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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Nordkorea: Ein Stachel im Fleisch der USA II

28. August 2013 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Andere Welten - andere Probleme

Kim Il Sung Square, Pyongyang (5063726600)Kim Il Sung Square, Pyongyangmit Juche Turm

 

Die bisherigen Teile:
Nordkorea, eine Geschichte

Nordkorea: Der Personenkult
Korea: Die lange, leidvolle Geschichte eines Landes, das EIN Land sein will

Nordkorea: Ein Stachel im Fleisch der USA I

 

Der letzte Teil hatte geendet mit: "Unter Clinton änderte sich die US-Außenpolitik gegenüber Nordkorea....Es war in der Tat ein Geben und Nehmen, das hier plötzlich möglich wurde. ..."

 

Es lief nicht alles gut, immer wieder kam es zu Konflikten, sogar zu Kriegsdrohungen. Aber insgesamt war Kim Jong il auf dem Weg, die außenpolitische Isolation seines Landes zu überwinden und frisches Geld für seine marode Wirtschaft zu verschaffen. Trickreich lies er sich alle seine Schritte zur Öffnung und Entspannung versilbern. Koreanern in Nord und Süd kam es zu Gute. Familienzusammenführung, Straßen- und Eisenbahnbau, Industrieparks, Tourismusprogramme wurden zwischen den beiden geteilten Koreas ausgehandelt und einiges umgesetzt.


Mitten in diese Entwicklung hinein platzte der Wechsel von Clinton zu Busch II und damit von Gesprächen zur Konfrontation, von Annäherung zur Drohungen, von gegenseitigen Geschäften zu einseitigen Forderungen der USA. Nordkorea wurde dämonisiert, zum „bösen Buben“, dem mit Ausradierung zu drohen war. Eine Politik der Stärke trieb das kleine Land weiter in die Isolation und zu Trotzreaktionen. Dazwischen gab es immer wieder Angebote der USA zu Gesprächen, eine konsistente Aussenpolitik, der der Gegner trauen konnte, war das nicht. Krass war die Animosität auf US-amerikanischer Seite. Bei einem ,Treffen mit asiatischen Führern bezeichnete Bush II den kleingewachsenen Kim Jon il als „Pygmäen“.


Trotz des neuen Sperrfeuers der USA ging die Annäherungspolitik Pjöngjangs eine Zeitlang weiter. Neben der Öffnung zu Südkorea begannen Gespräche mit dem Erzfeind Japan mit dem Ziel eines Friedensvertrages. Doch der Wind hatte sich gedreht. Die von Nordkorea erhofften weiteren Milliarden blieben aus, auch nicht alle bisher verhandelten Vereinbarungen mit den USA, Japan und Südkorea wurden eingehalten. In Washington hatten jetzt christliche Fundamentalisten das Sagen, die die Welt in Gut und Böse einteilten. Sie sahen in den Annäherungssignale aus Pjöngjang die Arroganz des Bösen“.


Die Reaktion lies nicht lange auf sich warten. Nordkorea igelte sich ein, setzte wieder darauf, dass die eigenen Verteidigungsmöglichkeiten eine gute Versicherung für den Fall erneuter Konfrontationen wären. Erneut wurden das Atom- und Raketenprogramm aufgenommen, internationale Vereinbarungen gebrochen. Die USA antworteten mit Plänen eines „chirurgischen Schlages“, mit der alle Atomanlagen in Nordkorea zerstört werden sollten. Die neue Doktrin des Pentagon der „vorwegnehmenden Verteidigung“ erklärte Nordkorea zum möglichen Ziel eines Präventivschlages.
Die letzten Entwicklungen sind bekannt. Heute bezeichnet sich Nordkorea selbst als Atommacht und droht mit Krieg. Es ist ein Land mit stolzen Führern, die anerkannt sein wollen und Hilfe brauche. Ich vermag es nicht zu glauben, dass dieses kleine Land es wirklich wagt, gegen der Rest der Welt Krieg führen zu wollen. Denn auch die letzten Freunde, China, distanzieren sich mittlerweile von den Drohungen Kim jong-uns. Zu lange hat man meiner Meinung nach versäumt, die von Clinton einmal eingeschlagene Strategie, mit Gesprächen und Verhandlungen die seit nunmehr 60 Jahre immer weiter vertieften gegenseitigen Verwundungen abklingen zu lassen.  Gut, ich gebe zu, dass es schwer ist, mit Typen zu verhandeln deren Denkstrukturen so völlig fremd sind, besonders wenn man sie für gerissene Tyrannen bis hin zu Trotteln hält. Ein Versuch wäre es wert gewesen. Kim jong-il strafte viele Berichte Lügen, als man ihm zum ersten Mal bei einem Gipfeltreffen auf der öffentlichen Bühne erlebte. Da „witzelte (er) auf hohem Niveau, lächelte...charmant,  zeigte Sachverstand in allen Themen und befolgte gegenüber seinem älteren Gegenüber aus Südkorea die konfuzianisch korrekte Ehrerbietung“ (Fritz)


Auch unter Obama geht die Drohhaltung der USA mit großen Manövern weiter
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/suedkorea-und-usa-starten-militaermanoever-ulchi-freedom-guardian-a-917249.html).


Trotzdem sendet Nordkorea Signale zum Einlenken im verschärften Konflikt des letzten halben Jahres. Es wird wieder verhandelt. Und das ist ein gutes Zeichen.



(http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/moegliche-wiedereroeffnung-von-industriepark-nord-und-suedkorea-sprechen-wieder-12273218.html)

(http://www.spiegel.de/politik/ausland/korea-konflikt-nord-und-suedkorea-verhandeln-ueber-familientreffen-a-918231.html).   


(Quellen: Wikipedia: Nordkorea; Korea (Geschichte); Koreakrieg; Teilung Koreas; Stern, Zeit-Online; Fritz: Schauplatz Nordkorea; andere)
 

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