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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Peñiscola klart auf; Atomdebatte klart ab; März 2011

16. März 2011 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Meine Welten heute

Peniscola-klart-auf.jpgPeñiscola klart auf! Leiser Regen ab und an, bedeckt, heller, manchmal sieht man ein blaues Loch in den Wolken. 12:17, 17 Grad

 

Da war er wieder, der junge Spiegel Journalist mit dem arroganten Gesicht, bei Maischberger saß er, seine Kolumne (von Einem der zufällig konservativ geworden) hatte ich gelesen in der er die These vertrat: wo gehobelt wird fallen Späne, auch andere Technologien fordern ihren Preis. Angeführt hatte er den Autoverkehr mit 6000 Toten pro Jahr, wegen denen ja auch keiner das Autofahren aufgäbe. Jetzt, in der Talk Show, erzählte er von Chemie Unglücken mit vielen Toten und verwüsteten Gegenden. Und keiner, sagte er, verlangt deshalb, die Chemieproduktion aufzugeben. Eingefallen ist mir da der Vertreter der Atomindustrie der fragte, ob Staudämme nicht auch von Terroristen und abstürzenden Flugzeugen bedroht seien. Und wenn die platzten, wie viel zerstörte Gegenden und wie viel Tote gäbe es dann? Meiner Sprachlosigkeit ob dieser Chuzpe fing sich an zu legen, nach dem Huber (Bayern) und ein Strahlenforscher am selben Tag der so genannten Wende in der Atompolitik noch immer dreist behaupteten, Deutsche Atomkraftwerke seien sicher. Um einige Sätze später vom (niedrigen) Restrisiko zu reden. Da schwillt mir der Kamm. Was denn nu, sind sie sicher, dann gibt es keinen Rest Risiko und wenn sie nicht sicher sind, dann lügen sie (ich bin überzeugt, alles, was der Mensch baut, steht auf tönernen Füßen, wird nie 100% sicher sein). Diese lügenden Apologeten des Restrisikos gingen mir wahrlich auf den Nerv. Da war mir auf einmal der arrogant wirkende Journalist noch lieber, der redete wenigstens Tachles. Ja, es kann zu Unfällen kommen weil es immer in der Technik zu Unfällen kommt und das muss in Kauf genommen werden, wollen wir weiter unsere technische Entwicklung und das Wohlstandsleben. Das Leben ist nie sicher. Ist da nicht was dran? Es war ja so, die gesamte Entwicklung der modernen Produktionsmittel ist von Tod und Elend begleitet. Dampfmaschinen sind explodiert, Züge entgleist, Dämme gebrochen, Fabriken abgebrannt, Bergwerke eingestürzt, Arbeitsunfälle waren und sind an der Tagesordnung. Gut, noch immer denke ich, die Folgen eines Super GAU können zerstörte Gebiete von der Größe eines Bundeslandes sein, Schneisen des Grauens über Ländergrenzen hinweg mit 100 Tausenden von Toten bis in die nächsten Generationen hinein, das ist eine Dimension von Unglück, die gleich nach Kriegen kommt. Doch können wir Zerstörungskraft und Menschenleben die unsere Technik und Wirtschaft kostet, aufrechnen? Das war eine Ebene, der konnte ich folgen. Denn sie zentrierte sich auf die Frage nach der Angst. Befürworter sagen, mit der Angst vor einem GAU können sie leben, mir ist sie zu viel. Warum? Ich glaube, es ist das Unsichtbare bei diesem Unglück. Man sieht nichts, hört nichts, spürt nichts und doch wird man getroffen, merkt es erst Jahre später. Das ist mir unheimlich. Und noch etwas: wir brauchen nicht das Risiko des GAUs eines Atommeilers eingehen, es ist unnötig. Genügend Alternativen sind da, die auch schon kurzfristig Atomstrom ersetzen. Bei Alternativen zu Chemieanlagen bin ich mir da nicht so sicher.

Ackere weiter am Marx (Biografie), Zeit genug ist da, muss nicht raus in die Sonne und Rasen mähen auch nicht. Der Typ hat einige wichtige Erkenntnisse gehabt, aber alleine schon, wie er sie beschrieben hat rechtfertigt Schreibverbot. Und doch haben die Arbeiter damals ihn gelesen, studiert, verstanden? So genau weiß man das nicht. Seine Theorie war die Hoffnung des Proletariats, der geschichtlich mögliche Kommunismus ein Himmel, Religionsersatz und Marx und Engels die einzig wahren Interpreten des Weges dorthin. Alle anderen wurden raus geekelt. Als Entspannung Ruben Fonseca mit "Mord im August", lauter Erinnerungen an Plätze und Straßen in Rio.

Kochen wird jetzt auf Energieeinsparung ausgelegt. Die letzte Gasflasche muss lange reichen, ein Umbau wäre nötig für das spanische System. Heute Abend gibt es Spaghetti mit Hühnerleber. MMMMM, freu mich schon.

 

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Katharina vom Tanneneck 03/16/2011 23:05



Ein guter und überzeugender Artikel! Ich stimme Dir voll zu und meine auch, wir könnten alle Kernkraftwerke sofort vom Netz nehmen. Es gibt doch genügend Alternativen, man muß es nur wollen. Die
Atomlobby will aber noch sehr viel Geld verdienen mit diesen alten Atommeilern. Ich bin für´s abschalten! Alle!


Wir hatten heute spanisches Wetter.  Es regnete in Strömen und sogar Hagel kam herunter. Danach zeigte sich aber
ganz kurz die Sonne.


Spaghetti gibt es morgen allerdings mit Hackfleischsoße. Ich freue mich darauf.


Liebe Grüße, Katharina



R.Einloft 03/17/2011 18:28



Ha! Jetzt haben wir die Sonne. Wunderbar scheint sie vom blauen Himmel, nur vereinzelt Wölkchen. Dafür ein böiger Wind, der das WoMo aus dem Federn hebt und alles, was nicht niet- und nagelfest
ist, davo treibt. Ich hab in der Hängematte gelegen und mich vom Wind schaukeln lassen.


Gut ist bei dem Ganzen, dass die Diskussion wieder voll los gegangen ist. Jetzt wird es schwerer, einfach so weiter zu machen. Die Wähler sind erst mal gefragt. Bin gestpannt.


Freitag mach ich traditionell Spaghetti, aber mit Corned Beef.


Liebe Grüße aus dem wunderbaren Spanien


RE