Sunday, 31. january 2010
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Seit 1 Wo zurück aus Cusco. Um 6.00 Uhr am Flugplatz Regen. Der Indio-Fahrer sieht anscheinend auch mit beschlagener Scheibe, nicht 1x wischt er, Heizung und Gebläse
sind aus, mit dem Gesicht über dem Steuerrad umfährt er tatsächlich jedes Schlagloch. Lächelnd setzt er uns ab, kommen Sie bald wieder. Bei der Personenkontrolle nehmen sie M das letzte Stückchen
Metall ab, eine kleine Pinzette, die hatte nun genug Flugjahre auf dem Buckel und kann jetzt im Hochlandrosten. Das Wetter klärt nicht auf, dicke Wolken hängen über dem Tal, der Flughafen bleibt
geschlossen, wird voller, übervoll, wir warten, spielen Skat mit Tati & Jan auf dem Boden. Nach 6 Std. ein Loch in der Wolkendecke, die Maschinen aus Lima und anderswo dürfen landen und wir
einsteigen. Los, los vor der nächsten Regenwand. Gestern hören wir in den Nachrichte: Erdrutsch auf der Bahnstrecke nach Matchu Picchu und auf dem Weg in die Wolkenstadt. 2000 Touristen sind dort
oben eingeschlossen. Es gibt einen Fußweg. Wir hatten Glück, sind nur pitschnass geworden, mehrmals. Es hat gegossen wie aus Kübeln, die abschüssigen Gassen von Cusco verwandelten sich in reißende
Bäche. Trocknen bei der Kälte dort oben ohne Heizung in den Zimmern ist nicht einfach, aber geht.
Frank hat uns ein wunderschönes 2 Zi-Appartement mit Blick aufs Meer gemietet. Im Fernseher 800 Programme, wir schauen
Live-Bundesliga am Sonntag mit Frank und den Kindern vom Bett aus. Um 11:00 morgens.
Jan hat für seine Mutter und sich ein Inca-Kreuz gekauft, 4 Arme, 1 Scheibe mit Loch in der Mitte. jetzt lese ich, es symbolisiert die 4 Verwaltungsbezirke des Inca-Reiches: den Norden bis
Kolumbien, den Westen bis an den Pazifik, den Osten mit den Anden und den Süden mit Chile und Argentinien.
Samstag Abend führt uns Frank ins beste Lokal Limas. Gegrilltes Lama-Herz am Spieß die Empfehlung. Am Nachbartisch Argentinier, sie pflegen ihr Image als auffallendes Volk. Che, sauf nicht so viel,
da lacht sich der Che kaputt.
Sonntag bei Ana Paula Feijoada, das brasilianische Nationalgericht, Caipirinha vorher, kaum Besseres vorstellbar. Abends Skat mit
den Kindern, die spielen schon wie die Alten mit all den dummen Sprüchen. Hosen runter, ein jeder hat ein Herz, Pikus der Waldfee.
Die Reflexe sind noch OK. Ich muss nachts aufs Klo, da springt M auf der anderen Seite auf, rennt ums Bett herum Richtung Türstock, sieht mich, stutzt, geht zurück und murmelt: dachte, es wär ein
Erdbeben, das Bett hat so gewackelt. Überall in den Gebäuden sieht man die Schilder mit dem S für sichere Orte. Nun ja, die sichersten halt.
Montags im Kino mit den Kindern, Hamburger essen (1x hatte ich versprochen mit zu gehen). Natürlich Skat. Dienstag Deutscher
Klub, schwimmen, abends koch ich Spaghetti für die Kinder, neben den Knoblauch- und Erdnusshähnchen von M ihr Lieblingsessen.
Und so geht die Woche weiter, neigt sich dem Ende zu, wir tanzen in den Sonntag, gehn noch mal ans Meer,
genießen den Verkehr in Lima und Montag schlägt die Stunde der Wahrheit. Zurück in die Kälte. Schnee ist auch schön, zeigen Peters Bilder.
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