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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Pfingstmontag

28. Mai 2012 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Meine Welten heute

27. Mai 2012 11:40 Uhr; 20 Grad; dicke Wolken am Himmel, dazwischen Sonnenschein

 

Die Sonne der letzten Woche hat so viel Strom produziert wie 20 Atomkraftwerke. Schwenken wir um, seien wir für die Erderwärmung, dann kriegen wir genügend alternative Energie und brauchen uns keine Sorgen um unseren Wohlstand zu machen. Fehlen nur noch die Trassen, um den Strom dahin zu bringen, wo er gebraucht wird. Die bisherigen, zentralisiert von den Atomkraftwerken ausgehenden weiterhin zu nutzen, dazu rüsten gerade die Konservativen Energiepolitiker. Sie können ihre Niederlage nicht verwinden. Oder macht die Regierung das von alleine? M sagt, sie verzögern, damit sie einen Grund haben, die still gelegten und still zu legenden Mailer zu reaktivieren.

 

Neuerdings fahren Männer Trecker. Alte, gebrauchte, neu aufgemöbelte, möglichst mit einer kraftvollen Seilwinde am Bug. Weil sie Holz im Wald ziehen, sagt mein Bruder, die Heizung ist zu teuer. Ja doch, Männer müssen in den Wald weil richtige Männer richtig Holz machen. Und mit ihrem Trecker richtig durch Wiesen und Felder eiern. Ich vermute, dahinter steckt eine Vorstellung von kraftvollen, zupackendem Mann, der seine Projekte haben muss um sich zu bewähren. Die Baumärkte danken es ihnen. Nirgendwo auf der Welt sind sie so frequentiert wie in Deutschland. Und die Reklame führt ihn uns vor, den Mann mit dem Boschhammer (rattatattatong, weg ist der Balkon), den Mann, einsam in der Wildnis sein Haus bauend, den Mann, Wände einreisend um neu zu erschaffen. Er ist nicht mein Mann.

 

Es ist ruhig unten auf der Straße, ab und an sausen sie vorbei, die Radrennfahrer. Pfingstmontag tun sie das mittlerweile traditionell. Von Dautphe über Silberg, Hommertshausen, Mornshausen und zurück nach Dautphe. Sechs Runden, 57 Km. Rennen für Profis und Amateure, für klein und groß. Früher wäre ich gerne mit gefahren. Nur staunend kann ich zuschauen. Schnell sind einige, unglaublich schnell.

 

Mein Gemüt hält es heute mit dem Wetter: betrübt mit wenig Sonnenschein

Betrübt

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Joachim 05/30/2012 20:06


Hoffentlich vergessen die Waldbesitzer das Gebot der Nachhaltigkeit hier nicht.

R.Einloft 06/05/2012 13:47



Sie müssen, auch wenn sie nicht wollen. Aber meistens machen sie nach wie vor Monokultur, zwengs des Ertrages (was für ein Begriff bei Wald).


Gruß R



Katharina vom Tanneneck 05/30/2012 00:27


Ich kann Joachim nur zustimmen! Die Biogasanlagen fahren mittlerweile aus anderen Bundesländern das Zeugs hierher. Ja, auch aus den Wäldern wird viel Holz geholt. Ob das alles so sinnvoll und
natürlich ist? Ich glaube nicht! 


Wir hatten schönes Pfingstwetter, kaum Wolken, sondern strahlenden Sonnenschein. Solange sie die Wind- und Sonnenenergie nicht einspeisen können, nützt es wenig. Die Ärmsten haben schon jetzt
Probleme, Strom- und Heizkosten zu zahlen. 


Die nächsten Tage sollen ja kühler werden. Hoffentlich bringen sie uns auch etwas Regen. Unser Land ist richtig ausgetrocknet.


Liebe Grüße, Katharina


 

R.Einloft 05/30/2012 14:02



Bisher scheint unser Wald noch ganz gut in Schuss zu sein. Aber du hast Recht, die Verwertung von Holz nimmt zu. Wie das dann werden soll, steht in den Sternen. Der Wald ist ein Schatzkasten
nicht nur für Menschen. Er muss erhalten bleiben.


Das Wetter bei uns war ebenso schön wie bei euch. Jetzt kommen Wolken auf und morgen soll es regnen. Prima für die Natur. Ich dagegen liebe die Sonne. Aber wer fragt schon mich? (Gott sei Dank
niemand).


Beste Grüße, RE



Joachim 05/29/2012 20:50


Ich beobachte hier bei uns ebenfalls, wie massenhaft Holz aus den Wäldern mit schwerer Technik geschleppt wird. Es wird leider auch zu sehr zweifelhaften Zwecken verfeuert, z. B. für die
Produktion von Bio-Gas. Immer größerer Energieverbrauch für immer mehr Gewinn.


Herzl. Gruß Joachim

R.Einloft 05/30/2012 13:58



Und dieses schwere Gerät schadet dem Wald sehr! Gott sei Dank haben wir das strikte Gebot der Nachhaltigkeit seit 300 Jahren. Wird ein Baum geschlagen, muss ein neuer gesetzt werden. Um des
lieben Geldes willen wurde daraus viel schnellwachsende Monokultur. Aber das regelt die Natur ebenso. Windschäden in diesen Monokulturen sind 3 Mal so hoch wie in Mischkulturen. Trotzdem finde
ich es gut, dass nach wie vor die Nachhaltigkeit siegt. Das Prinzip haben wir in unseren Landwirtschaftsprojekten in den Ländern, in denen ich war, immer wieder gepredigt. Doch auf dem Ohr war
überwiegend Taubheit.


Gruß und so, RE