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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Frühling in Italien: Siena-Kirche-Abendesen&Arbeiterklasse

14. März 2012 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Urlaube&Radtouren

Siena - 21  So. 11.3. Kirche
Im Vorbeigehen hören wir Gesang, ein Choral, wir kennen ihn. Die Kirche ist nicht größer als die Nachbarhäuser, leicht zu übersehen, nur kenntlich an einem schlichten Kreuz auf dem Eingansdach. Drinnen eine kleine Gemeinde, zumeist schwarze Menschen. Die Frau vorne dirigiert und segnet danach. Ich wundere mich, holen die Katholen nach in Sachen Feminismus? Kinder laufen herum, die Menschen freuen sich. Draußen sagt M, das waren Evangelen, schau mal, das Schild da.

So 11.3. Köstliches Abendessen
Gnocchi mit Gorgonzola und Chianti, als Vorspeise Wildschweinwurst, Schafskäse, Weißbrot mit Vodka (in Ermangelung eines Grappa, so servieren sie es im Grappa in Erfurt). Die Gnocchi selbst gemacht. Vom kleinen Laden in der Stadt. Eine Köstlichkeit nach der anderen steht da rum. Fest-Essen könnte ich mich. Nein, das ist kein Spezialitäten Geschäft. Er ist voll von Hausfrauen des Viertels. Warum gibt es das so wenig bei uns? Ja, es kostet, Qualität kostet eben. Billigessen gegen Gaumenfreuden. Bei Brecht gelesen, der bekannterweise handgemachte Schuhe gerne trug. Er wurde gefragt, wie er das mit seinem Kampf für die Arbeiterklasse vereinbaren könne. Seine Antwort: Es ist tragisch, dass sie sich solche Schuhe nicht leisten können, es ist doppelt tragisch, da sie noch nicht einmal wissen, wie es sich in solchen Schuhen geht. (Freilich hat das B präziser formuliert, deshalb bin ich ja auch nicht Brecht).

Heute hat die Arbeiterklasse ihren realen Wunsch verwirklicht, ist Mittelklasse geworden und frönt dem Mittelmaß und des Billigkaufes.

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Katharina vom Tanneneck 03/15/2012 01:47


Na ja, die Arbeiterklasse ist fast abgeschafft und die Mittelklasse geht auch schon den Weg nach unten! Aber ich muß Dir recht geben, gutes Essen und gute Qualität hat seinen Preis. Der ist es
aber auch wert! Wenn man nicht soviel Geld zur Verfügung hat, hilft schon die "eigene Zubereitung"! Da kann man einiges sparen und trotzdem gut speisen. Es gibt ja auch Gerichte, die sind
köstlich und kosten nicht viel. Man muß nicht jeden Tag "feudal" speisen aber gut sollte es trotzdem sein. 


Ihr macht das schon richtig! Einen angenehmen Urlaub für Euch!


Liebe Grüße, Katharina

R.Einloft 03/15/2012 13:43



Aber freilich muss es nicht immer Kaviar sein. Bratkartoffeln gehören mit zu meinen Lieblingsgerichten (von M die). Und Erbsensuppe ebenso. Das Problem in D ist die Genügsamkeit mit dem Mittelmaß
an Geschmack, Hauptsache billig. Das ist in Italien (und Frankreich) anders. Hier wird noch Qualität nachgefragt, auch von einfachen Menschen. Das schmeckt man. Wir lassen es uns gut gehen. Auch
mit einfachen Sachen (gestern abend gabs French Toast, hatten zu viel Brot eingekauft, davor allerdings einige Vorspeisen).


Beste Grüße aus dem sonnigen Süden, Re