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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Korea: Die lange, leidvolle Geschichte eines Landes, das EIN Land sein will

30. Juli 2013 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Andere Welten - andere Probleme

Ich hatte im April 2013 hier im Blog eine Serie über Nordkorea begonnen. Damals erschütterte das Kriegsrasseln dieses Landes die Welt. Beide Seiten rasselten - wie immer. Südkorea samt USA und ihr ewiger Gegner im Norden.

 

Angefangen hatte ich mit einer Übersicht: http://0z.fr/1r3Uh

Der 2. Teil behandelte den Personenkult um die Kim-Clique: http://0z.fr/ThoQ7

 

Dann ebbte der Konflikt ab (besser gesagt: die Presse berichtete weniger) und andere Sachen kamen bei mir dazwischen. Jetzt tut sich wieder was im Konflikt. Nach Monaten großer Spannungen wollen die beiden koreanischen Staaten erstmals seit mehr als zwei Jahren wieder direkte Gespräche über eine Annäherung führen. Und Nordkorea hat den USA direkte Gespräche über ihr Atomprogramm angeboten (http://www.manager-magazin.de/unternehmen/industrie/beschwichtungsgeste-aus-nordkorea-nach-amerika-a-905995.html). 


Zeit für mich, weiter zu machen. Mich interessierte und interessiert, wie es zu diesem Konflikt kam, der über Jahrzehnte immer wieder neu angefacht wurde. Es war zu einfach, nur Nordkorea die Schuld zu geben. Konflikte haben immer Partner. Und eine Geschichte.

 

Korea war seit ca. 200 vor Chr. ein Spielball machtpolitischen Interessen seiner Nachbarn
Über Jahrhunderte okkupierten immer wieder China, die Mandschurei, Mongolen, wieder China  und zuletzt Japan das Land. Dazwischen gab es (von den ersten Jahrhunderten nach Christi bis 1637) mehrere Königreiche in Korea mit wechselnden Abhängigkeiten. Von 1637 war Korea nach einer Invasion ein autonomer, tributpflichtiger Vasallenstaat und Protektorat Chinas. Den ersten Chinesisch-japanischen Krieg 1895 um die Vorherrschaft auf der koreanischen Halbinsel verlor China und Japan wurde die neue bestimmende Macht. China gestand „volle und umfassende Souveränität und Autonomie Koreas“ zu. 1897 wurde ein Königreich Groß-Korea ausgerufen. 1905, nach dem japanisch-russischen Krieg, hatte sich Japan endgültig als dominante Kraft in Ostasien durchgesetzt und Groß-Korea wurde Protektorat Japans. 1910 erzwang die japanische Regierung den Rücktritt des koreanischen Kaisers. Korea wurde in der Folge offiziell als Kolonie in das Japanische Kaiserreich eingegliedert. Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Modernisierung diente hauptsächlich Japan und ging mit der Beschneidung von Rechten und der teilweisen Unterdrückung der koreanischen Kultur einher. Korea wurde kulturell Japan angegliedert. Japanisch wurde zur Amtssprache.
 
Gegen diese Okkupation entstanden Befreiungsbewegungen mit dem Ziel, eine Nation Korea aufzubauen. Einer der Führer war der spätere erste Machthaber Nordkoreas, Kim il Sung.

1945 hatte Japan den Krieg verloren und musste Korea aufgeben.

Bei den Verhandlungen der Siegermächte des WK II wurde die Welt in Einflusssphären aufgeteilt, der 38. Breitengrad wurde in Korea zur Grenze zwischen West und Ost, Kapitalismus und Kommunismus. Korea ist geteilt. Die Teilung war in der koreanischen Bevölkerung sehr umstritten, ein geeintes Land nationales Interesse.

Am 14. November 1947 erreichten die USA eine UN-Resolution, die freie Wahlen und den Abzug aller ausländischen Truppen in Korea vorsah. Im Gegensatz zu den US-Truppen, die bis heute im Süden Koreas stationiert sind, zog die UdSSR ihre Armee bis Ende 1948 vertragsgemäß aus Nordkorea ab, behielt aber die ideologische Vormacht im Land. Kim-il Sung wurde in der Sowjetunion für eine spätere Machtübernahme ausgebildet.


Die vorgesehenen gesamtkoreanischen Wahlen fanden auf Grund des beginnenden kalten Krieges nicht statt. Als Folge errichteten beide Besatzungsmächte auf ihrem Gebiet im Jahr 1948 unabhängige, eigenständige koreanische Staaten und setzten ihren Kurs vertretende Regierungen ein. Beide Staaten proklamierten vom Beginn ihrer Existenz an die Souveränität für die gesamte Halbinsel für sich.

 

Fortsetzung folgt

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