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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Cinque Terre

17. Oktober 2011 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Meine Welten heute

Einen Monat waren wir nun weg. In Etappen. Frankfurt, Nürnberg, Gardasee, Cinque Terre am Ligurischen Meer (dort, wo der Bogen von Frankreich kommend zum Stiefel übergeht). Die geplante Weiterfahrt in die Toscana haben wir gestrichen weil es so umwerfend schön war (das haben mittlerweile auch andere festgestellt, entsprechend voll war es). Corniglia-Vernazza - 51Die Cinque Terre sind 5 Dörfer, die wie Schwalbennester in den Ausläufern hoher Berge hängen und bis vor nicht allzu langer Zeit nur zu Fuß oder über das Meer erreichbar waren. Über Hunderte von Jahren haben Menschen die Berge verändert und eine einmalige Kulturlandschaft geschaffen. Riomaggiore-Manorola (Via del Amore) - 117000 Km Steinwälle bilden Terrassen, auf denen in kleinen Parzellen Wein, Oliven, auch Südfrüchte angebaut werden. Was muss das für eine Plackerei gewesen sein! Heute leben die Menschen immer mehr vom Tourismus, Felder bleiben unbestellt, die Natur holt sie sich zurück, Steinmauern werden nicht mehr repariert und wenn das so weiter geht, können die Hänge ins Rutschen kommen. Doch noch immer hat es einen besonderen Reiz, an ihnen entlang zu wandern auf den ehemaligen Nachbarschaftspfaden, die um jede Ecke herum andere fantastische Ausblicke auf Meer und Landschaft frei geben. Monterosso-Vernazza - 12Mal führt der Weg, gerade einen Meter breit, hoch über dem Meer an einem Steilhang entlang, dann geht es über unregelmäßige Felsstufen in einem Olivenhain jäh bergauf. "Eine üppige subtropische Vegetation - Agaven und Opuntien, Orangenbäume und Zitronenpflanzungen - wechselt mit kargen Hängen, an denen zwischen nackten Felswänden Ginster und Wolfsmilch gedeihen. Dann wieder geht man durch das bäuerliche Kulturland der Olivenbäume und Weinreben, die auf sorgfältig terrassiertem Gelände wachsen. Von den schmalen Pfaden blickt man fast immer aufs Meer, steile Hänge ziehen sich an der Landseite hoch und im Hintergrund des Bildes erscheinen die kompakten Dörfer mit ihren farbigen Häusern. Riomaggiore-Manorola (Via del Amore) - 70Ganzjährig blühen Bäume, Büsche und Blumen, von den strahlend gelben Mimosen im Januar über die explodierende Blütenpracht des Frühjahrs bis zu den letzten Rosen im Dezember", so beschreibt ein Schriftsteller (Henning) die Gegend. Einzig die vielen Touristen stören manchmal, oft aber ist man auch allein in dieser Schönheit. Wir haben außerhalb der Cinque Terre ("5 Länder" nennen sie sich), in Levanto, einen schönen Campingplatz gefunden und sind mit dem Zug in die Dörfer gefahren - er fährt nur durch Tunnels, kommt einzig an den Haltestellen ins Freie. Und sind dann in die nächsten Dörfer oder zurück gewandert. Anstrengend, ja, es war noch sehr heiß und die Sonne ließ das Meer silbern - tiefblau schimmern. Levanto, die kleine Hafenstadt mit ihrer natürlichen, geschützten Bucht, die schon von den Phöniziern genutzt wurde, hat einen langen Strand, der nach der Anstrengung zum Schwimmen und Sonnen einlud. Und später, auf der Terrasse über dem Meer, zum Sundowner bei Sonnenuntergang (bei was sonst, wenn er schon so heißt?). Es war ein wenig wie auf unserem Balkon in Afrika. 

Zurück sind wir über Pensberg, Nürnberg, Baiersdorf gefahren, die Lieben dort unten im tiefsten Bayernland besuchen. Das Tal hat uns im strahlendem Sonnenschein, der frühmorgens den Herbstnebel durchbrach empfangen. Und Mutter, Klaus und Marga haben auch gestrahlt. Das macht es leichter.

 

Mehr Fotos im Album unter http://www.andere-welten.net/album-1962990.html

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artemisia 10/18/2011 16:14



ich bin für Umbrien!



R.Einloft 10/19/2011 13:46



Kenn ich noch nicht. Dann wird die Entscheidung ja noch schwerer!


Gruß RE



Katharina vom Tanneneck 10/18/2011 01:19



Willkommen zu Hause!


Ich freue mich, dass Ihr so einen schönen Urlaub hattet und ich beneide Euch ein bißchen. Obwohl, wir hatten hier auch noch einige schöne, sonnige Tage. Nicht ganz so warm wie bei Euch aber
trotzdem angenehm. Die Nächte mußten wir allerdings im Haus verbringen, da es mittlerweile schon recht kalt geworden ist. Das habt Ihr sicher selber schon festgestellt. 


Wir kämpfen hier um´s Überleben! Durch den regnerischen Sommer haben wir reichlich Ernte eingefahren aber auch mit viel Unkraut zu kämpfen.  Wir machen dann einfach Urlaub wenn nix mehr
geht!


Liebe Grüße, Katharina



R.Einloft 10/18/2011 14:38



Danke für den Willkommensgruß, liebe Katharina!


Diesmal hatten wir Glück (und eine große Familie). Die Apfelernte hat 800 Liter Saft erbracht. Alles ohne uns. Ist ja auch für alle. Und alle für Einen - heißt es doch.
Ja, den Frost haben wir auch schon genossen. Wir machen es uns schön warm und demnächst kommt die Sauna wieder dran.
Eine schöne Woche und den Endkampf gegen das Unkraut
wünscht RE



artemisia 10/17/2011 16:46



schön geschildert, schön bebildert - ach bella Italia


LG artemisia



R.Einloft 10/18/2011 14:35



Danke. Jetzt wird die Entscheidung schwer: Toscana oder Cinque Terre


Gruß RE