Artikel teilen! Reise nach Peru - bis Freitag - 22.1. 2010 Cusco: Ist die Sonne weg, wird es empfindlich kalt, ist sie da, knallt sie. Kein Wunder, wir sind auf 340 ...
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Ist die Sonne weg, wird es
empfindlich kalt, ist sie da, knallt sie. Kein Wunder, wir sind auf 3400 m Höhe, in Cusco, der alten Inca Stadt. Schön rausgeputzt erinnert sie uns von ferne an Cuenca in Ecuador. Beeindruckend,
vor den riesigen Blöcken der von den Incas gebauten Grundmauern zu stehen, auf denen die Spanier ihre Gebäude errichteten. Wie haben die Incas solch tonnenschweren Monolithen bewegt (der größte
wiegt 70 Tonnen)
und wie bearbeitet, dass
kein Blatt Papier dazwischen passt? Wüssten wir gerne, gelle? Geschliffen mit Sand, erfahre ich später. Mag sein, dann aber müssen viele Leute himmelsviele Stunden mit Schleifen verbracht haben.
Und noch immer ist nicht ganz klar, wie sie die exakte Passform der verwinkelten Oberflächen zustande brachten. Auf Rampen, mit Wasser und Rollen hätten sie die Steine bewegt, Kilometer weit von
den Steinbrüchen bis zur Stadt. 10 Männer, so ein Wissenschaftler, wären nötig gewesen um 1 Tonne auf diese Art vorwärts zu bringen. Das sollen sie erst mal nachmachen. Wenigstens sind sie da, die
Blöcke, haben die Spanier überlebt, alle Erdbeben, die die Stadt zerstörten, das letzte 1950 bei dem 90% der Gebäude zerstört wurde, und noch immer stehen die Mauern und lassen es zu, neuen
Gebäuden als Grundlage zu dienen.
Quechua heißen die Urbevölkerung
samt ihrer Sprache bis heute, Hochlandindianer, klein, gebückt, bunt angezogen, huschen sie durch die Straßen, immer in Eile, fast immer beladen. Räder kannten die Incas nicht, bis heute wird das
Tragen der Lasten von seinen Nachfolgern bevorzugt. Cusco, Magnet für Touristen, Zwischenstation, um nach Machu Picchu, der erst im letzten Jahrhundert entdeckten Inca-Stadt in den Wolken zu
gelangen, ist eine einzige Verkaufsfläche. Unsere kleinen Quechuas sind handelstüchtig, erinnern mich an Zigeuner in ihrem nicht nachlassenden, auch handgreiflichen Eifer, jedweden Ramsch zu
verkaufen.
Mista, Mista,
Foto rufen die Cholitas in den kunterbunten Trachten, Kinder im Tragetuch, Lama am Seil hinter sich her ziehend, als Modell für pittoreske andine Fotos sich zur Verfügung stellend, immer die Hand
für kräftige Trinkgelder aufhaltend. Die können ganz schön ausfallend werden, wagt man zu fotografieren ohne Zahlung. Dazwischen der nicht abreißende Strom fliegender Händler, ihren allbekannten
Ramsch mit Motiven der Hochlandindios dem Spaziergänger unter die Nase haltend, jedes zweite Haus eine Herberge, ein Lokal, ein Geschäft, ein Reisebüro, in jedem Zwischenraum ein Markt mit
ebendiesen Wollsachen, wie kriegen die nur solche Mengen los? Junge Mädchen an jeder Ecke mit Handzetteln für Inca-Massage, was ist denn nun das schon wieder? Trampelt da ein Lama auf dir rum? Es
könnte auch ein Thai-Massage sein oder was sie wollen, Mista. Ist das etwa ein versteckt eindeutiges Angebot? Ich habs nicht ausprobiert, die kleinen Cholas haben mich noch nie angemacht. Aus jedem
Furz wird hier Geld gemacht. Warum auch nicht, die Stadt hat sehenswerte Sehenswürdigkeiten, eine lange Geschichte aus Vor- und Incazeit, sie erinnert an Pizarro, den zum reich Werden
wildentschlossenen Abenteurer, sie zeigt den Einfluss der spanischen Besetzung und die neue Zeit.
Mitten auf der Plaza de Armas, dem Waffenplatz, Zentrum der Stadt, Treffpunkt der Menschen, steht ein Brunnen aus Stahl,
gebaut von Eiffel, dem Erbauer des nach ihm benannten Turms in Paris. Ganz früher war es der zentrale Platz des Inca-Reichs, Zentrum ihrer Welt, 2 1/2 mal größer und mit Sand aus allen eroberten
Provinzen bedeckt. Hier hat Pizarro sie hinrichten lassen, die Incas und ihre Edlen. Hier haben sie ihre Kirchen und Paläste auf die Mauern der Inca-Heiligtümer gesetzt, hier hat die neue Elite die
Unabhängigkeit ausgerufen (1823). Alte prächtige Schatten und Schutz spendende Bäume standen hier, genutzt von der Bevölkerung für Treffen und abendliches passeo, dem traditionellen Spaziergang
kurz vor Sonnenuntergang und Markt für Eheanbahnung und nachbarschaftlichen Beziehungen. Ein neuer Bürgermeister, besessen von seinem Auftrag einer sauberen Stadt, hat in einer Nacht- und
Nebelaktion all die schönen Bäume fällen lassen. Wütend haben die Bürger seinen Regierugssitz besetzt und all die Bäume in seinem privaten Anwesen ebenfalls gefällt. Das war vor 10 Jahren. Spärlich
wachsen neue Bäume.