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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Jatropha-Projekt in Pucallpa/Peru (Oriente) Teil II

13. Januar 2014 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Lateinamerika

Jatropha-Farm-13-von-14-.jpg

Fortsetzung von Jatropha-Projekt in Pucallpa/Peru (Oriente)

 

Für den mit Wurzeln durchsetzten Urwaldboden braucht es leistungsfähige Geräte, wenn das Ganze industriell aufgezogen werden soll. Soweit möglich, sollen die noch vorhandenen Bäume nicht gerodet werden. Schwere Pflüge reißen den Boden tief auf, Eggen und Planierer machen die Fläche einigermaßen eben. Darauf wird mit der Maschine gesät, ein Versuch mit Stecklingen muss zeigen, ob sie resistenter gegen Überwucherung sind als Ansaat.

 

Von der Ausstattung her könnte es los gehen, müsste geerntet werden, denn das Projekt besteht seit ein paar Jahren. Müsste….wenn…


Jatropha-Pflanze--8-von-10-.jpgJa wenn der Urwaldboden mitmachen würde. Das resistente, scharfkantige, schnellwachsende, am Boden verholzte Gras, das überall die nicht bearbeiteten Böden in einer ungeahnten Schnelligkeit wieder einnimmt, ist schwer zu bekämpfen. Alle 2 Monate muss zwischen den Reihen mit den Traktoren gemulcht (niedergeschnitten und gehäckselt) und laufend zwischen den Bäumchen per Hand frei gehackt werden.

 

Bisher gibt es eine Fläche von 1 ha mit groß und gleichmäßig gewachsene Sträuchern. Und da kommt der dort lebende Arbeiter nicht mit dem Saubermachen zwischen den Stauden mit (Gerd sagt, er ist faul). Auf dem anderen angepflanzten Feld, 450 m breit und bis an den Horizont reichend (kommt mir so vor) sieht man Bäumchen in verschiedenen Größen, Jatropha-Pflanze (10 von 10)auch Reihen ohne, da war das Gras schneller als der Wuchs der kleinen Pflänzchen. Nicht sauber gemacht, sagt Gerd und nicht genügend gedüngt. Es fehlt momentan an Arbeitskraft, die ständig dem Gras auf den Leib rücken. Dann muss noch regelmäßig in Höhe und Breite beschnitten werden, damit Traktor und andere Maschinen durchkommen. Auch dazu gibt es bereits eine Maschine. Können wir erst im Herbst, im März, April, sagt Gerd.


Im Projekt ist die gesamte Infrastruktur vorhanden, um einige Hundert Ha zu bearbeiten und zu ernten. Die Holländer haben nur Maschinen ko-finanziert, Arbeitskapital müsste mehr vorhanden, Handarbeit durchgehend eingesetzt sein. Eine andere offene Frage ist, ob der Markt den Motorumbau akzeptiert. In anderen Gegenden hat er das. Es ist, so sehe ich es, ein Hasardspiel. Aber Neuerer-Typen waren immer so. Sie hatten eine Idee, die es bis dato nicht oder nur rudimentär gab und nach ihnen war diese Idee gesellschaftsfähig. Aber bewundern darf ich den Mut, die Entschlossenheit, den Einsatz in einer Gegend, in der das Leben nicht ganz leicht ist.

R in der Jathropha-Pflanzung (2 von 2)

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