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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Pucallpa, Donnerstag den 9.1.2014 21:00 Uhr

11. Januar 2014 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Lateinamerika

(Ist nicht einach mit dem Internet)

Und ich dachte, wir wären im Urwald angekommen. Dabei sind wir des Abends erst mal in den Supermarkt gegangen um die notwendigen Lebensmittel für die Finca einzukaufen. Die Mall ist neu und gut besucht. Nur ein paar Geschäfte im Untergeschoss haben geöffnet, der Rest ist im Rohbau. All die guten Sachen, die im Leben eines Mittelstandsbürgers Freude machen sind mühevoll in Lastzügen von der Küste aus her geschaukelt worden.
Altiplano-Strasse--2-von-2--Panorama.jpg
Um 11.00 sind wir in Huánuco, auf halber Andenhöhe aufgebrochen, abends um 6.00 angekommen. Insgesamt haben wir 18 Std. für die Fahrt von Lima her gebraucht. Nach dem Nebelwald kam der Regenwald, der seinem Namen alle Ehre machte. Es goss in Strömen. Das tut es öfters in der Gegend, sagt Gerd. Altiplano DerrumbeUnd dann kommen die Erdrutsche runter. Die Polizei hatte unterwegs gewarnt, ihr kommt nicht durch, eine Brücke ist zusammengebrochen. Es ging dann doch, sie hatten eine schmale Rinne frei gebaggert, wir mussten nicht sehr lange warten. Immer nur Konvois wurden durchgelassen, dann haben sie weiter gearbeitet.

 

 

 

Finca-Gerd--1-von-1--2.jpg

 

 

 

Gerds Finca ist mit „Km 28“ ausgezeichnet und liegt auch soweit entfernt vom Zentrum. Pucallpa ist eine pulsierende, knatternde, laute, emsigen Frontierstadt. Moto_Car--1-von-1-.jpgÜberall flitzen wie Hornissenschwärme die Moto-Cars kreuz und quer herum. Vorne sind sie Mopeds, hinten haben sie überdachte Sitzbänke. Sie sind billig und transportieren Leute, die sich sonst nie Taxis leisten könnten. Gerd sagt, in Peru sind 90 000 dieser Fahrzeuge unterwegs und geben gerade auch jungen Leuten ein Einkommen. (In anderen Gegenden sind sie mit einer Plastikschale umhüllt)

Nur 200 Km entfernt liegt die Grenze zu Brasilien, aber dahin führt keine Straße mehr. Da ist dann der richtige Amazonas-Urwald. Die Gegend hier ist schon seit mehr als 100 Jahren abgeholzt und zur landwirtschaftlichen Nutzung freigegeben. Obwohl der größte Teil der Flächen brach liegt, hohes Gras hat die Flächen zurückerobert, dazwischen Bäume, auch mal kleine Wäldchen. Ab und an Mangobäume, Kakao, Bananen, Pampelmusen, Apfelsinen, andere tropische Früchte sehen wir. Verbreitet sind die staatlich geförderten Plantagen mit Ölpalmen.

Heute hat M Geburtstag. Sie freut sich. Noch nie, sagt sie, habe ich so eine schöne Fahrt als Geschenk erhalten. Aber gerne doch. Eine arabische Halskette hat sie auch noch gekriegt. Den Abend davor haben wir um 9:00 mit Pisco Saur vor gefeiert. Es war 3.00 Uhr Nachts in Deutschland. Sie, die ältere des Zwillingspaares war ein paar Stunden jünger als ihre Schwester Toria.

M-auf-der-Finca--1-von-1-.jpg

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