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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Die Revolution im Nahen Osten und Nordafrika mal näher betrachtet Teil I

7. November 2013 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Andere Welten - andere Probleme

Er ist uns bekannt, der „Arabische Frühling“, wie die Revolution im Nahen Osten und Nordafrika sprachmalerisch nett umschrieben wurde. Doch warum kam diese Bewegung zustande? Was waren ihre Auslöser und besondere Kennzeichen? Und wie sehen die Erfolgschancen aus?
Mittlerweile ist sie wieder aus den täglichen Schlagzeilen, diese Revolution (oder sollte man Revolte sagen?). Doch sie hat uns zu interessieren, diese Veränderung in einer Region, die über die Nabelschnur Öl direkt mit dem Erhalt unseres Wohlstandes zu tun hat. Mal abgesehen davon, dass prekäre soziale Verhältnisse auch uns angehen. Meine ich.

Die Staaten der Region Naher Osten und Nordafrika (Middle East and North Africa, MENA) sind wegen ihrer weltpolitischen Bedeutung und ihrer räumlichen Nähe zu Europa seit vielen Jahren wichtige Partner - schreibt das BMZ. Und vergisst das Öl zu erwähnen, für dessen Erhalt unsere Politik (fast) alles tut. 370 Millionen Menschen leben in diesem Block von Ländern, der vieles gemeinsam hat.mona_karte_2012.gifEr erstreckt sich grosso Modo (es gibt keine klare wissenschaftliche Zuordnung) von Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen im Westen über Ägypten, Syrien, dem Libanon und Jordanien bis zum Irak. Eine Sonderrolle spielen die Golfstaaten Saudia Arabien mit den anliegenden kleineren Ölstaaten Oman, Jemen, Kuwait, Barain, Kathar und dem Vereinigten Arabischen Emirat im Osten. Auch die palästinensischen Autonomiegebiete sind dazu zu rechnen. Und weiter gefasst zählen auch noch die Türkei und der Iran dazu.

Gemeinsam sind diesem Block die arabische Sprache und die Religion. Und fast durchgehend gemeinsam war und ist, dass eine alte Garde herrscht (oder herrschte), die aus militärischen Clans kommt, pro westlich und anti islamisch ausgerichtet für die Stabilität der Ölexporte sorgte.

Stillstand ist ein weiteres gemeinsamen Kennzeichen dieser Länder. Trotz des immensen Ölreichtums hat es die letzten Dekaden nur sporadisch wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt gegeben. Jeder 5. ist arm. Und das bei einer Bevölkerungsexplosion ohnegleichen. Über 60% der Menschen sind unter 30 (andere Quellen sagen: 75%). Eine Mehrheit an Jugendlichen, die überwiegend keine Arbeit und kaum Zukunftsaussichten hat- ein Pulverfass .

Ein weiteres, durchgängiges Merkmal ist die katastrophale Bildungssituation. Sie gehört zu den schlechtesten der Welt. Ein Drittel der Bevölkerung sind Analphabeten, eine Rate höher als in Afrika südlich der Sahara. Mädchen und arme Kinder haben so gut wie keine Chancen. Auch der Rest geht im Durchschnitt nur 5,4 Jahre zur Schule. Das ist im Vergleich zu ähnlichen Ländern wenig (7,2 Jahre). Trotz erheblicher Investitionen in den Bildungssektor blieb die Wirkung gering. Das mag daran liegen, dass die Ausgangsbasis, gemessen 1960, mit 0,5 bis 2 Schuljahren miserabel war.

 

Fortsetzung folg

 

Die Karte ist von der FES abgekupfert. Empfehlenswerter Artikel: http://www.ipg-journal.de/schwerpunkt-des-monats/arabischer-fruehling/artikel/detail/drei-jahre-arabischer-fruehling/

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