Artikel teilen! Peñiscola weiter im Regen, März 2011: Regen, Regen, stürmisch, 16 Grad 16.00 Was liest du denn da fragt er seinen F ...
Andere Welten oder: vom Leben in Chile, Ecuador, Brasilien, Kolumbien, Tansania, Mosambik und immer wieder Deutschland
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Regen, Regen, stürmisch, 16 Grad 16.00
Was liest du denn da fragt er seinen Freund,
biegt den Kopf und entziffert den Buchrücken: K-A-R-L M-A-R-X......Ach du liebe Güte, sagt der lesende Freund erschrocken, jetzt weiß ich auch, warum ich schon auf Seite 30 bin und immer noch
kein Indianer vorkommt. Ich bin schon über Seite 30 hinaus bei dessen Biografie. Auch wenn von der FES als "Politisches Buch" prämiert, komm ich schon wieder nicht dahinter, was Marx meint mit
seiner Behauptung, Hegel, Feuerbach und die gesamte Philosophie vom Kopf auf die Füße gestellt zu haben. Zeit zum Grübeln gibt es genug, der Zwang zum Sonnen fällt weg. Gestern war mal Sonne, sie
gibts also noch. Seit heute Nacht regnet es wieder.
Die erste Gasflasche ist leer und wir erfahren, deutsche Flaschen lassen sich in Spanien weder füllen noch tauschen. Die haben ihr eigenes System mit eigenen Anschlüssen, Sicherheitsventilen etc. pp. So müssen wir halt ein wenig frieren mit der letzten Flasche, denn die Heizung frisst am meisten. Zum Kochen wird´s noch eine Weile reichen, dann fahren wir zurück. (Die Nachbarn sind rührend, bieten uns ihre Kochplatte an. Auf die Frage, wie sie das machen erfahren wir, rechte Camper heizen und kochen mit Strom. Den gibt´s umsonst. Und obendrauf umgehen sie das Problem mit dem Gas).
Wir zumindest können im warmen Bett warme Brühe trinken. Da sind andere schlechter dran. Keine Beschwerde will ich vermelden, keine. Mit Sonne Urlaub machen kann ja jeder.
Muss ich mich aufregen? Ich muss mich aufregen. Die Diskussion um Atomkraft ist wieder eröffnet, das ist gut. Doch schon wieder schlagen die Zyniker zu. Die Frage lautet nicht, ob der Sicherheitsstandard erhöht werden muss, die Frage ist, ob wir Katastrophen atomarer Verseuchung in Kauf nehmen. Auch wenn das Restrisiko kleiner wird, so bleibt ein Rest Risiko! Kein Experte wird behaupten, Atomkraft sei 100% sicher (außer Merkel, die hat das gestern Abend wieder gesagt, aber sie ist ja keine Expertin). Und wenn Atomkraft nicht 100% sicher ist, kann der Gau eintreten. Es ist ein ebenso banaler wie erfahrungsträchtiger Satz der Technik: Was kaputt gehen kann geht kaputt. Sollen wir Tschernobyl wirklich riskieren? Ich habe von Schätzungen gehört, dass 200 000 Menschen bisher an den direkten und indirekten Folgen gestorben sind, und weitere noch sterben werden. Eine Fläche so groß wie ein Bundesland ist landwirtschaftlich nicht mehr nutzbar, 5% des Bruttosozialprodukts müssen jährlich aufgebracht werden um den noch immer brodelnden Kessel in Zaum zu halten. Nicht schätzbar sind die Folgen der Kontamination durch die Strahlenwolke in ganz Europa. Das ist die Katastrophe, die passieren kann. Alle, die für Atomenergie sind meinen schlussendlich, dieses Risiko könnten wir eingehen. Ich meine: NEIN! Wir dürfen es nicht eingehen. Das muss die Diskussion sein, nicht irgend welche Sicherheitsstandards.
PS: Das Restrisiko ist übrigens gar nicht mal so klein. Der höchste Risikofaktor dabei bleibt – willentlich oder unwillentlich - immer noch der Mensch.
PSS: Wir hatten gestern so ein Beispiel, dass Sachen passieren können die gar nicht passieren können. Unsere Räder hatte sich so ineinander verkeilt, dass wir sie nicht mehr auseinander brachten. Pedale in Speichen, Schnellspannhebel hinter Rahmen, Katzenauge hinter Kette, Lenker unter Vorderrahmen, Bremshebel in Gabel, alles gemeinsam und so festgezurrt als wäre es verschweißt. Der nette Nachbar kam mit dicken Schutzhandschuhen. Zu 3. haben wir fast 1 Std. gebraucht, bis wir die Teile zurück gebogen und auseinander montiert hatten.