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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Pucusana, Panamericana Sur, Peru III

5. Februar 2014 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Lateinamerika

Montag, den 3. Februar 2014; Pucusana
Letzter Tag hier, morgen fahren wir nach Lima zurück. Und am Mittwoch ist Abschied. Abends um 21:05 fliegen wir. Und sind am Donnerstag um 18:30 Uhr zurück in Frankfurt. Es soll da kalt sein. Wir wissen es nicht, Internet, Radio u Fernsehen fehlen hier (und fehlen uns wenig. Wir haben ein Schild gesehen: „Hier gibt es kein WiFi, unterhalten Sie sich mit Ihren Kindern“). M hat gesagt, wir waren jetzt 6 Wochen nur von lieben Menschen umgeben. Da hat sie Recht. Wir brauchen  mal wieder etwas Kälte, sonst werden wir ganz verwöhnt und kriegen gleich die Grippe bei jedem unfreundlichen Windzug.


Pucusana-Badezeit.jpgWochenende ist Badezeit. Dann kommen Ströme von Menschen an diese unwirtliche Küste und lassen sich mit Mann und Maus an den Stränden nieder. Wie bunte Pilze entfalten sich allenthalben die Sonnenschirme, Wasserbälle und Gummiboote werden aufgeblasen und die Ausflugsboote haben Hochsaison. Einmal den Hafen rauf und runter und durch die gischtbesprühte Enge des Durchbruchs von Land und Insel raus aufs Meer scheint ein Höhepunkt zu sein. Danach stehen sie im Wasser, werfen sich Bälle zu, kreiseln ihre Kleinkinder über der Oberfläche und reden, reden, reden. Vor dem Strand auf der Festlandseite haben sie einen großen Lautsprecher aufgestellt, der den ganzen Tag die Bucht beschallt mit Volksmusik. Sie kommt ein wenig verzerrt hier an, doch ich liebe diesen Latino-Flair. Abends ist die Mole auf der anderen Seite hell erleuchtet, überall stehen Tische und Stühle, es wird gegessen, getrunken, gefeiert und getanzt. Auf dem Wasser huschen die kleinen Boote des Shuttles zur Insel voll mit Menschen hin und her. Ab und an legt ein Fischerboot ab und fährt gemächlich auf das offene Meer hinaus. Noch wenn wir schlafen gehen hören wir die Tanzmusik von drüben herüber wehen.Pucusana-2014---24.jpg


Heute brennt die Sonne wieder vom Himmel. Sie scheint Mittags senkrecht. Sitze ich in einem Stuhl, senkrecht auf mein spärlich bewachsenes Haupt und bräunt Glatze und Nase. Ich muss Wärme auf Vorrat tanken und gebe mich ihr hin.

 

Der Gang der Sonne ist wie folgt: steht man mit dem Rücken zum Süden und hat in der rechten Hand einen Ball (die Sonne!), dann führe man den ausgestreckten Arm parallel zum Körper nach oben bis die Hand mit der Sonne über dem Kopf ankommt. Dort steht sie nun und scheint mir mitten aufs Haupt. Danach übernimmt die rechte Hand und der Arm senkt sich langsam gen Westen, immer fein parallel an der Seite entlang. Da entschwindet sie um am nächsten Tag rechterhand wieder hoch zu kommen. 6 Stunden davor war sie über Deutschland und hat gefroren.

Dienstag, den 4. Februar 2014; Pucusana
Auf diesem Kontinent ist Ungenauigkeit Methode. Rührend der Versuch der Natur, Exaktheit beizusteuern. Ebbe und Flut folgen synchron Sonnenaufgang und Untergang. Morgens um 6:00 kommt die Flut, Mittags um 12:00 geht das Meer zurück um Abends um 6:00 wieder zu kommen.


Morgens und nach dem Mittagsschlaf bin ich täglich durch die Bucht geschwommen. Das würde ich mein Leben gerne mein Leben lang machen.


Heute Abend gehen wir in Lima mit den Lieben Essen und Morgen Mittag nochmals. Jeweils in unsere Lieblingslokale. Danach machen wir uns vom Acker.

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