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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Benicasim II: Sonnig und stürmisch

4. Februar 2013 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Urlaube&Radtouren

Sonntag, 3. Februar 2013 17:55 - Camping Bonterra Parc Benicasim - 150 Km vor Valencia

Heute Nacht hat es gestürmt, dass sich die Bäume bogen und das WoMo aus der Federung hob. Unheimlich. Und 5 Grad kalt war es. Jetzt scheint die Sonne bei 15 Grad, nur manchmal noch weht der Wind einem die Ohren weg. Die Camper trotzen der Widrigkeit und laufen in 3/4 kurzen Hosen herum. Dies scheint die neue Camper-allgemein-zu-tragende internationale Uni-Mode zu sein. M sieht dagegen sexy aus in ihren engen Hosen.

Der eine Nachbar ist Holländer und putzt sein WoMo sehr. Gestern hat er die Radkappen abgenommen und sie von innen mit einer Spülbürste gereinigt. Seine Frau wäscht. Auch heute am Sonntag. Hinter uns spielen sie Boules. Wahre Meister dabei. Sie heben die Kugeln am Seil mit Magnet auf. Morgens schwimmen. Das Warmwasserbecken ist unter einem Gewächshaus-Dach. Es knarrt und knackt im Sturm. Ich lese Michelangelo von Irvin und wundere mich, zu welch gigantischen Lebensleistungen ein Mensch unter widrigen Umständen fähig sein kann. Erinnert mich an Beethoven.

Montag, den 4. Februar 2013; 13:23 - Camping Bonterra. Strahlende Sonne, 23 Grad dort, wo sie scheint. Nachts 10 Grad.

Offenbar waren es doch nicht die Muscheln. Erinnert an Südamerika. M hat Atahualpas Rache voll erwischt  (kein Wunder, bei ihren Magenproblemen) und mir gehts auch nicht gut. War es das Wasser? Auf den Brunnen steht „aqua potable“, aber ist es auch drin? Heute Abend gibts Haferschleim.

Erste Radtour (alleine, M wagt sich nicht vom Klo weg). Zeitigt ermutigende Ergebnisse. Lange Rad- und Wanderwege die Küste entlang, teils über dem Meer mit Aus- und Einblicken. Mein Nachbar, der Wagenwäscher, hat stolz seine auf Hochglanz polierten Kotflügel fotografiert. Einloft, Du bist doch nur neidisch, kannst dich nicht aufraffen, selbiges auch beim eigenen zu machen. Es tät not.

Durchschnittstyp auf dem Platz: 75, drahtig, braun, unternehmungslustig (einige gehbehindert mit Elektrokarren), viele Glatzen, zumeist Engländer, dazwischen deutsche, holländische, französische Einsprengsel. Sogar ein junges spanisches Ehepaar mit 2 Kindern ist dabei. Wir gehören zu den Durchschnittsjüngeren. Hatte ich lange nicht mehr.

Fertig mit dem Michelangelo und doch nicht fertig. Will alle Gefühle, Gedanken, Begründungen herausziehen, die zu den einzelnen Werken geführt haben, ihr Werden  begleiteten. Mag sein, dass nicht alle originär sind, aber sie scheinen mir stimmig. Und dann möchte ich mir seine Werke in Italien mit diesen Informationen zusammen ansehen. Zum Beispiel in Rom, zusammen mit M, Hanne&Jörg. Demnächst. Zu unserem gemeinsamen 31. Hochzeitstag.


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