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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Erinnerungen aus Nürnberg: Schneeschippen

30. Juni 2013 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Andere Welten für Kinder & Erwachsene

M hatte in ihrer ersten kleinen Geschichte aus Nürnberg erzählt, wie ihre Freundin A den neuen Mann (mich!) mitbrachte, der ihr so gut gefiel und der gleich am ersten Abend Rotwein auf ihren neuen Berberteppich schüttete (http://www.andere-welten.net/article-geschichten-aus-nurnberg-der-neue-mann-verschuttet-rotwein-118634037.html).

 

Goran&Frank jungAuch den Jungens gefiel er, Goran hatte sogar gesagt: Den möchte ich als Vater.

 

 

 

 

 

Hier geht es weiter mit M`s Geschichte

Nürnberg, Ende Dezember 1980

Am nächsten Morgen schrecke ich hoch, es ist schon neun Uhr,  ich habe das Haus voller Gäste und  muss doch Frühstück machen. Es ist schweinekalt draußen und die Küche muss noch mit Holz und Kohle beheizt werden. Verkatert und benommen trotte ich im Nachthemd durch den kalten Flur in die Küche und: O Wunder! Es ist geheizt, es riecht nach Kaffee, und Reinhold sitzt am Ofen, in einer roten Strumpfhose, mit den Füßen auf dem Fensterbrett und liest. Nicht sehr sexy aber gemütlich. Er freut sich, dass ich mich freue.
 
Unser Eckgrundstück hat einen riesigen Garten und der Bürgersteig ist ca. hundert Meter lang. Im Winter muss ich morgens um 5:00 aufstehen, um Schnee zu schippen. Mittlerweile ist alles vereist, und wenn jemand ausrutscht, bin ich dran. Goran, mein 13-jähriger Pflegesohn, fühlt sich zwar schon sehr erwachsen und gebärdet sich so, wie er es für „männlich“ hält, aber fürs Schneeschippen ist er noch zu klein! Ich bin noch nie auf die Idee gekommen, ihn darum zu bitten.
Ein schabendes Geräusch, ein  Hacken und Kratzen wecken mich zwei Tage später auf und siehe da, Reinhold und Goran hacken gemeinsam den harten Schnee weg und kehren ihn an den Rand. Wir beiden Männer machen das jetzt mal, das ist doch keine Arbeit für Frauen – damit hat er ihn motiviert. Na prima, geht doch!

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