Tuesday, 5. january 2010
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19:17
Angekommen! Trotz Streik in Madrid. Egal, heute Morgen um 8.00 Uhr Limaer Zeit (14.00 Uhr in Ffm) waren wir im Hotel. 33. Std. hat die Fahrt gedauert, davon 14
Std. Warterei auf dem Flughafen in Madrid. Macht nichts, immer noch weniger als mein eigener Rekord von 44 Std. von Rio über Ffm, Moskau und Bankgong nach Hanoi oder als unser Flug von Bogota
nach Rio, der 48 Stunden dauerte. Aber was ist das schon gegen und die Zeiten berühmter Schiffsreisender. Die wussten häufig nur die ungefähren Abfahrtszeiten und nie, wann sie zurück kamen.
Humboldt und Darwin haben 5 Jahre gebraucht. Nicht zu leiden hatten sie unter dem Timelag, der Zeitverschiebung, an die sich unsere inneren Uhr erst langsam gewöhnt und uns ins Bett schickt, wenn
es noch heller Tag ist oder aufstehen will in stockfinsterer Nacht. 6 Std. müssen wir nachregeln. Rückwärts. Dafür hatten unsere berühmten Reisenden oft die Seekrankheit und kotzten sich die Seele
aus dem Leib. Auch nicht schön. Das erwartet uns erst, wenn wir Ceviche gegessen haben, jenen rohen Krabbencocktail nationaler Berühmtheit, den wir heute Abend kriegen. Dazu Pisco sauer. Wir freuen
uns.
Frank und Cecilia standen am Ausgang. Frank hat sein Auto umweltbewusst auf Gas umgestellt, dafür keinen Kofferraum mehr. Aber die beiden Damen sind schlank und passen zwischen das Gepäck auf dem
Rücksitz im kleinen Auto. Zugleich fühlten wir uns zu Hause im dampfenden Küstennebel, dem Wahrzeichen Limas, zwischen den schreienden Männer vor dem Flughafen, Taxi, Taxi Mista, den wild
durcheinander fahrenden Autos die alle nur das Eine wollen: dich! Öde und wild besiedelte Vorstädte mit ihren stinkenden Industrieanlagen zwischen Wohnhäusern, seltsam vereinheitlicht auch in
Afrika bekannt, der Geruch nach Abgasen und Abfällen, laut aufheulende Alarmanlagen, m die sich niemand kümmert, die Fußgänger, die mit oder ohne Ampel in Rudeln versuchen, über die Straßen zu
hetzen, bei Einzelgängern ist die Trefferquote wohl höher, inmitten des wohlklingenden Singsangs der spanischen Sprache und dem oft freundlichen Umgang der Menschen miteinander trotz allen
Widrigkeiten, wir sind in Südamerika!
Viel tut sich in Lima, überall wird wild gebaut, neue Straßen, Wohnblocks, Anlagen, Hochhäuser sind entstanden. Frank scheint ein wenig stolz auf "seine" Stadt, die sich da so rasant entwickelt.
Woher das viele Geld kommt, weiß er nicht. Aber die Wirtschaft boomt, und die Reichen werden reicher, die Armen haben wie eh und je nicht viel davon. Schön sehen die neuen Strandanlagen aus, alles
soll grün werden. Keine einfache Arbeit in einer Stadt, die Regen nur aus Büchern kennt, bei leichtem Nässegefühl auf dem Hemd schon jubelt. Grünpflanzen allerdings könnten die Feuchtigkeit des
Nebels nutzen.
Wir haben geschlafen, um halb sechs holt uns Frank mit den Kindern ab und wir fahren zu unserem Lieblingsrestaurant an der Mole zum Sonnenuntergang und Pisco Trinken. Und dann ist Bescherung und
unser großer Koffer wieder leer.
Aus Lima, R&M
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