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Monday, 5. september 2011 1 05 /09 /Sept. /2011 10:50

 Wenn die Welt strahlend hell erscheint, durchsichtig und klar, gezeichnet in alle Feinheiten bis zum Horizont, wenn darin Bäume, Sträucher, Vögel, Tiere dreidimensional sich abheben, wenn die Farben des Waldes, der Wiesen und Felder kräftig und differenziert schimmern, wenn der Himmel strahlend blau oder auch voller schwerer, erdrückender Wolken ist, wenn man das alles sehen kann, dann ist man ein Glückspilz. Ich bin so einer. Nach der Operation der Augen, die grau geworden waren und grau als Normalität schon länger vorzeigten, vergessen machten, dass sie ganz anders sehen können.

Wenn ein Wolkenbruch biblischen Ausmasses hernieder prasselt, wenn man im Auto in eine Wasserwand blickt, wenn kleine Bäche zu Seenplatten werden, Keller füllen, Brücken überspülen, Strassen unpassierbar machen, durch Straßen ins Tal schießen wie Gebirgsbäche, wenn man da mitten drin ist und gut durch kommt, bevor die Straße gesperrt wird, dann ist man ein Glückspilz. Wir gehören dazu. Gestern Abend auf dem Weg zur Geburtstagsfeier von Alex kamen 80 Ltr. Wasser pro Min. herunter. Doch wir blieben trocken.

Wenn die Woche grau und kalt anfängt und in Sonne und strahlendem Himmel mit kleinen Wolken durchsetzt übergeht, dann ist man ein Glückspilz.

Wenn man leben darf und Spaß dran hat, wenn die Wehwechen sich in Grenzen halten, die Partnerin einen lieb hat, die Familie zusammen hält und die Freunde freundlich sind, dann ist man ein Glückspilz. Ich bin so einer. Oft.

Wenn man ein Leben voller Erleben in anderen Welten hatte und es nun noch mal erleben kann beim Aufschreiben, dann ist man ein Glückspilz. So wie ich.
(Bild: in Chile 1968, neue Speisen erprobend)
neue Speisen.jpg



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