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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

93) TANSANIA 2006: Parteienkooperation CCM-SPD

24. August 2011 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Von einem der auszog: Afrika

 

19. September Dar es Salaam 2006.
Habari yako - was gibt's Neues, wie geht's? frage ich. Nzuri babu - Alles gut Großväterchen kommt es zurück. Und ein strahlendes Lachen. Das hat man davon, in einem Land zu leben, das die Alten ehrt.

Bin dabei, meine Zeit hier in Tansania politisch abzuschließen. Noch immer geistert mir im Kopf herum die Freundschaft zwischen Willy Brandt und Julius Nyerere. Sozialromantik? Auch. Aber warum sollte eine so erfolgreiche Partei wie die CCM nicht wieder eine engere Beziehung mit einer originär doch ähnlichen Partei mit noch mehr Erfahrung beginnen? Denn seit den Zeiten Nyereres hat sich was geändert. Tansania hat sich ein demokratisches Mehrparteiensystem verordnet. Nun ja, verordnen müssen, damit weiterhin internationale Kredite fließen. Es ging dabei zuerst um Wirtschaftsöffnung, aber Öffnung ist Öffnung und so hat das Land nun seit 3 Wahlperioden Demokratie und Globalisierung. Nur der Wohlstand, der bleibt für die meisten aus. Nach der Theorie muss das so sein. Jedenfalls brauchen sie einige Hilfe auch beim Aufbau ihrer demokratischen Ordnung. Das habe ich bei dem Freundschaftsgedanken im Hinterkopf. Deshalb schicke ich eine Delegation von drei wichtigen Leuten nach Berlin. Sie sollen nicht nur sich verschwistern sondern sich auch mal anschauen, wie man demokratisch seinen Willen im Parlament durchsetzt. Das können sie hier noch nicht so ausgefeilt. Die Methoden der Züchtigung zur Parteidisziplin sind noch krude und Freund Akukweti ist auch noch der Einpeitscher (First Whip nennt er und es sich englisch).

Besuch Herta DGIn dieser Vorbereitungszeit kam Herta Däubler-Gmelin. Sie, eine der letzten große Damen der alten SPD war aus einem anderen Grundes in Tansania, aber ich habe sie ein wenig instrumentalisiert. Und siehe da, auch sie ist eine Nyerere und alte Brand-Zeiten Fan und von der Idee des Freundschafts- Revival ganz angetan. Termine mit einer Menge Leuten hatten wir. Bis auf den Präsidentenbesuch fanden alle wie geplant statt, aber Kikwete musste nach Cuba. Nach dem Besuch war ich erst mal platt.

3. Oktober 2006  Drei Tage krank. Richtig krank, nicht so was Labbriges wie Depression oder so wo ich selbst nie sicher bin, ob das krank ist oder nicht. Nun hatte ich was. Offenbar schlechten Fisch gegessen aber die Symptome waren eher Malaria. Schüttelfrost und Fieber und dann noch was mit´m Bauch. Ist wieder weg. Aber bei so was kann ich mich ohne schlechtes Gewissen und freudig hinlegen. Schade nur, dass es am Wochenende war.

4.10. 2006. Es bewegt sich, ich bewege, whow! Freund Akukweti, jetzt Minister, ist mein Türenöffner in die Regierungspartei, Nachfolgerin aus Nyerere Zeiten. Komme gerade von einem Essen, bin ganz euphorisch. Akukweti hatte den Dep. Generalsekretär der CCM angeschleppt, ich den Deutschen Botschafter. Alle nehmen sie meine Idee der (neuen) Freundschaft zwischen SPD und CCM gerne an, niemand hat die Zeit von Nyerere und Brand vergessen. . Die Tür ist offen und der Gen. Sekr. CCM lädt den Gen. Sekr. SPD ein und CCM und FES machen Programme und Parlamentarier tauschen sich aus und und. Ach du liebe Güte.

(Fortsetzung folgt)

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