Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog
Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

(94) Tansania 2005: Hanne & Jörg in Afrika Teil IV

2. September 2011 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Von einem der auszog: Afrika

01.11.2005
Hier ist der nächste Teil unseres Reiseberichtes aus Tansania. Wir sind noch immer unterwegs mit R&M und Shamte, Rs Fahrer. Nachdem wir Kathesh, Mary und ihre interessanten Projekte hinter uns gelassen haben, wollen wir zwei Nationalparks besichtigen und uns der faszinierenden Tier- und Pflanzenwelt dieses Landes zuwenden.

Zuerst machen wir Station im Tarangire Nationalpark. Er liegt direkt an unserer Strecke zurück Richtung Arusha. Wir fahren ein paar Kilometer von der Straße ab und bewundern die Rundbau-Dörfer der Maasai und ihre teilweise bizarr erscheinenden Bewohner. So könnten sie vor 100 Jahren auch da gestanden haben, in ihre roten Decken gehüllt, lang und spindeldürr, mit Hirtenstab, auf den sie sich stützen oder den sie beim Laufen über die Schultern legen. Die Frauen haben ganz kurze Haare. Sie tragen leuchtend bunte Gewänder und viel Perlenschmuck. Der Schmuck wird an jeder Ecke verkauft, imposant sind die breiten Halskrausen.
Mit-H-J-im-Tarangire-Nationalpark.jpgUnglaublich immer wieder für uns, was alles so auf dem Kopf transportiert wird, in erster Linie von den Frauen.

Abseits des pittoresken Bildes wissen wir aber, dass es gerade den Frauen dieser Gesellschaft sehr schlecht geht, sie werden miserabel behandelt und haben so gut wie keine Rechte. Die Männer beanspruchen alles für sich. Die barbarische Beschneidung der jungen Mädchen ist hier an der Tagesordnung. Soviel zum idyllischen Bild!

Aber zurück zur Fahrt: Wir sind noch keine 5 Kilometer von der Hauptstrasse weg, als Shamte nach rechts deutet: Da sind sie, unsere ersten Elefanten. Und was ist das da? TAN Warzenschwein - 8Warzenschweine, die kenn ich doch aus dem „König der Löwen“. Sie knien sich hin beim Fressen, das sieht vielleicht ulkig aus! Und dann auch noch Zebras! Und wir sind noch nicht mal durch das Tor des Nationalparks gefahren.

Wir übernachten in der Tarangire Safari Lodge. Sie liegt oben auf einem Berg, und schon beim Betreten der Eingangshalle stockt einem der Atem: Nach vorne öffnet sich der Blick auf eine riesige, mit einem kunstvollen Grasdach versehene Veranda und das darunter liegende Tal. Mit H&J in im Tarabgire&Arusha NParks - 9Steppe mit Schirmakazien, so weit das Auge reicht, leicht hügelige Landschaft, durchbrochen vom Flusslauf des Tarangire Rivers, der sich direkt am Fuße des Berges dahinschlängelt. Nach zwei Seiten ziehen sich Zelte und Bungalows den Hang entlang. Wir haben einen Bungalow, und es ist Luxus pur: Ich komme mir schon wieder vor wie in einer Filmkulisse. Von unserer kleinen Veranda aus blicken wir – ebenso wie durch die Fenster unseres Bungalows – direkt in die Ebene. Zwei Marabus stehen im Fluss und schauen missmutig. Später entdecken wir Wasserbüffel und Impalas an einem Wasserloch. Es ist kalt hier oben! Gut, dass ich einen Pullover dabei habe! Auch hier haben wir uns als Regenmacher entpuppt und man erzählt uns ganz glücklich, dass es endlich mal wieder geregnet hat.

Das Abendessen gibt es im Haupthaus. Vorher treffen wir uns auf einen Sundowner und schauen zu, wie es im Park langsam dunkel wird. Das Publikum hier ist international – man hört überwiegend englisch, aber es sind auch Deutsche hier, Südafrikaner und Skandinavier. Es gibt ein leckeres mehrgängiges Menü, danach sind wir bald bettreif. Unsere Bungalows sind am Ende der Reihe, ganz hinten. Der Weg ist beleuchtet, vor jedem Eingang brennt ein Licht. Trotzdem ist es etwas unheimlich. Ein Bediensteter mit Taschenlampe begleitet jeden bis zu seinem Domizil.


Diesen Post teilen

Repost 0

Kommentiere diesen Post