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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Hommertshausen im Februar 2011

24. Februar 2011 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Meine Welten heute

Fruhlingsschnee-im-Tal.jpgHeute Morgen schneit es wieder, Minus 5 Grad Nachts.

Thoreau und Terzani, meine beiden Begleiter der letzten Zeit, sie gleichen sich weniger als Anfangs gedacht. Während Thoreau das einfache Leben preist, mit minimiertem Konsum und maximierter Zeit für sich und seine (kostenfreien) Bedürfnisse, zum eigenen Verbrauch und minimalem Verkauf anbaut, die Natur beobachtet, liest, sich Gedanken über Gott und die Welt macht, ist Terzani darauf aus, asiatische Philosophien zu verstehen, nach zu leben durch Exerzitien der Askese bis hin in die Einsamkeit des Himalaja. Drei Jahre hat er dort in einer Hütte verbracht um seine irdischen Bedürfnisse zu reduzieren nach dem Motto: Mitnehmen kann man nix (er hatte Krebs und wusste nicht, wie lange ihm noch gegönnt ist).

Über Australien in der Zeit als Gefängnisinsel und den Konflikten mit den Aborigines lese ich (Grenville; Der verborgene Fluss). Die "hohe" Kultur der Engländer mitsamt den (ex)Gefangenen, ihrem Trieb nach eingezäuntem Eigentum prallte auf die "primitive" Lebensform der Eingeborenen. Das bringt den Protagonisten zum Nachdenken: "Es stimmte, dass die Schwarzen keine Felder anlegten, dass sie keine Zäune bauten und auch keine Häuser, die diesen Namen verdienten. Sie streiften umher, ohne an den Kommenden Tag zu denken....Andererseits schienen sie nicht arbeiten zu müssen, um sich das wenige zu beschaffen, das sie zum Leben benötigten. Sie brachten jeden Tag einige Zeit damit zu, ihre Holzschüsseln zu füllen und die Tiere zu fangen, die sie an ihre Gürtel steckten. Doch danach hatten sie offenbar viel Zeit, um am Feuer zu sitzen, zu plaudern, zu lachen und die speckigen Ärmchen und Beinchen ihrer Babys zu streicheln. Die Thornhills (Siedler RE) hingegen standen bei Sonnenaufgang auf, hackten Unkraut zwischen den Maisstauden, schleppten Wasser und rodeten Wald. Erst wenn die Sonne hinter dem Hügelkamm versankt, kamen sie zur Ruhe. Dann war ihnen nicht mehr nach Spaß und Spielen zumute...Eigentlich lebten sie (die Schwarzen RE) wie die Angehörigen der Oberschicht. Einen kleinen Teil des Tages widmeten sie ihren Geschäften die übrigen Stunden dem Genuss". Thoreau pur. Sogar die Bibel gibt diese Regieanweisung zum Leben: "Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn Speise? Und der Leib mehr denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch." (Matthäus 6/25). Ich sehe keinen, der sich daran hält.

Wir können noch nicht gen Süden fahren, dass WoMo muss erst entwintert werden. Die großen Batterien heute eingebaut, die vertragen keinen Frost. Und die Heizung innen geht nur, wenn Wasser aufgefüllt und der Boiler voll ist. Der aber hat ein Thermostat, das unter 8 Grad den Ablauf öffnet, damit das Wasser nicht frieren kann. Gescheite Einrichtung, aber die Temperatur im Inneren muss ich erst mal haben. Heizöfchen reingestellt. Abfahrt für Morgen geplant. 

England 1640, Frankreich 1789, Deutschland 1848, Russland 1917 sind Revolutionen mit ähnlichen Abläufen. Als Standart wird die französische Revolution angesehen mit: Zusammenbruch der alten Ordnung, einer Periode der Verfassungserneuerung, Gegenrevolution, Radikalisierung, Terror und Militärdiktatur. Sollten die aktuellen Geschehnisse diesem Muster folgen, dann haben die Ägypter kaum Phase eins absolviert und noch einen weiten Weg vor sich. Oder muss die Revolutionsforschung ihre Thesen umschreiben? (die bürgerliche wohlgemerkt, die marxistische kennt ein paar mehr und klassenkämpferische Gründe dafür).

M war gestern wieder im Club zum Skat-Training mit ihren Hinterländer Luschen. Einer säuft und braucht ewig, ein Anderer weiß alles besser und schimpft nach jedem Spiel, doch sie hält eisern durch, weil sie gerne spielt (und einige ganz OK sind). Um ¼ nach 1.00 Uhr kam sie. Dritte geworden und 12 Euro gewonnen. Das hilft uns weiter.

 

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Katharina vom Tanneneck 02/26/2011 22:58



Wir hatten heute einen sonnigen Tag und zum ersten Mal wieder Plus Grade. In der Sonne war es sogar recht angenehm an einem windgeschützten Platz. Ich glaube, der Frühling kommt.


Euch wünsche ich eine gute Reise und frohe und glückliche Tage. M hat ja schon einen guten Beitrag für die Reisekasse geleistet. Ich würde auch mal gerne wieder Skat spielen, allein es fehlt die
dritte Frau.


Liebe Grüße, Katharina



R.Einloft 02/28/2011 12:45



Ja, ja, die Reisekasse, schon hinter Frankfurt geht ein Teil für Reparatur drauf - siehe heutiger Beitrag. Macht nichts, wir kommen so weit wie es geht. Heute auch hier schön, die letzten Tage
allerdings übel mit Regen und Költe.


Das wär´s ein Frauen-Skatclub!


Bis dann, wir melden uns wo es geht


RE



Peter Gerlach 02/24/2011 16:35



Gute Reise! Grüßt mir den Süden und sagt ich komme im Juni nach :)



R.Einloft 02/25/2011 12:08



Danke. machen wir, wenn alles klappt, fahren wir heute los. Die verflixten modernen WoMo vertragen keine Kälte wenn man sie wieder einsetzen will. Aber den kriegen wir, den Problem.


Bis dann und lass es dir gut gehen


Bestens RE