Friday, 26. february 2010 5 26 /02 /Feb. /2010 10:41
Gerade lese ich etwas faszinierendes. Korallen gehören offenbar zu den Erstaunlichsten, was in der Natur vorkommt. Jeder, der schon einmal in südlichen Meeren gebadet hat, kennt sie. Zumeist sind sie ein ärgerliches Hindernis außerhalb des Wassers, um darüber zu laufen. Die harten, spitzen Kanten und Ecken durchbohren Gummischuhe. Im Wasser dagegen öffnet sich mit ihnen eine neue, wunderbar Welt, Abhänge voller Farben, Formen, bunter als eine Wiese, leise in der Brandungswelle schwankens. Kommt man näher, bewegen sie sich, schließen sich, ziehen sich blitzartig in ihr Nest zurück. Nie hätte ich mir träumen lassen, dass Korallen den Tieren zugeordnet werden. Sie sitzen fest auf dem harten Untergrund, haben Blüten, Knospen, verzweigen sich wie Pflanzen. Offenbar muss man genauer hinschauen. Denn sie haben mikroskopisch kleine Tentakel, mit denen sie Plankton fangen und wie Tiere in ihren Mund einführen. Deshalb werden sie den Polypen zugerechnet.

Es sind Weichtiere. Wenn sie wachsen, sondern sie Hüllen aus Kalk ab, dieser Abraum  wächst und wächst und belästigt unsere Füße. Hüllen und Weichtiere bleiben in einem riesigen Netzwerk verbunden, gegen das unsere Dome, Pyramiden, Inkabauwerke kleine Steinanhäufungen sind. Es gibt Korallenatolle mit hunderten Kilometer Durchmesser und Tiefen bis zum Ozeanboden.

Coral_atoll_formation_animation.gif In der Tat sitzen sie auf dem Boden auf. Es war Darwin, der den Ursprung und das Wachsen dieser seltsamen Wesen entschlüsselte. Unsere Erde hebt und senkt sich andauernd. Natürlich in größeren Zeiträumen. Gebirge falten sich aus dem Wasser auf (deshalb die in Stein gegossene Muschel auf der Alp und den Anden), andere senken sich ab bis weit unter den Meeresboden. (Im Hochgebirge hören wir sogar die Veränderung, es rieselt und rollt immerzu Stein und Sand zu Tal). Darwin "sah" Inseln, Berge, Vulkan langsam im Meer verschwinden, außen herum mit Korallen besetzt. Und "während das Barriereriff langsam absinkt, wachsen die Korallen weiterhin energisch aufwärts" (Darwin bei Neff). Je tiefer diese Inseln sanken um so höher zum Licht strebten die "Kalkfestungen" (Neff), bildeten ringförmige Korallenriffe (Atolle), 120px-Carteactuelle.jpg Lagunen, anstürmenden Wellen brechen Brocken aus den Kalkkorallen, die häufen sich auf, Pflanzen stranden an, neue Insel oder Atolle entstehen, wir haben sie schon gesehen, diese kreisrunden Krater im tropischen Meer. Das Korallenriff bildet einen Saum von häufig äußerst 800px-Boraboraluft geradeschmalen Inseln aus. In der Mitte der Lagune können sich noch Reste des ehemaligen Vulkangipfels oder der alten Insel über den Meeresspiegel erheben. Der Korallensaum mit seiner Härte ist der beste Schutz der Inseln gegen die Gewalt des Meeres, das sich geradezu an ihnen die Zähne ausbeißt. Nochmals Darwin: "Die feste Korallenbank an der Außenseite bricht mittels ihrer Breite die erste Wucht der Welle, die ansonsten diese Eilande und alle ihre Erzeugnisse an einem Tag hinwegspülen würden".

Und doch sind es auch Pflanzen. Ihre Hauptnahrungsquelle stammt tatsächlich aus der Photosynthese, wie man neuerdings festgestellt hat. Winzige Algen leben in ihren Geweben die wie alle Pflanzen Sonnenenergie in Zucker und Stärke umwandeln.

Erstaunlich, diese Korallen.



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