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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Donaudelta mit Liliana, Mircea & Freunden Teil I

5. Mai 2014 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Donaudelta&Rum

(Die Bilder zum Vergrößern anklicken)

1. Mai 2014 Iasi-Babadag Sonne
Seit Stunden sind wir unterwegs, folgen dem Grenzverlauf linker Hand nach Süden. Wie ein Halbmond drängelt sich die Republik Moldau an Rumänien, umschlossen von der Ukraine. Hier unten, am Donaudelta, bilden sie ein Dreieck. Babadag, ein kleines Städtchen Richtung Bulgarien, ist Tagesziel. Der 1. Mai fällt auf einen Donnerstag, die ganze Restwoche ist frei. Mircea und Liliana wollen uns das Donaudelta zeigen. Freunde sind mit dabei, wir fahren mit L im kleinen Wagen.

Für L ist Fahren eine Herausforderung. Sie liebt Schuhmacker. Was sie nicht im Büro erledigen kann macht sie mit ihren 2 Handys im Auto. Dann nimmt sie auch mal die linke Hand vom Steuer, greift über und schaltet. Die Straße gehört ihr, wehe es benimmt sich einer daneben.. Wir kommen schnell voran und Mircea im großen Wagen muss sich beeilen.

Außerhalb von Iasi Buchenwälder von grünen Bodendeckern durchzogen. Die hellen Frühlingsblättchen fangen die Sonne ein. Am Straßenrand Kinder die Sträuße mit Maiglöckchen anbieten. Das Land öffnet sich. Bauern auf dem Feld, alte Traktoren tuckern und wackeln. Ein Mann hackt, die Frau hinter ihm setzt die Kartoffeln. Im Dorf tragen sie Eimer Wasser vom Brunnen nach Hause. Von einem Pferd gezogene Karren mit Gummireifen transportieren allüberall Menschen und Waren. P1100096Kuherden, Schafherden, Ziegenherden in den Wiesen und auf den Hängen, die Schäfer mit einem langen Stock gerüstet. Ein alte Frau sitzt im Hofeingang. Andere angetan mit Kitteln, Schürze, Kopftuch schwanken unsicher an Zäunen entlang, stehen beisammen und reden.

Am Rastplatz eine Gruppe große Motorräder, 1200er Triumph, Harleys. Ich habe ihnen ein wenig nachgewinkt. Die Küche ist bekannt für ihre Hackfleischröllchen. Mircea bestellt sieben, reicht uns lachend den vollen Teller. Er wusste, dass wir mehr brauchen.

Liliana bestimmt ein zügiges Tempo. Die Straße oft gut, manchmal nicht. Felder ziehen sich über flache Hügel ins Endlose, Raps leuchtet in voller Blüte. Gerade die Straße, L schalten in den 5. Gang. Man kann bis zum Horizont sehen, ich liebe das. Es ist warm, blauer Himmel begleitet uns nach Süden.

Die Straße biegt ab in einen löchrigen Weg, dann liegt er vor uns, der breite Fluss. P1100175Wir überqueren ihn bei Smärdan. Die Fähre ist alt und mächtig, die Donau 1 Km breit. Sie ist hier Grenze im Länderdreieck zu Moldavien und Ukraine bei Galati, ist weiterhin Grenzfluss zur Ukraine südöstlich bis zum Schwarzen Meer. Bei Tulcea, 100 Km weiter östlich, treffen wir ihn wieder, den Fluss. Zumindest teilweise. Er hat an der Grenze einen Mündungsarm abgesondert und hinter der Stadt teilt der sich in weitere Arme und das Delta beginnt.

Neben der Straße Wasserbecken, Seen, Moore, Kanäle abwechselnd mit großen landwirtschaftlichen Flächen. M sagt, das hier war schon seit ewigen Zeiten die Kornkammer. In den Feldern Speicher wie Burgfriede, lange Hallen zeugen von industrieller Nutzung. Dörfer verschwinden im Grünen. L sagt, all das Wasser ist die Donau. Nach 10 Std. sind wir in Babadag.

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