Und ich auch. Punktum... Lass es dir gut gehen. Ich wünschte, es ginge dir immerdar gut.
Dein Liebhaber und Verehrer R in A

Freitag, den 15. Juli

big_15987873.jpegHeute wieder Klettern. Hochseil, 8m über dem Boden, Haltemöglichkeiten einzig über dem Kopf frei herunterhängende Seile im Abstand von 1m, 1,5 und 2m. Daran musste man sich festhalten und frei zum nächsten balancieren. Schon der Aufstieg am Mast war mit einer Schwierigkeit ausgestattet, über die man drüber klettern musste. Die psychologische Aufgabe war, erst einzuschätzen, wie weit man kommt und hinterher das Ergebnis auszuwerten. Ich hatte natürlich als einziger drauf stehen: maximal. Und hab das auch geschafft. Allerdings mit der Erkenntnis, dass ich ab und an meinen Abenteuergeist besser mal zähme und auf die Schwierigkeiten achte, die dazwischen auftreten können. Es war schwieriger, als ich gedacht hatte. Und das passiert mir im realen Leben auch. Will immer das Maximale. Und überleg manchmal zu wenig, was es kostet.


Datum: 16. Juli 2005 18:23:21 MESZ
Betreff: Aw: Samstag
Ach, liebste M!
Wie gerne würde ich mich an dich schmiegen oder unter dir liegen oder hinter dir stehen oder vor dir oder was auch immer. Und Hähnchen mit Knoblauch sind mein Leibgericht. Für immer. Und Spaghetti kochen ist meine liebste Stellung. Ach haben wir so viel Schönes!
....Nein, am Wochenende habe ich keine Anwendungen. Ich wende mich da selbst an. Gut gekontert, was? ...

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