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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Benicasim: Campingkultur

9. Februar 2013 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Urlaube&Radtouren

9. Februar 2013 11:36 - Kalt heute Nacht. Wieder Gasheizung an, damit das Wasser im Boiler bleibt. 12 Grad zur Zeit mit steigender Tendenz, in H - 6 Grad.

Braun gebrannt sind sie, die Dauercamper. Und zumeist gut drauf. Viele scheinen sich zu kennen. Peter, der Nachbar, ist schon zum 5. Mal hier und zwar von September bis März. Das Umfeld seines WoMo erinnert mich an die Fahrradtourer. Auf kleinstem Raum alles dabei. Und das Wichtigste doppelt. Als der Fernseher des anderen Nachbarn streikte, stellte er seinen 2. Receiver zur Verfügung.
Spanien 2013: M vor dem WoMoDer Tag läuft nach Ritualen ab. Morgens Waschhaus (sich selbst, die Wäsche, den Abwasch), WC entleeren, frisches Wasser holen, WoMo ausfegen, ein winzig wenig hier und da mit dem Lappen drüber gehen. Tisch und Stühle aufstellen und sich in die Sonne setzen. Manche gehen morgens einkaufen und kochen mittags. Dann riecht es gut. Und zwischendrin ist wieder in der Sonne sitzen dran. Dann kommt Fahrrad fahren, Wandern, in die Stadt gehen. Oder Boules spielen. Ab 14 Uhr steht die Rasselbande lachend und mit den Kugeln klickend auf dem Platz neben uns zusammen. Bis die Sonne untergeht. Und abends werden die Rollos vor die Fenster gezogen, sanfte gelb-weiße Lichtschimmer gemixt mit leisen Fernsehstimmen begleiten die Nacht. Nur einige Holländer lassen alle bis tief in ihre Wagen hineinschauen.

Irving: „My Movie Business“ fertig. Es ist ein Buch aus der Werkstatt des Schreibens. „Schreiben ist wie Ringen. Man braucht Disziplin und Technik. Man muss auf eine Geschichte zugehen wie auf einen Gegner“ hat er gesagt. Die Technik des Drehbuchschreibens ist dabei eine andere als wenn ein Roman entsteht. Interessant den Kampf zu verfolgen, wie aus einer umfangreichen Geschichte ein Extrakt in Szenen gepresst entsteht ohne die ursprünglichen Aussagen zu verlieren. Und wie er erklärt, dass seine Bücher vor dem Schreiben in seinem Kopf fertig sind bis zum bitteren Ende (ist oft bitter bei ihm), das hat mich umgehauen. Denn gerade Irvings Geschichten sind vollen teils skurriler Typen, deren Charakter er allemal detailliert beschreibt und die sich im Verlauf der Geschichten verändern. Und das hat er alles im Kopf, lässt es einzig in Worte, Sätze fließen deren Prägnanz einzig sind (ein wenig erinnert mich sein knochenharter Stil an Hemingway, doch Irving schreibt Gesellschaft, Hemingway Männerfantasien). Ich bin beeindruckt, muss ihn nochmals lesen und ansehen


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