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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Lima 31. Dezember 2013

31. Dezember 2013 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Lateinamerika

Lima - 06

50 Meter, an manchen Stellen noch mehr fällt die Küste steil ab. Vom Meer aus sieht man Hochhäuser gefährlich nahe an der Kante entlang aufragen. Oben liegt der Stadtteil Miraflores, „schau mal die Blumen da“, muss der Entdecker wohl gerufen haben. Noch immer gibt es lauschige Straßen und blumige Parks. Ein Stadtteil der Wohlhabenden. Und wir mitten drin.

Morgens waren wir zweimal frühstücken in einem Straßencafe unter einem Sonnenschirm, Leute angucken. Sonntags ist die Avenida für den Autoverkehr gesperrt, Inlineskater, Skater, Fahrradfahrer, Dreirädchen, Volleyballspieler und Zumbatänzer bevölkern die sonnigen Parks und Straßen.

Lima - 14Die Wohnung in einem der Hochhäuser ist klein und ausreichend. Weiter vorne Stufen hinunter zum Strand, steil und lang. Unten schau ich mich um, steht doch da: Tsunami-Fluchtweg. 300 Treppen und lange Steigungen aufwärts vor den Monsterwellen zwischen drängenden Menschenmassen fliehen, stell ich mir nicht angenehm vor. Besser als die Steilküste vorm Gesicht ist es allemal.
Am Strand noch eine Besonderheit: Die Sonnenampel von Grün bis Rot mit vorgeschlagenen Verweilzeiten nach Strahlungsintensität samt übergroßem Menschengrafik, welche Teile besonders gefährdet sind (Gesicht: Beschleunigung des Altersprozesses).

Heute Morgen festgestellt, die Visa-Card ist weg. Und unser Telefon ist für die Notnummer blockiert. Frank hat die Sperrung der Karte erreicht, mich per Telefon am linken Ohr, Visa International am rechten (oder umgekehrt, habs ja nicht gesehen) und dann Nummern und Buchstaben auf Englisch durchgegeben (wie buchstabiert man Z? - jetzt weiß ich´s = Zebra). 

Gestern bei Gerd und Nadia. Sie wohnen unweit von uns den Strand hinunter mit Blick zum Meer. Seit Ecuador Tagen vor 30 Jahren kennen wir uns, auch wenn sie fast ausschließlich in Lateinamerika gelebt haben. Und das Verhältnis ist noch genau so schön. Wir fahren mit ihnen runter in den Urwald, sie haben ein Projekt mit Anbau und Erzeugung von Bio-Kraftstoff (habs noch nicht richtig kapiert, muss es sehen).

Lima - 10Lieb sind sie, die Enkel. Sie sitzen da und wollen mit uns zusammen sein. Jan, schick wie ein Italiener, sitzt da und freut sich. Lima - 11

 

Tati argumentiert wie ihr Vater - mit Schwung und Lust am Formulieren und Argumentieren. Frank will wie seit Jugendtagen überzeugen, insistieren, bis der Gegenseite die Argumente ausgehen. Und ist ein herzensguter Mensch der vorne und hinten für uns da ist. Gestern Abend nach dem Essen musste er weg, sie kriegten eine Ladung Brombeeren und setzen heute für 700 Flaschen Wein an. Anfangs war der Wein sauer, jetzt haben sie den Trick raus und einen eigenen Markt erobert. Auch für ihre Marmeladen, passierte Tomaten und andere Biosachen. Die verkaufen sie auf dem Bio-Markt und liefern bei den Kunden an. Frank per Fahrrad. Er sagt, er ist schneller als mit dem Auto. Glaub ich ihm, Frank allemal.

Heute ist Silvester. In Hommertshausen mit 3 Grad und Schneeregen (sagt meine Wetterkarte) gefühlt eher als in Lima mit 23 Grad und Sonne. Wir gehen heute Abend an die Steilküste vorne und schauen dem Feuerwerk zu. Selbst darf man keinen Krach machen und die bösen Geister verjagen. Nur laut schreien. Ob das hilft?



Ich wünsche allen wenig bis keine bösen Geister im Neuen Jahr. Nur Gutes.

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