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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Lost in Bukovina

18. April 2014 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Donaudelta&Rum

Kar Donnerstag, den 17.4.2014;  Iasi Rumänien.

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Trist der Ausblick auf nebelverhangene Felder, kalt das Zimmer. Ein Besoffener schwankt mit der leeren Schnapsflasche am Haus vorbei, verfolgt vom wütenden Gebell der Hunde. Wir sind alleine im Internat. Nur der Wächter wacht da draussen irgendwo. Osterferien sind. P1090594Auf der Wand gegenüber meinem Bett die Madonna mit einem zu groß geratenen Jesus. Sonst ist alles kahl im kleinen Zimmer, es ist einfach doch genügend.

Freundlich sind wir empfangen worden am kleinen Flughafen. Liliana, die Rektorin der technischen Schule, an der wir arbeiten, hat uns in ihrem kleinen Auto abgeholt.

Iasi, wie wir es bisher gesehen haben ist nicht schön und nicht hässlich. Farbe fehlt. P1090645Villen mit Holzbalkonen, Türmchen und Balkonen obendrauf wechseln ab mit schräg zusammengenagelten Häusern und einfachen Bauten. Ein schöner Park wird von einer breiten Allee durchquert mit Radweg und Fußgängersteig an den Rändern. Fahrräder kann man an einer Holzbude leihen. Straßenbahn und Busse sind alt und gelb, die Autos heißen Ford, VW und Honda, nur wenige haben unleserliche Namen. Auch hier rasen die jungen Leute mit aufgeklebtem Spoiler und alte Leute humpeln an der Ampel, die nur gelb kennt, über die Straße.

Ganz am Rande der Stadt, da wo die Felder beginnen, steht der Schulkomplex, in dem wir untergebracht sind (Lilianas Technikum hat kein Internat und ihre Kollegin Rektorin hilft gerne aus). Es ist eine landwirtschaftliche Schule mit Feldern drumherum. Der Wächter küsst Liliana  und M. formvollendet die Hand und trägt den Koffer. Es ist 1/2 4 und das Mittagessen wartet. In einem kleinen Raum ist gedeckt, Schnaps und Suppe wird eingeschenkt. Der Schnaps bleibt in einer Karaffe auf dem Tisch. Wasser und Wein auch. Ein unbekanntes Gewürz ist in der Hühnchenbrühe, schmeckt interessant. Das Essen ist gut. Über Ostern müssen wir uns selbst versorgen, das Küchenpersonal hat auch Ferien. Doch am Samstag schon nimmt uns Liliana mit in ein Kloster, Ostern nach Art der russisch-orthodoxen Christen feiern. Ich hoffe ja noch immer, dass es ein Frauenkloster ist und sie mich nicht rein lassen. Die Liturgie soll bis Mitternacht gehen.

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