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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Nordkorea: Ein Stachel im Fleisch der USA

26. August 2013 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Andere Welten - andere Probleme

Bisher veröffentlicht:
Nordkorea, eine Geschichte;
Nordkorea: Der Personenkult

Korea: Die lange, leidvolle Geschichte eines Landes, das EIN Land sein will
Nordkorea: Wie leben die Menschen


 

Korean dmz map

Dass die Nordkoreaner die USA nicht leiden können, kann ich verstehen (und dass vice versa die USA und eine Menge andere Länder dieses Regime hassen, verstehe ich auch). Die Geschichte Nordkoreas mit den USA ist lang und leidvoll. Beginnend mit der fast völligen Zerstörung ihres Landes im Koreakrieg (siehe Fußnote1), der völligen Ignorierung, dass es Süd- und Nordkorea immer um die Einheit des Landes ging (wenn auch unter unterschiedlichen gesellschaftlichen Vorzeichen), der Teilung entlang des 38. Breitengrades, der Stationierung von Atombomben durch die USA in Südkorea (sie sind heute abgezogen), der Forderung im US.Kongress, Wasserstoffbomben über dem Land abzuwerfen, der totalen Isolierung des Landes bis heute und einer Dämonisierung als „Reich des Bösen“ (Busch II) haben tiefe Wunden geschlagen.


Trotz allem gibt es sowohl bei dem Bau der Atombombe und des Raketenprogramms möglicherweise auch positive Implikationen. Mit beiden Programmen will das Land sein Verteidigungspotential erhöhen und die USA massiv unter Druck setzen (dass das Regime dadurch ein teuflisches Image erhielt, nahmen sie in Kauf). Aber das destruktive Verhalten hat auch einen konstruktiven Zweck: Nordkorea signalisiere durch seine Bereitschaft zum Angriff auch seinen Willen, auf Augenhöhe die Beziehungen zu normalisieren. Das kann man nur hoffen. Es gibt viele Informationen über die Ausstattung Nordkoreas mit Bomben und Raketen. Bei solchen Behauptungen sollte man immer einkalkulieren, dass sie zur „Desinformation gezielt gestreut werden -  etwa vom südkoreanischen Geheimdienst, der eine wahre Meisterschaft entwickelt hat, Nordkoreas Gefährlichkeit zu übertreiben“ (Fritz)


Verhandeln auf Augenhöhe scheint mir ein Schlüsselwort. Unter Clinton änderte sich die US-Außenpolitik gegenüber Nordkorea. Statt zu drohen, statt Soldaten, Marschflugkörper, Flugzeugträger und Langstreckenbomber aufzufahren, wie alle Präsidenten vor ihm bot Clinton Gespräche an. Die kamen auch wirklich zustande. Tauchgeschäfte wurden ausgehandelt, so z.B., dass die USA Leichtwasserreaktoren zur Stromerzeugung in Nordkorea bauen und im Gegenzug die zu spaltbarem Material fähigen Grafitreaktoren stillgelegt werden. Es war in der Tat ein Geben und Nehmen, das hier plötzlich möglich wurde. Trotz zwischenzeitlicher Konflikte wurde das Genfer Rahmenabkommen unterzeichnet, nach dem Nordkorea sein Atomwaffenprogramm stilllegte.

 

Anmerkung 1) 450.000 Tonnen an Bomben wurden vor allem von der US Air Force abgeworfen, darunter allein zwischen Juni und Ende Oktober 1950 insgesamt 3.281.270 Liter Napalm Dies ist ein Vielfaches der (später) im Vietnamkrieg eingesetzten Menge und war wesentlich verheerender, da in Nordkorea mehr Ballungszentren mit größerer Bevölkerungsdichte und mehr Industrie als später in Vietnam existierten. Dem Historiker C. Crane zufolge waren zu Beginn der Waffenstillstandsverhandlungen neben den großen Infrastrukturanlagen wie Stauseen 18 der 22 größten nordkoreanischen Städte wenigstens zur Hälfte dem Erdboden gleich gemacht worden. General William Dean, der seit dem Juli 1950, nach der Schlacht von Daejeon, nordkoreanischer Kriegsgefangener gewesen war, erinnerte sich an die meisten nordkoreanischen Städte und Dörfer später als „Ruinen oder verschneite, leere Flächen”; fast jeder, der ihm begegnet sei, habe Angehörige im Bombenkrieg verloren. (Aus Wikipedia: Koreakrieg)

 

(Quellen: Wikipedia: Nordkorea; Korea (Geschichte); Koreakrieg; Teilung Koreas; Stern, Zeit-Online; Fritz: Schauplatz Nordkorea; andere)

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Archi 08/29/2013 10:24


Guten Morgen RE


Solange die Gier der Menschen schlimmer ist, wie Vernunft, wird es dabei bleiben, dass sie sich selber vernichten.


lg Uli

R.Einloft 09/01/2013 19:46



Tja, das sind mal schlechte Aussichten.


Trotzdem: eine schöne Woche wünsche ich Dir


Bestens RE



Archi 08/27/2013 09:06


Guten Morgen RE


Die Ammis klauen sich alles, was sie brauchen.


Nun geht es scheinbar um das Oel in Syrien. Ich glaube nicht, dass Syrer-Cheffe  so dämlich ist und Spuren überlässt, damit Westländer Krieg spielen können.


lg Uli

R.Einloft 08/27/2013 11:03



Sei gegrüßt Uli!


Bedrückend ist das alles, ja, das denke ich auch. Gibt es keine andere Möglichkeiten als mit Krieg zu drohen oder irgendwo einzufallen?


Gruß RE